Restaurant „Der Schneider“ wird übergangsweise zum „Gourmet-Supermarkt“

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60.000 Euro Verluste pro Monat – und trotzdem will Phillip Schneider sein Restaurant am Montag (11.5.) noch nicht wieder öffnen. Er hat sich vorerst ein anderes, besonderes Konzept überlegt.

Wambel

, 09.05.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Was anfangs nur eine „Schnapsidee“ gewesen sei, kristallisierte sich für Phillip Schneider nach weiteren Überlegungen als beste Möglichkeit heraus, um den Geschmack seines Restaurants auch nach Hause bringen zu können. „Mit einem Lieferservice würde unser Essen nicht so ankommen, wie es in unserem Restaurant der Fall sein würde“, erklärt der Inhaber.

Deswegen hat „Der Schneider“ in Wambel seine Räumlichkeiten seit Mittwoch (6.5.) wieder in Form eines Supermarkts geöffnet. Einen Tag später als eigentlich geplant. „Für die Kunden ist das wie ein Rundgang durch unser Restaurant“, so Schneider. Über 50 Artikel umfasse das Sortiment – alles frisch von der Küche zubereitet.

Von Kürbiskernwaldbeerdressing über vorgegarten Fisch und Fleisch bis hin zur „originalen“ Sauce Bolognese bieten der Inhaber mit italienischen Wurzeln und sein Team eine breite Produktpalette an. Dazu gibt es Aktionstage wie den Freitag, für den Nudelgerichte wie Gnocchi oder Ravioli vorbereitet werden.

Trotz des „Supermarkts“ leidet das Restaurant finanziell stark

„Die Resonanz ist sehr gut“, freut sich Schneider. „Die Kundenzahlen haben sich von Tag zu Tag erhöht. Von Dienstag auf Mittwoch sogar fast verdoppelt.“ Deswegen plane der 31-Jährige auch nicht, sein Restaurant ab Montag (11.5.) wieder zu öffnen – trotz der von der Landesregierung am Donnerstag (7.5.) veröffentlichten Lockerungsmaßnahmen für die Gastronomie.

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„Wir können die Bedingungen in unserem Laden nicht einhalten. Erst recht nicht so kurzfristig“, so der Namensgeber des Restaurants. „Um diese zu erfüllen, bräuchten wir etwa zwei Wochen Vorlauf.“ Daher werde der Supermarkt – natürlich unter Einhaltung der Hygiene-Regeln – noch auf unbestimmte Zeit geöffnet bleiben.

Um die Verluste, die sich auf circa 60.000 Euro pro Monat belaufen, aufzufangen, reiche der Ladenverkauf aber nicht. „Und selbst, wenn wir unser Restaurant wieder öffnen würden, würde der Andrang nicht allzu groß sein“, vermutet Schneider. Deshalb bliebe das angrenzende Ambiente Hotel weiterhin geschlossen und die insgesamt 18 Hotel- und Restaurant-Mitarbeiter in Kurzarbeit.

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Schneider geht mit seinem Restaurant in das vierte Jahr. 2017 wurde er von der Gourmet-Zeitschrift „Der Feinschmecker“ als „Aufsteiger des Jahres“ zum besten Nachwuchskoch Deutschlands gekürt. Regulär serviert „Der Schneider“ unter dem Motto „tailoredfood“ maßgeschneiderte Gerichte.

Allerdings werden sich die Kunden in den kommenden Wochen erst mal noch zu Hause über die geschmacklichen Maßanfertigungen freuen können.

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