Rentner kracht mit Karacho ins Autohaus-Fenster

Amtsgericht Dortmund

Wo ist die versteckte Kamera? Diese Frage werden wohl die meisten Kunden des Evinger Autohauses auf den Lippen gehabt haben, als sich im vergangenen Jahr plötzlich eines der Ausstellungs-Autos in Bewegung setzte und mit Karacho rückwärts in eine Scheibe krachte. Der Rentner am Steuer stand jetzt vorm Amtsgericht.

DORTMUND

21.02.2014, 19:11 Uhr / Lesedauer: 1 min

Freitag, 10.45 Uhr, Saal 1.042. Das Autohaus klagte gegen den Rentner, der sich damals ans Steuer des Unglücks-Autos gesetzt hatte. 2000 Euro Schadenersatz für die kaputte Scheibe sollte der Dortmunder zahlen. Doch der Mann sah sich keinesfalls als Alleinschuldigen. Ja, er habe auf die Kupplung getreten und ja, er habe auch die Handbremse des Wagens gelöst. „Aber mir hatte keiner gesagt, dass das Auto auf einer unebenen Fläche stand“, sagte der Mann vor Gericht.

Der Rentner will nicht einmal bemerkt haben, wie sich das Fahrzeug ganz langsam in Bewegung setzte. „Ich habe nur plötzlich gesehen, wie eine andere Kundin ein ziemlich entsetztes Gesicht machte“, erinnerte sich der Mann. Da war es allerdings schon zu spät. „Im nächsten Moment habe ich auch schon das Klirren gehört.“ Der Verkaufsleiter des Autohauses hatte den Zwischenfall anders im Gedächtnis. „Ich habe ihm extra noch gesagt, dass er nicht auch noch die Handbremse lösen soll“, sagte der Zeuge. Zudem hätte jeder sofort erkennen müssen, dass der Boden an dieser Stelle nicht eben war. Das Gericht entschied trotzdem, dass der Rentner nicht den kompletten Schaden, sondern nur zwei Drittel übernehmen muss. Die 1333-Euro-Rechnung wird wohl seine Haftpflichtversicherung bezahlen.

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