Rechtsradikale Polizeigruppe: Verbindung nach Dortmund wird geprüft

dzSEK Dortmund

Ein Schießstand in Mecklenburg-Vorpommern, auf dem auch Polizeibeamte trainierten, soll in rechtsextreme Machenschaften verwickelt sein. Auch das SEK Dortmund hat dort Übungen abgehalten.

Dortmund

, 14.05.2020, 06:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

In Schwerin ist der rechtsextreme SEK-Polizist Marco G. Ende letzten Jahres wegen des Verstoßes gegen das Waffen- und Kriegswaffengesetz verurteilt worden.

Er hatte in den vergangenen Monaten knapp 12000 Schuss Munition aus Beständen der Bundeswehr und der Polizei entwendet. Rund 1200 Schuss stammen aus Nordrhein-Westfalen. Jetzt ist auch das SEK Dortmund Teil der Ermittlungen.

Gemeinsam mit anderen Gesinnungsgenossen bildete Marco G. die Gruppierung „Nordkreuz“. Im Zuge früherer Ermittlungen wurden bei anderen Mitgliedern des Netzwerkes Unterlagen gefunden, auf denen unter anderem rechtsradikale Parolen geschrieben standen.

Spezialeinheiten aus NRW nutzten gleichen Schießstand

Außerdem stellten die Ermittlungsbehörden Steckbriefe sicher, auf denen Namen von Politikern und Flüchtlingsaktivisten festgehalten wurden. Diese Personen seien „schädlich für den Staat“ und müssten „weg“. Das ergaben Recherchen des ZDF-Magazins „Frontal21“.

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Eben diese Gruppe pflegte dem Bericht zufolge enge Kontakte zu einem Schießstand im mecklenburgischen Güstrow. Und: Spezialeinheiten aus Nordrhein-Westfalen haben auf dem besagten Schießstand regelmäßig Workshops abgehalten.

SEK Dortmund war ebenfalls auf der Anlage

Darüber hinaus waren Teile der Munition, die bei Marco G. gefunden wurden, nachweislich bei Polizeieinheiten gelistet, die auf dem Schießstand der Firma Baltic Shooters in Güstrow trainierten. Einige dieser Einheiten stehen laut dem ZDF-Bericht nun unter Verdacht, Munition unterschlagen zu haben.

Wie Jan Schabacker vom nordrhein-westfälischen Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste auf Nachfrage dieser Redaktion bestätigte, könne man fest davon ausgehen, dass auch das SEK Dortmund auf der entsprechenden Anlage trainierte.

Mittlerweile keine Fortbildungen mehr in Güstrow

„Es waren Kräfte der Spezialeinheiten des Landes NRW in der Vergangenheit zu Fortbildungszwecken in Mecklenburg-Vorpommern und auch auf dem besagten Schießstand“, erklärt Schabacker. Welche Einheit allerdings wann genau vor Ort war, könne er nicht sagen. Schabacker: „Details zu den einzelnen Fortbildungsmaßnahmen liegen abrufbar nicht vor.“

Derweil seien seit Bekanntwerden des Ermittlungsverfahrens der Staatsanwaltschaft Schwerin keine Trainings mehr in Güstrow durchgeführt worden. „Die Ermittlungen in dieser Sache werden von der Staatsanwaltschaft in Schwerin vorangetrieben und dauern derzeit auch noch an“, betont Schabacker.

Dabei wird laut ZDF-Bericht unter anderem auch gegen weitere Polizeibeamte ermittelt, die zum Dunstkreis von Marco G. gehört haben sollen.

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