Verkehr in Dortmund

Raserprobleme: Jetzt kommt Tempo 30 auf dem Wall

Die Stadt Dortmund führt Tempo 30 auf dem Wall ein. Damit will sie verschärft gegen die Raser- und Tuner-Szene vorgehen. Das neue Tempo-Limit ist aber noch nicht alles.
Nachts nur noch Tempo 30 auf dem Wall in Dortmund: Oberbürgermeister Thomas Westphal (l.) und Polizeipräsident Gregor Lange mit einem der neuen Schilder. © Stadt Dortmund/Anja Kador

Im Einsatz gegen die Raser- und Tunerszene senkt die Stadt Dortmund die Höchstgeschwindigkeit auf dem Wall auf Tempo 30. Das gilt täglich in den Nachtstunden.

Die ersten von rund 100 „30“-Schildern stehen bereits seit Mittwoch. Die restlichen sollen bis zum Wochenende folgen, hieß es von der Stadt. Eben rechtzeitig zu nächsten möglichen Treffen der Raser-Szene.

Oberbürgermeister: „Druck auf die Szene erhöhen“

Das Ziel, ganz eindeutig: „den Wall für die Szene unattraktiv zu machen sowie Lärm- und Abgas-Belästigungen für die Anwohner zu reduzieren“.

Man wolle „den Druck auf die Szene weiter hoch halten und erhöhen“, so Dortmunds Oberbürgermeister Thomas Westphal. Ab kommendem Wochenende soll es mehr Kontrollen geben sowie den verschärften Einsatz mobiler Blitzer.

Wall-Blitzer schalten sich um 5 und 21 Uhr um

Zudem stehen am Wall ja vier feste Blitzer: gegenüber dem Bahnhof am Königswall, beim Käthe-Kollwitz- und Stadtgymnasium am Ostwall, in Theater-Nähe am Hiltropwall sowie in Stadthaus-Nähe am Südwall.

Diese Anlagen schalten sich dann zweimal täglich um: morgens um 5 Uhr und abends um 21 Uhr. Denn Tempo 30 gilt nur dazwischen, in den Nachtstunden. Tagsüber darf man auf weiten Teilen des Walls weiterhin 50 km/h fahren.

„Wichtig ist uns zu gewährleisten, dass der Verkehr auf dieser wichtigen innerstädtischen Straße tagsüber nicht leidet“, unterstreicht Thomas Westphal.

Polizeipräsident: „Fahrverbote schneller als sonst möglich“

Einmal geblitzt werden und erst Wochen später kommt ein Bußgeldbescheid? Gerade das wollen Stadt und Polizei vermeiden. Diese Verstöße sollen eine hohe Priorität bekommen, „damit eine größere Wirkung bei den Verursachern im direkten Zusammenhang mit ihrem Fehlverhalten erzeugt wird“, heißt es offiziell.

Polizeipräsident Gregor Lange unterstreicht: „Mit Tempo 30 auf dem Wall verfügen wir über ein weiteres Instrument, um Raser härter sanktionieren zu können und ihnen die Attraktivität des Walls zu nehmen. Im Ergebnis sind bei Tempoverstößen jetzt Fahrverbote schneller als sonst möglich.“

Nächste Überlegung: Blitzer Nummer fünf am Wall?

Damit nicht genug. Die aktuellen Maßnahmen würden kontinuierlich überprüft und ausgewertet. Die Polizei bleibe „gemeinsam mit der Stadt kreativ, um mit der gebotenen Konsequenz für Sicherheit im Straßenverkehr und Ruhe in den Wohnbezirken zu sorgen“, so Lange.

Westphal wünscht sich: „Die Raserei in unserer Stadt muss aufhören.“ Es sei wichtig „gegen die illegale Szene konsequent vorzugehen sowie die Sorgen, Ängste und Beschwerden der Anwohner und Anwohnerinnen weiter ernst zu nehmen.“

Eine weitere Überlegung der Stadt: das Installieren von Blitzer Nummer fünf am Hiltropwall/Außenring. Das städtische Ordnungsamt trägt das noch einmal an die Unfallkommission heran.

Nicht nur Rasen, sondern auch Protzen

In den vergangenen Wochen hatte die Polizei viele nächtliche Einsätze gegen Raser am Wall gefahren, auch als Reaktion auf Beschwerden von Anwohner. Mehrfach hatte die Polizei Teile des Walls gesperrt.

Die Stadt gab schon da die Losung „Null Toleranz“ aus. Zuletzt hatte sich selbst NRW-Innenminister Herbert Reul ein Bild gemacht. Im nächtlichen Schneetreiben unterhielt er sich mit Polizisten. Bemerkenswert in Dortmund sei neben dem Rasen das Protzen und Zur-Schau-Stellen, befand er. Einige Mitglieder der Szene waren sogar in Kostümen unterwegs.

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