Raser muss Geldstrafe zahlen und den Führerschein für acht Monate abgeben

dzOstwall-Raser

Nach einem nächtlichen Autorennen mit Tempo 130 muss ein 22-jähriger Raser aus Eving endgültig eine Geldstrafe in Höhe von 2500 Euro bezahlen. Das ergab am Donnerstag ein Berufungsprozess.

Dortmund

, 29.03.2019, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Führerschein und 2500 Euro sind weg – das ist das Ergebnis eines Berufungsprozesses vor dem Dortmunder Landgericht am Donnerstag. Der angeklagte 22-Jährige und sein blauer VW Scirocco waren am 30. März 2018, nachts gegen drei Uhr auf dem Ostwall/Ecke Löwenstraße an einer speziell für Autorennen abgestellten Zivilstreife der Polizei vorbegerast. Dicht hinter dem Wagen des 22-Jährigen: ein gelber VW Golf.

Kameraaufzeichungen, die am Donnerstag vor der 38. Berufungskammer abgespielt wurden, zeigen ein riskantes Verfolgungsduell. Die Fahrer wechselten mehrmals die Spur, überholten andere Autos rechts. Das Aufheulen der Motoren der beiden Raser war deutlich hörbar, die Beamten kamen mit ihrem Pkw kaum hinterher.

Auf ihrem Tacho hatten die verfolgenden Polizisten später ein Tempo von „mehr als 130“ abgelesen. Erst an der Kreuzung Schwanenwall/Brüderweg kamen die Duellanten zum Stehen und wurden kontrolliert.

Erfolglose Berufungsverhandlung

Nach einer erfolglosen Berufungsverhandlung am Dortmunder Landgericht muss der 22-jährige Angeklagte jetzt endgültig eine Geldstrafe in Höhe von 2500 Euro (50 Tagessätze) bezahlen. Neben der Geldstrafe ist außerdem eine mindestens achtmonatige Sperre für die Wiedererteilung eines Führerscheins festgeschrieben. Zu genau dieser Strafe war der Raser bereits am 17. Januar vom Amtsgericht verurteilt worden.

Weil er anders als sein damaliger Mitangeklagter, der Fahrer des gelben Golfs, die erstinstanzliche Entscheidung nicht akzeptieren wollte, war es am Donnerstag erneut zu einer Hauptverhandlung gekommen.

„Das ist doch wie ein Lottogewinn“

Berufungsrichter Ludwig Brockmeier machte dem 22-Jährigen schnell klar, dass es keinerlei Ansatz für eine mildere Strafe gibt. Im Gegenteil. „Mit dem Urteil sind sie gut gefahren. Das ist doch wie ein Lottogewinn“, sagte der Vorsitzende Richter. Und weiter: „Bei uns hätte es dafür sofort eine Freiheitsstrafe gegeben.“

Angesichts der Videoaufnahmen seien seine Beteuerungen klar widerlegt, er habe nie vorgehabt, ein Rennen zu fahren. „Der einzige Grund für diese Fahrt“, sagte Richter Brockmeier zum Angeklagten, „war es, den Rausch der Geschindigkeit mitzunehmen. Es gibt nur einen Grund, Sie wollten die Karre aufdrehen.“ Dass nichts passiert sei, sei reiner Zufall gewesen.

„Das ist kein Spaß!“

Nach kurzer Beratung mit seinem Verteidiger zog der Raser seine Berufung zurück. Das Urteil wegen eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens ist damit rechtskräftig.

Schlussworte des Richters: „Wenn Sie Spaß haben wollen, fahren sie zum Nürburgring.“

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