Eines der letzten Fotos von einem vollen Konzert in Dortmund: Die Band K.I.Z spielte am 8. März in der Dortmunder Westfalenhalle. Kurz danach zwang der Lockdown viele Veranstalter zur Untätigkeit. © Sarah Rauch
Corona-Krise

Reaktionen auf Hilfe für das Dortmunder Nachtleben: „Der richtige Weg“

Akteure aus der Veranstaltungsbranche wollen gemeinsam einen Weg aus der Corona-Krise finden. Es gibt klare Forderungen. In Dortmund könnten einige davon bald erfüllt werden.

Das Dortmunder Nachtleben liegt seit einem halben Jahr weitgehend darnieder. Viele Gastronomen, Club-Betreiber, Party- und Konzertveranstalter fürchten um ihre Existenz. Nun hat die Stadt Dortmund finanzielle und strukturelle Hilfe angekündigt. In der Dortmunder Nachtleben-Szene werten viele das zumindest als den richtigen Weg.

Zuletzt hatten sich Menschen mit sehr unterschiedlichen Schwerpunkten vereint, um das Dortmunder Nachtleben zu retten. Die Netzwerke Ausgehen in Dortmund, Gastro-Initiative Dortmund und die Interessengemeinschaft Dortmunder Club- & Konzertkultur richteten Mitte August in einer öffentlichen Erklärung gemeinsame Forderungen an Kommune, Land und Bund.

Vergnügungssteuer soll ausgesetzt werden – sogar noch länger, als die Clubbetreiber es gefordert hatten

Es geht dabei um Strategien, wie Betriebe die Krise überleben und die weiterhin unabsehbar lange Schließungszeit auffangen können.

Die Clubbetreiber, Gastronomen und Veranstalter haben dabei klare Forderungen an die Stadt Dortmund gerichtet. Einige davon wurden in das Programm „Neue Stärke“ aufgenommen, das die Wirtschaftsförderung Dortmund vorgestellt hat.

Dazu zählt etwa die Aussetzung der Vergnügungssteuer für Veranstaltungen bis 2025. Das wäre sogar noch länger, als das Nachtleben-Netzwerk es vorgeschlagen hatte. Sie wollten die Steuer nur für 2020 streichen.

Weiterhin ist geplant, einen „Nightlife-Beauftragten“ zu finden, der sich gezielt um die Kontakte zwischen Wirtschaft, Verwaltung und Gästen kümmern soll. Ein Club- und Event-Fonds, Wettbewerbe für Gastronomen, Pop-Up-Konzepte und eine Gastro-Akademie sollen das Nachtleben weiter stärken.

Der neue Rat der Stadt Dortmund soll bis Ende des Jahres über das Konzept abstimmen.

Positive Reaktionen auf die Ankündigung der Stadt

Die ersten Reaktionen von Vertretern der Dortmunder Nacht-Ökonomie auf die Pläne der Stadt sind positiv. „Wir freuen uns, dass unsere Anregung Gehör gefunden hat. Wenn das so durch den Rat geht, ist das der richtige Weg“, sagt Yves Gredecki von der IG Dortmunder Club- und Konzertkultur.

Weitere Kommentatoren finden die Aussicht auf Unterstützung „hilfreich“, es klingt aber noch leichte Skepsis durch, ob die Versprechungen zur Wahlkampfzeit auch eingehalten werden.

Aus Sicht der Nachtleben-Akteure gäbe es weitere Möglichkeiten der Entlastung. So sollten aus ihrer Sicht die Kosten für Routinekontrollen ebenso ausgesetzt werden wie die Sondernutzungsgebühren für 2021. Zudem sollten die Regelungen zur Sperrstunde gelockert werden.

Bei weiteren Forderungen müsste der Bund entscheiden. Dazu zählt ein auf 7 Prozent reduzierter Mehrwertsteuersatz, die Aufstockung der staatlichen Überbrückungshilfe um 20 auf 100 Prozent der Betriebskosten sowie die Weiterentwicklung nachhaltiger und relevanter Hilfspakete auch über die Sommermonate hinaus.

Krise trifft viele Menschen, deren Arbeit von den Veranstaltungen abhängt

Im Gespräch mit dieser Redaktion hatten Dortmunder Konzertveranstalter und Clubbetreiber zuletzt noch einmal verdeutlicht, dass die Krise weitaus mehr Menschen treffe, als die meisten hinter dem Club- und Konzertbetrieb vermuten.

So sagte etwa Jenny Doré, Veranstalterin von Konzerten im Musiktheater Piano in Lütgendortmund: „Man muss allein einmal überlegen, wie viele Menschen an einem Konzert beteiligt sind, die alle davon leben. Das geht von Tontechniker, Bühnenbauern, den Stagehands, den Bands, Veranstalter, Catering, Grafiker, bis Drucker und noch anderen.“

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Redaktion Dortmund
Seit 2010 Redakteur in Dortmund, davor im Sport- und Nachrichtengeschäft im gesamten Ruhrgebiet aktiv, Studienabschluss an der Ruhr-Universität Bochum. Ohne Ressortgrenzen immer auf der Suche nach den großen und kleinen Dingen, die Dortmund zu der Stadt machen, die sie ist.
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Felix Guth

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