Das Dortmunder Landgericht muss über die Zukunft des Angeklagten entscheiden. © Martin von Braunschweig
Landgericht Dortmund

Prozessauftakt: Im Gefängnis brach bei 22-jährigem Mann die Psychose aus

Zwei Diebstähle würden im Normalfall niemals zu einer Anklage vor dem Landgericht Dortmund führen. Der Fall des 22-Jährigen, der seit Montag vor Gericht steht, ist aber ein besonderer.

Die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft klingen zunächst einmal nicht sonderlich spektakulär. Im 12. Dezember 2020 soll der 22-Jährige zunächst in ein Büro in Dorstfeld eingebrochen sein, um dort Laptops, eine Geldkassette und mehrere Autoschlüssel zu stehlen. Und wenig später soll er außerdem in einem Supermarkt Schnaps im Wert von 16 Euro gestohlen haben.

Das Problem des Angeklagten ist, was nach seiner Festnahme passierte. In der Haft soll er plötzlich eine schizophrene Psychose entwickelt haben – mit Stimmen im Kopf, die ihm die wüstesten Befehle einflüsterten.

Wachmann nach Angriff nicht mehr dienstfähig

Unter anderem deshalb soll der Angeklagte schließlich einen Wachmann des Gefängnisses angegriffen und so schwer verletzt haben, dass dieser bis heute nicht wieder dienstfähig ist.

Eine daraufhin sofort angeordnete Untersuchung ließ den Psychiater zu dem eindeutigen Schluss kommen: Der 22-Jährige ist krank und ohne Behandlung seiner Psychose hochgefährlich.

Haft und geschlossene Psychiatrie?

Deshalb muss er sich nun seit Montag vor dem Landgericht verantworten. Und dort könnte am Ende des Prozesses nicht nur eine Haftstrafe, sondern auch die zeitlich unbefristete Unterbringung des Mannes in der geschlossenen Psychiatrie stehen.

Vor einem Urteil wollen sich die Richter aber noch die Vorstrafenakte des Mannes aus seiner polnischen Heimat beschaffen.

Über den Autor

Der neue Lokalsport-Newsletter für Dorsten

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Dorstener Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.