Profiler beschreibt Schalla-Mörder: „Machtbewusst und unter 30 Jahre alt“

dzSchalla-Prozess

Im Schalla-Prozess hat ein Psychologe ausgesagt, der vor Jahren Parallelen zum Mord an einer anderen Schülerin untersucht hatte. Sein Urteil über sich selbst fällt heute verheerend aus.

Dortmund, Castrop-Rauxel

, 30.10.2020, 11:47 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der Diplom-Psychologe hatte im Jahr 2001 gerade promoviert, als in Dortmund-Kirchlinde die Schülerin Nina Treckmann getötet wurde. Die Staatsanwaltschaft bat den Experten daraufhin, zu untersuchen, ob die Polizei nach einem Serienmörder fahnden solle. Immerhin gab es da doch erstaunliche Parallelen zu dem damals noch ungeklärten Fall Nicole-Denise Schalla aus dem Jahr 1993.

Für den Psychologen stand seinerzeit schnell fest: Ja, beide Fälle gehören in ein und dieselbe Kategorie. Man müsse wohl von demselben Täter ausgehen.

Am Donnerstag erschien der Gutachter im Prozess gegen den Castrop-Rauxeler Ralf H. im Dortmunder Schwurgericht. H. hat Nina Treckmann nicht getötet. So viel steht fest. Am Körper der toten Nicole-Denise Schalla ist dagegen seine DNA sichergestellt worden.

„Fachliche Fehler“

Auf die Frage, wie er heute zu seinem Gutachten von 2001 steht, wurde der Experte deutlich. „Ich erkenne darin fachliche Fehler, die mir heute so hoffentlich nicht mehr unterlaufen würden“, sagte er. „Ich war damals jung und habe mich von der Annahme leiten lassen, dass es einen Serientäter gibt.“ Tatsächlich aber spreche nicht viel dafür.

Den Mörder von Nicole-Denise Schalla beschreibt der Psychologe nur noch so: „Er war zur Tatzeit sicher noch keine 30 Jahre alt und machtbewusst.“

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