Redakteurin Gaby Kolle meint, Tempo 30 wird den Wall-Anwohnern mehr Ruhe verschaffen. © Montage Martin Klose
Meinung

Pro Tempo 30: Dortmund ist den Dortmundern verpflichtet, nicht den Wall-Rowdys

Kritiker von Tempo 30 nachts auf dem Wall sollten sich nicht bei der Stadt beschweren, sondern bei den Wall-Rowdys – und sich in ihrer Empörung bremsen. Ein Meinungsbeitrag pro Tempolimit.

Tempo 30 nachts auf dem Wall ist kein Aktionismus, sondern ein legitimes Mittel, um den Wallrasern und -posern nachhaltig Einhalt zu gebieten.

Die Stadt ist ihren lärmgeplagten Anwohnern verpflichtet und nicht Rowdys auf vier Rädern, die häufig von auswärts kommen, um auf dem Wall ihre Runden zu drehen, und das manchmal auch bewusst zu schnell.

Das Problem für die Anwohner ist es, nachts nicht in den Schlaf zu kommen wegen der lauten Motorengeräusche, Hupkonzerte und Musikbeschallung. Doch wo ist das Problem für die Autofahrer, wenn sie von 21 Uhr bis 5 Uhr nur 30 km/h auf dem Wall fahren dürfen und damit nur vielleicht vier Minuten Zeit für eine ganze Runde verlieren? Wie viele Durchschnitts-Dortmunder sind dort um diese Uhrzeit normalerweise unterwegs?

Führerschein ist schneller weg

Das Argument der Kritiker, Tempo 30 mache den Auspufflärm nicht leiser und halte die Raser nicht vom Rasen ab, greift hier nicht. Die Maßnahme wird zwar mit Lärmschutz begründet, um sie rechtlich abzusichern, doch die Stoßrichtung ist eine andere: Bei Missachtung von Tempo 30 ist der Führerschein schneller weg.

Da die bisherigen, teils massiven Polizeikontrollen nicht ausgereicht haben, werden die Daumenschrauben nun fester angezogen. Irgendwann verlieren auch Raser die Lust auf den Wall, zumal dann viele keinen Führerschein mehr haben werden, sollten sie das Tempolimit missachten.

Über die Autorin
Redaktion Dortmund
Stellvertretende Leiterin der Dortmunder Stadtredaktion - Seit April 1983 Redakteurin in der Dortmunder Stadtredaktion der Ruhr Nachrichten. Dort zuständig unter anderem für Kommunalpolitik. 1981 Magisterabschluss an der Universität Bochum (Anglistik, Amerikanistik, Romanistik).
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Gaby Kolle

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