Mieter von Ratten geplagt: „Wir möchten einfach nur ein neues Zuhause“

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Sandra Hauer und ihre fünf Kinder suchen wegen einer Rattenplage in ihrer Wohnung dringend ein neues Zuhause. Indes wehrt sich der Vermieter gegen die Vorwürfe der Familie.

Westerfilde

, 08.06.2020, 16:23 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bei den trappelnden Schritten in den Wänden ihrer Wohnung läuft Sandra Hauer (38) ein Schauer über den Rücken. Im gesamten Haus und im Hinterhof haben sich Ratten breit gemacht. Zwei bis drei Tiere fange sie täglich auf der Wohnzimmer-Fensterbank, so Sandra Hauer.

In der Wohnung lebt sie jedoch nicht allein, sondern mit fünf ihrer Kinder. Ein Grund mehr, schnellstmöglich umzuziehen. Doch obwohl sie bereits seit Januar auf der Suche sei, finde sie keine neue Bleibe für ihre Familie, so die sechsfache Mutter.

Indes verhärten sich die Fronten zwischen Sandra Hauer und dem Vermieter Ayhan Yilmazer immer mehr. Es stehen Vorwürfe wie die Ignoranz der Rattenplage und fehlende Reparaturen im Raum, die der Vermieter nun scharf zurückweist.

Reparaturen waren nicht möglich

„Ich habe Frau Hauer im November 2019 so schnell in die Wohnung gelassen, weil sie gesagt hat, sie stünde sonst mit ihren Kindern auf der Straße“, sagt Ayhan Yilmazer. Zwischen dem Auszug der Vormieter und ihrem Einzug sei nicht genug Zeit für anstehende Reparaturen gewesen.

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Die Rattenplage habe Sandra Hauer dann nicht wie von ihr berichtet im Januar oder Februar gemeldet, sondern erst Ende Mai, so der Vermieter. „Wenn ich doch eine Nachricht übersehen haben sollte, dann hätte sie mir eher nochmal auf die Füße treten sollen“, erzählt Ayhan Yilmazer. „Jetzt habe ich mich sofort darum gekümmert, selbst am Feiertag.“

In der Küche hat Sandra Hauer Ratten entdeckt.

In der Küche hat Sandra Hauer Ratten entdeckt. © Privat

Er habe sich zudem mit anderen Immobilienbesitzern an der Westerfilder Straße zusammengeschlossen, um das Ratten-Problem gemeinsam anzugehen. Wichtig sei es nun, dass auch die Mieter noch mehr auf Hygiene achten und keine Lebensmittel offen herumliegen lassen. Kammerjäger würden sich in den kommenden Wochen und Monaten um die Beseitigung der Nager kümmern.

„Das ist für mich als Besitzer des Objekts sehr wichtig“, sagt Ayhan Yilmazer. „Und vor allem ist es mir auch wichtig, dass die Kinder meiner Mieter nicht in solchen Zuständen leben müssen.“ Zunächst müsse nun der Keller geräumt werden, da die Plage von unten angegangen werden soll. „Aber im Notfall machen wir auch das Dach auf.“

Familie Hauer möchte umziehen

Sandra Hauer bestätigt, dass sich im Keller etwas tut. Dennoch möchte sie mit ihren Kindern nicht länger in der Wohnung wohnen bleiben als nötig. Die Differenzen seien einfach zu groß und sie fühle sich nicht mehr wohl.

„Wir möchten einfach nur ein neues Zuhause, für uns ist das eine Notsituation“, sagt sie. Die sechsköpfige Familie sucht eine circa 100 Quadratmeter große Wohnung, im Idealfall in Dortmund, mit viereinhalb bis fünf Zimmern und einer Warmmiete bis maximal 1300 Euro.

Wer der Familie eine Wohnung anbieten kann, kann sich per E-Mail an hauerfrederik@gmail.com melden.

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