„Jede Straße, die aus dem Osten in die Stadt führt, ist in einem katastrophalen Zustand!“

dzStraßen in Dortmund

Überall Schlaglöcher: Die Straßen, die aus dem Osten in die Stadt führen, sind in einem desaströsen Zustand – das behauptet Wolfgang Thomalla. Werden die Straßen von der Stadt ignoriert?

Körne, Gartenstadt

, 16.09.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wolfgang Thomalla wohnt seit 19 Jahren im Osten Dortmunds in der Felkestraße, die die Straße Im Defdahl kreuzt. Der 69-Jährige ist viel mit dem Fahrrad unterwegs. Wenn er in die Stadt fährt, gehen die Probleme für ihn los: „Man kann sich gar nicht auf das Fahrradfahren konzentrieren, da man permanent auf Schlaglöcher achten muss.“

Die Straße Im Defdahl ist übersät mit tiefen Schlaglöchern. So tief, dass man teilweise das alte Kopfsteinpflaster sehen kann, mit dem die Straße eigentlich versehen war. „So sah die Straße vor 50 Jahren aus“, erzählt Thomalla. Damals sei die Straße noch schön gewesen. Der katastrophale Zustand sei laut Thomalla erst seit ungefähr fünf Jahren so.

Von der Politik nur vertröstet

Wolfgang Thomalla stören die Schlaglöcher sehr, da sie sehr gefährlich für den Straßenverkehr seien, besonders eben für Radfahrer wie ihn. Deshalb ist er selbst schon aktiv geworden. Er teilte die Problematik der Bezirksvertretung mit und erhielt auch Antwort. Man teilte ihm mit, dass man sich kümmere. Allerdings war das vor drei Jahren. Seitdem hat sich nichts getan.

Ab und zu würden die Schlaglöcher provisorisch mit Teer gefüllt, was aber nur ein paar Tage halte, da die Straße so stark befahren wird. „Dann ist wieder alles wie vorher, wenn nicht sogar schlimmer“, so Thomalla. Bei Regen würden sich die Schlaglöcher so stark mit Wasser füllen, dass man dann schwer einschätzen kann, wie tief die Löcher sind.

Aber nicht nur die Straße Im Defdahl ist Thomalla ein Dorn im Auge: „Ich behaupte, dass jede Straße, die aus dem Dortmunder Osten Richtung Innenstadt führt, in einem katastrophalen Zustand ist!“ Neben dem Defdahl seien auch die Hannöversche Straße, der Körner Hellweg und der Wambeler Hellweg laut Thomalla mit Schlaglöchern gespickt.

Tiefbauamt verweist auf fehlendes Personal

Beim Tiefbauamt ist der Zustand der Straßen bekannt. Amtsleiterin Sylvia Uehlendahl weist darauf hin, dass das Dortmunder Tiefbauamt insgesamt 1.780 Kilometer Straßen betreuen muss. Ein großes Problem bei der Sanierung von Straßen sei fehlendes Personal. Deshalb müsse man priorisieren. Sogenannte Hauptverkehrsstraßen, also Ortsdurchfahrten der Bundes- und Landesstraßen sowie Kreisstraßen, werden wegen ihres hohen Verschleißes häufiger saniert.

„Jede Straße, die aus dem Osten in die Stadt führt, ist in einem katastrophalen Zustand!“

Auf der Straße Im Defdahl werden Schlaglöcher bislang nur provisorisch behoben. Die Straße gleicht einem Flickenteppich. Das wird wohl auch erstmal so bleiben. © Robin Albers

Ein weiterer Faktor, der Sanierungen erschwert, sei die Planung in der Stadtverwaltung. Die dauere bei den Hauptverkehrsstraßen bis zu einem Jahr, bei kleineren Straßen aber auch mindestens sechs Monate. Danach gibt es noch weitere bürokratische Dinge zu erledigen, wie die Ausschreibung des Auftrages. Das dauere nochmal ein halbes Jahr. Außerdem muss die Verwaltung noch das Okay der Politik einholen, was zusätzlich Zeit koste.

Körner- und Wambeler Hellweg sollen erneuert werden

Aber wie geht es jetzt in den Straßen, die Thomalla beanstandet, weiter? Kleine Schlaglöcher sollen weiterhin innerhalb einer Woche mit Kaltasphalt gefüllt werden. Dies sei aber durch Sonderaufgaben, wie den Kirchentag und Absperrungen in der Stadt, in Verzug geraten. Dass der Asphalt sich häufig löse, sei ein bekanntes Problem.

Der Körner- und der Wambeler Hellweg sollen grunderneuert werden – aber erst im Jahr 2023. Zuvor müsse der Asselner Hellweg ausgebaut werden. Auch die Hannöversche Straße müsse zunächst saniert werden, da die als Umleitung für den Körner- und den Wambeler Hellweg dienen soll. Deshalb der späte Baubeginn.

Wolfgang Thomalla und alle anderen Radfahrer müssen sich also gedulden. Und es gibt noch eine richtig schlechte Nachricht: Die Straße Im Defdahl sei erst vor zwei Jahren umfassend saniert worden. Eine weitere Sanierung werde sich aus personellen und finanziellen Gründen verzögern, so die Stadtverwaltung.

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