Rebellische Kneipen suchen Ausweg aus dem Rauchverbot

DORTMUND Seit Dienstag gilt das Rauchverbot in Kneipen und Restaurants in NRW. Wie die Dortmunder mit dem "Problem" umgehen, haben wir für Sie untersucht.

von Von Jürgen Koers

, 01.07.2008, 20:53 Uhr / Lesedauer: 1 min
Wirtin Silvana Nikolic und der „City-Treff“ im Hauptbahnhof wollen dem Rauchverbot ein Schnippchen schlagen. Außerhalb der kleinen Kneipe gilt das Rauchverbot des Bahnhofs. Dafür weist der blaue Aufkleber darauf hin, dass drinnen gequalmt werden darf. Ob das Ordnungsamt ein Auge zudrückt?

Wirtin Silvana Nikolic und der „City-Treff“ im Hauptbahnhof wollen dem Rauchverbot ein Schnippchen schlagen. Außerhalb der kleinen Kneipe gilt das Rauchverbot des Bahnhofs. Dafür weist der blaue Aufkleber darauf hin, dass drinnen gequalmt werden darf. Ob das Ordnungsamt ein Auge zudrückt?

Wie gewohnt greift Dirk Otto  zur Schachtel auf dem dunklen Tresen, fischt sich eine Zigarette raus, steckt sie genüsslich an. Rauchverbot in Kneipen? Da pustet er kräftig den blauen Dunst aus. Wirtin Ellen Büch lässt ihn gewähren in der Kneipe „City-Treff“ im Hauptbahnhof. Draußen, auf dem öffentlichen Bahngelände, herrscht striktes Rauchverbot. An der Tür zur Kneipe signalisiert ein blauer Aufkleber, dass Raucher drinnen willkommen sind.

„Die Gäste dürfen hier erstmal weiter machen“, sagt Büch, und steckt sich symbolisch selber eine Kippe an. „Viele Gäste wollen beim Feierabend-Bier rauchen“. Die Nichtraucher könnten an den Tischen vor der Kneipe Platz nehmen. Büch: „Dann warten wir erstmal ab, was passiert.“ Die Idee mit den Aufklebern hätten weitere Gaststätten aufgenommen.

Wenige Meter weiter, in der „Dampflok“, schickt Georg Windheuser seine Kunden („Fast alles Raucher“) zähneknirschend vor die Tür. Als Wirt einer typischen Durchgangskneipe fühlt er sich durch den Paragrafen benachteiligt. „Es werden dadurch kaum mehr Nichtraucher herkommen.“ 

Extreme Einbußen 

Stephan Scholz , Inhaber von Joice‘s Coffee in der Kleppingstraße, hat seine Erfahrungen bereits gemacht: „Ich habe das Rauchverbot zwei Wochen lang ausprobiert und hatte extreme Einbußen. Sogar Stammkunden sind weg geblieben.“ Also hat er die Aschenbecher schnell zurück auf die Tische gestellt. Im Winter erwartet er Probleme. „Wenn es gar nicht geht, muss man vielleicht das Verbot umgehen und abwarten, ob sich jemand beschwert.“

Stefanie Behnke sitzt vor einem Café am Markt in der Sonne, raucht, quatscht mit Freundinnen. Ob sie bei schlechtem Wetter Kneipen und Cafés meidet? „Ich werde dann einfach zum Rauchen rausgehen.“

Raucherecke, wenn das Geschäft schlechter läuft

Das meint auch Gerardo de Rosa, der das „Daily Italia“ am Westenhellweg betreibt. Erst wenn das Geschäft schlechter laufen sollte, will er mit einer Raucherecke reagieren. „Die Gäste können doch froh sein, wenn es im Restaurant nicht nach Rauch stinkt.“ 

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