Wartende Reisende vor der Sicherheitskontrolle am Flughafen Dortmund am Donnerstag (18.12.) © Privat
Kritik an fehlendem Mindestabstand

Reisende stehen dicht an dicht – Flughafen Dortmund: „Alles im Rahmen“

Über 100 Menschen standen am Donnerstag dicht an dicht in der Abflughalle des Flughafens Dortmund - mitten im Lockdown. Die Empörung im Netz ist groß. Der Airport sagt: „Es liegt alles im Rahmen."

„So viel zum Thema Verantwortung“, kommentiert ein User in den sozialen Medien das Foto, das unserer Redaktion am Donnerstag (17.1.) zugespielt wurde. Darauf ist eine Ansammlung von Menschen in der Abflughalle des Airport zu sehen.

Die Reisenden tragen zwar Masken, halten aber den Mindestabstand von 1,50 Meter nicht ein. „Auch die Flughafenverantwortlichen haben sich nicht mit Ruhm bekleckert“, heißt es in den sozialen Medien. Ein weiterer User meldet sich mit beißender Ironie zu Wort: „Da fliegt der Pandemie Express“. Einem anderen fällt nur noch ein: „Wahnsinn“.

Zu den Kritikern gehört auch Werner Wirtz, Mitglied der Schutzgemeinschaft Fluglärm. Er stellte kurz nach der Veröffentlichung des Fotos in einer E-Mail an die NRW-Landesregierung die Frage, wer „außer den Reisenden für das Geschehen verantwortlich und gegebenenfalls strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden sollte“.

„Alternativ würde die Warteschlange bis vor Terminal reichen“

Guido Miletic, Abteilungsleiter Marketing & Sales vom Dortmunder Flughafen, hat sich am Freitag (18.12.) gegenüber dieser Redaktion zu den Vorwürfen geäußert und versucht, Dampf aus der Diskussion zu nehmen. Es sei wichtig, besagtes Foto richtig einzuordnen, sagt Miletic. Grundsätzlich seien die Abstandsregeln auch im Terminal einzuhalten. Dafür gebe es gelbe Markierungen.

Es könne aber sein, dass es wie Donnerstagvormittag zu Menschenansammlungen und Warteschlagen komme. In der Corona-Schutzverordnung (§ 2, Absatz 2) sei geregelt, dass der Mindestabstand in „Infrastrukturen für die Personenbeförderung“ unterschritten werden könne, wenn die baulichen Gegegebenheiten keine andere Lösung zuließen, so Miletic. In Bahnhofsgebäuden sei es ähnlich. „Alternativ würde die Warteschlange bis weit vors Terminal reichen“, sagt Miletic.

Airport: „voll und ganz im Rahmen der Corona-Schutzverordnung“

Entscheidend sei, dass die Menschen innerhalb des Terminals Masken trügen. Das werde auch strikt kontrolliert, so Miletic. „In Stoßzeiten sind vier bis sechs Personen unterwegs, die auf die Maskenpflicht achten.“ Dabei entstünden allerdings auch Situationen, in denen der Abstand nicht immer sichergestellt werden könne. Dennoch bewege sich der Airport „voll und ganz im Rahmen der Corona-Schutzverordnung“.

Die Menschenansammlung sei auch durch den Ausfall einer Kontrollstelle entstanden, die eigentlich vom Dienstleister Condor habe besetzt werden sollen. Statt fünf Kontrollstellen seien nur vier geöffnet gewesen. Am Freitag (18.12.) waren sechs der insgesamt sieben Kontrollstellen geöffnet.

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Jahrgang 1961, Dortmunder. Nach dem Jura-Studium an der Bochumer Ruhr-Uni fliegender Wechsel in den Journalismus. Berichtet seit mehr als 20 Jahren über das Geschehen in Dortmunds Politik, Verwaltung und Kommunalwirtschaft.
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