Etwa 15 Aktivisten der Umweltschutzbewegung "Extinction Rebellion" protestierten am Mittwochmittag in der Dortmunder Innenstadt. © Dennis Werner
„Extinction Rebellion“

Protestaktion von Umweltschützern in der City – Stau auf dem Wall

Die Umweltschutzbewegung „Extinction Rebellion“ hat am Mittwoch (28.4.) in der Dortmunder Innenstadt vor dem früheren RWE-Gebäude protestiert. Das hatte Auswirkungen auf den Verkehr am Wall.

Auf dem Dortmunder Königswall hat sich Mittwochmittag (28.4.) ein Stau in Richtung Schwanenwall gebildet. Die Zufahrt Freistuhl war für mehrere Stunden blockiert. Grund dafür war eine in der Form unangemeldete Protestaktion der Umweltschutzbewegung „Extinction Rebellion“.

Ab etwa 11 Uhr am Mittwoch protestierten circa 15 Aktivisten der Bewegung vor dem früheren Sitz des Energieversorgungsunternehmens RWE in der Innenstadt. Wie Polizeisprecher Peter Bandermann auf Anfrage sagte, habe „Extinction Rebellion“ eine Sitzblockade an der Gerichtsstraße angemeldet – nicht aber eine Aktion am Freistuhl.

Polizei begleitet Aktion, Zufahrt Freistuhl blockiert

„Offenbar wurde das Verfahren, gegen das die Aktivisten protestieren wollten, eingestellt, und aus dieser Mahnwache heraus hat sich dann in der Innenstadt die weitere Aktion entwickelt“, so Bandermann. Polizeisprecher Sven Schönberg sagte, die Polizei erstatte Anzeige gegen den Verantwortlichen wegen der inkorrekten Anmeldung der Versammlung.

Er sagte aber auch, die Protestaktion sei friedlich verlaufen. Trotzdem wurde sie von der Polizei begleitet. Mehrere Polizeiautos blockierten zeitweise die Zufahrt Freistuhl. An der Kreuzung Königswall/Freistuhl war während der Aktion nur eine Spur für Autofahrer frei. Deswegen stauten sich Autos in Richtung Schwanenwall. Gegen 13 Uhr waren die Aktion und der Auto-Stau beendet.

Wie Dominik Lange, Sprecher der „Extinction Rebellion“-Ortsgruppe Dortmund, auf Anfrage sagte, sei die RWE-Hauptversammlung am Mittwoch (28.4.) der Anlass für den Protest gewesen. Die Aktion sei als „ironische Feier“ gestaltet gewesen, hieß es in einer Meldung der Ortsgruppe.

Aktivisten fordern „raschen Ausstieg aus der Kohleverstromung“

Eine Rednerin parodierte zum Beispiel einen möglichen Redebeitrag der RWE-Versammlung. Nach der Rede sangen die Aktivisten eine auf RWE umgetextete, ironische Version des Lieds „Grün, grün, grün sind alle meine Kleider“ von Kalle Klang und den Flohtönen.

Viele der Aktivisten waren grün gekleidet und forderten von RWE unter anderem den „raschen Ausstieg aus der Kohleverstromung“. © Dennis Werner © Dennis Werner

„Zu der kleinen, unangemeldeten Feier auf der Straße Freistuhl erschienen die Aktivist*innen grün gekleidet“, schreibt die Ortsgruppe. Dominik Lange kritisiert der Meldung zufolge, dass RWE bis 2038 an der Kohleverstromung festhalte und „nur 80 km entfernt für den Braunkohletagebau Garzweiler weiterhin Dörfer“ abreiße.

Die Aktivisten fordern von RWE den „raschen Ausstieg aus der Kohleverstromung und den Erhalt der Dörfer im rheinischen Braunkohlerevier“, heißt es in der Meldung.

RWE setze Kohleausstieg „verlässlich und konsequent um“

Im Sommer 2020 hat die Bundesregierung den schrittweisen Kohleausstieg bis 2038 beschlossen. RWE-Pressesprecher Guido Steffen sagte auf Anfrage, das Unternehmen setze den Ausstieg „verlässlich und konsequent um“. Es habe die letzten beiden Steinkohlenblöcke in Ibbenbüren und Hamm aus dem Regelbetrieb sowie einen Kraftwerksblock im Braunkohlerevier vom Netz genommen.

RWE investiere fünf Milliarden Euro von 2020 bis Ende 2021 in erneuerbare Energien und werde bis 2040 klimaneutral sein. Ende 2029 werde der Betrieb „zwei unserer drei Braunkohletagebaue und zwei Drittel unserer Braunkohlekraftwerke stilllegen“ und bis 2030 6000 Stellen im Rheinischen Braunkohlerevier abbauen.

Die meisten Einwohner der Erkelenzer Ortsteile im Kreis Heinsberg, die durch den Braunkohletagebau Garzweiler vom Abriss betroffen sind, seien bereits umgesiedelt. „Über 85 Prozent der Anwesen sind wir mit den bisherigen Eigentümern einig, mit weiteren rund 10 Prozent der Familien laufen Verhandlungen“, sagte Steffen.

Bereits Ende Februar fiel die Bewegung „Extinction Rebellion“ mit mehreren Protestaktionen in der Dortmunder Innenstadt auf. Damals ging es den Aktivisten unter dem Motto „Ausschwärmen statt Aussterben!“ um die Folgen des Klimawandels und das Artensterben.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
2000 in Heinsberg geboren, seit 2020 als freier Mitarbeiter bei den Ruhr Nachrichten. Ich studiere Journalistik und Politikwissenschaft in Dortmund. Mit 16 Jahren habe ich meine ersten Erfahrungen im Lokaljournalismus gemacht - und dort fühle ich mich zuhause.
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Nick Kaspers

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