Rasanter Anstieg bei Kita-Kindern in Notbetreuung schon am Montag

dzCoronavirus

Immer mehr Eltern können Notbetreuung für ihre Kinder in Anspruch nehmen. In den Dortmunder Kitas wird das schon deutlich spürbar. Ein wohl noch größerer Anstieg steht sogar noch bevor.

Dortmund

, 20.04.2020, 17:32 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nur sparsam haben Dortmunder Eltern bislang von der Möglichkeit der Notbetreuung für ihre Kinder im Kita-Alter Gebrauch gemacht. Doch das scheint sich nun nach dem Ende der Osterferien zu ändern.

Ein Grund: Bislang können nur Kinder von Eltern aus sogenannten systemrelevanten Berufen einen Platz in der Notbetreuung ihrer Kita nutzen - also etwa aus dem Gesundheitsbereich, der Polizei, dem öffentlichen Dienst oder dem Lebensmittel-Einzelhandel. Ab Donnerstag wird nach einem Beschluss der Landesregierung der Kreis der Anspruchsberechtigten erweitert. Dann gehören unter anderem auch Hausmeister, Sicherheitsleute und Rechtsanwälte dazu.

Viele Nachfragen von Eltern

Welche Auswirkungen das in den Kitas hat, ist noch offen. „Viele Eltern haben bei uns erst einmal angerufen und nachgefragt“, berichtet Birgit Sprenger, pädagogische Fachbereichsleiterin bei den Katholischen Kindertageseinrichtungen Östliches Ruhrgebiet.

Vielen sei unklar, ob sie nun auch Anspruch auf Notbetreuung haben. Schließlich müssten auch noch Bescheinigungen des Arbeitgebers besorgt werden. Für Donnerstag rechnet Birgit Sprenger dann mit ersten Ergebnissen der neuen Notbetreuungs-Welle.

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Bei den evangelischen Kitas in Dortmund ist ein Teil davon schon angekommen. Die Zahl der Kinder in Notbetreuung ist am Montag deutlich gestiegen - um rund 100 auf jetzt etwa 240 Kinder. Mehrere Kitas, die bislang nur in Bereitschaft waren und noch keine Kinder in Notbetreuung hatten, seien nun ebenfalls im Einsatz, berichtet Pfarrer Jochen Schade-Homann als Fachbereichsleiter beim Evangelischen Kirchenkreis.

Anstieg nach Ferienende

Ganz unerwartet kommt für ihn der Anstieg nicht. Er geht davon aus, dass viele Eltern das Ende der Osterferien abgewartet haben. Dazu kommen nun Kinder von Lehrern, die wieder für den Schuldienst parat sein müssten. Diese Einschätzung bestätigt Jörg Loose von der Awo. Er geht aber davon aus, dass die Zahlen vor allem ab Donnerstag deutlich steigen.

Dann rechnet auch Jochen Schade-Homann dann nochmals mit einer „deutlichen Erhöhung der Zahlen“, wenn der Kreis der Anspruchsberechtigten wächst. Ein weiterer Schub ist für den kommenden Montag (27.4.) zu erwarten, wenn auch Alleinerziehende die Notbetreuung stärker in Anspruch nehmen können.

Deutlicher Anstieg bei Fabido

Beim städtischen Kita-Träger Fabido, mit 100 Einrichtungen der größte Anbieter in Dortmund, ist die Zahl der Kinder in Notbetreuung an diesem Montag ebenfalls schon deutlich gestiegen. Am Freitag (17.4.) hatte Fabido 257 Kinder in der Notbetreuung, am Montag war die Zahl auf 427 Kinder gestiegen. Auch bei weiter steigenden Zahlen werde kein Kind, dessen Eltern die Kriterien erfüllen, abgewiesen, heißt es.

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