Ein Querdenker-Autokorso fuhr am Dienstagabend durch die Dortmunder Innenstadt. © Schaper
Demonstration

Querdenker-Autokorso in Dortmund war schneller vorbei als gedacht

Der Autokorso der Coronaschutz- und Impfgegner am Dienstagabend in Dortmund wurde von viel Polizei begleitet. Nur knapp eine Stunde dauerte die Demonstration. Die Querdenker wollen mehr.

Nur knapp eine Stunde Aufmerksamkeit bekamen am Dienstagabend (2. März) die Dortmunder Coronaschutz- und Impfgegner von „Querdenken 231“. Die angesetzte Demonstration wurde von der Polizei im Schnelldurchlauf durch die Innenstadt geführt.

Nachdem es bei dem Autokorso in der Woche zuvor (23. Februar) zu erheblichen Störungen und Blockaden durch einen Gegenprotest auf Fahrrädern kam und dadurch auch zu Verkehrschaos, war die Polizei mit deutlich mehr Einsatzkräften in Dortmund unterwegs.

Polizei kontrolliert Querdenker

Ab 18 Uhr hatten sich die Querdenker mit ihren Fahrzeugen auf dem Parkplatz E2 am Remydamm an den Westfalenhallen getroffen. Der Platz füllte sich allerdings nur langsam.

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Der „Querdenker“-Autokorso am Dienstagabend

Denn die Impfgegner mussten zunächst durch eine Polizeikontrolle, bei der ihre Fahrzeuge durchsucht wurden. Anlass dafür war ein Vorfall in der Woche zuvor: In einem Pkw der Querdenker wurden ein Baseballschläger und eine Machete gefunden.

Bei den Kontrollen an diesem Dienstag wurden laut Polizei „ein Reizstoffsprühgerät und ein Messer“ gefunden. Die Gegenstände wurden sichergestellt und dementsprechende Strafanzeigen gestellt.

Eigentlich sollte der Autokorso um 19 Uhr losfahren. Wegen der Kontrollen kam es aber auch dieses Mal zu Verzögerungen. 57 Fahrzeuge fuhren schließlich um 19.45 Uhr über die Ardeystraße/Hohe Straße Richtung Innenstadt los – die gleiche Route wie in der Woche zuvor.

Autokorso verursacht kaum Stau

Ab dort ging dann alles ganz schnell. Der Autokorso bewegte sich zügig in Richtung Wall. Die Querdenker fuhren im Uhrzeigersinn einmal über den Wallring und wurden dann auf Höhe des Stadthauses auf die Ruhrallee abgeleitet. Von da aus ging es zurück zum Remydamm.

Dort erklärte der Anmelder Michael Scheele, ein DJ aus Hagen, um 20.45 Uhr die Demo für beendet – nachdem er noch sarkastisch die anderen Querdenker gefragt hatte, ob jemand eine Machete abzugeben habe. Eine Anspielung auf den Vorfall der vorherigen Woche.

Scheele sprach auch davon, dass die Demonstration trotz der kurzer Dauer ein Erfolg gewesen sei. Am darauffolgenden Dienstag (9. März) solle es wieder einen Autokorso durch Dortmund geben. Wenn es nach Scheelen geht, soll der jedoch länger dauern.

Die Demo an diesem Dienstag verlief weitestgehend störungsfrei. Lediglich an den Kreuzungen kam es zu temporären Staus. Die wartendenden Fahrzeuge hupten, als die Querdenker vorbeifuhren.

Gegenprotest zeigt Wirkung

Der Gegenprotest, der sich teils auf Fahrrädern einfand, kam nicht an die Querdenker ran. Die Polizei hat die Route entlang der Hohen Straße, die übrigens im Vorfeld nicht bekanntgegeben wurde, mit vielen Einsatzkräften gesperrt. An jeder Querstraße standen Einsatzwagen, die ankommende Fahrradfahrer anhielten. Vereinzelt wurden Fahrräder beschlagnahmt oder die Luft aus den Reifen gelassen. Die Polizei begründet dies mit Gefahrenabwehr.

Vor dem eigentlichen Korso gab es laut Polizei einen Vorfall: Ein Gegendemonstrant habe versucht durch eine Polizeisperre zu fahren. Im weiteren Verlauf habe er sein Fahrrad auf einen Polizisten geworfen, der dadurch leicht verletzt worden sei. Der Tatverdächtige sei festgenommen worden.

Dennoch sind die Gegendemonstranten zufrieden, der Protest zeige Wirkung. Es habe sich gezeigt, dass „Verschwörungsideologen nur mit erheblichem Polizeischutz in Dortmund demonstrieren können“, wie eine Sprecherin der autonomen Antifa sagte. Auch bei dem nächsten Autokorso wollen sie demonstrieren.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
1990 im Emsland geboren und dort aufgewachsen. Zum Studium nach Dortmund gezogen. Seit 2019 bei den Ruhr Nachrichten. Findet gerade in Zeiten von Fake News intensiv recherchierten Journalismus wichtig. Schreibt am liebsten über Soziales, Politik, Musik, Menschen und ihre Geschichten.
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