Preise für Immobilien steigen – Brechten ist aber weiter beliebt

dzWohnen in Dortmund

Ländliche Umgebung und Dorfcharakter - der Dortmunder Stadtteil Brechten erfreut sich großer Beliebtheit bei Mietern und Käufern. Trotz steigender Immobilienpreise.

von Tabea Prünte

Brechten

, 15.01.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nicht nur Mietwohnungen sind in Dortmund beliebt, auch das Kaufinteresse ist groß. Das geht aus dem Wohnungsmarktbericht der Stadt Dortmund für 2019 hervor. Insgesamt treibt das allerdings die Preise in die Höhe. Ein Gebiet verliert dadurch trotzdem nicht an Beliebtheit: der Stadtteil Brechten im Dortmunder Norden. Zwischen Eving und der angrenzenden Stadt Lünen lebt der Dortmunder Vorort von seiner ländlichen Idylle.

Ländliche Umgebung in Stadtnähe

Alte Fachwerkhäuser und die evangelische Kirche Sankt Johann Baptist prägen den Brechtener Ortskern. Brechten ist bekannt für seine ländliche Umgebung trotz unmittelbarer Stadtnähe. Denn auch in die Dortmunder Innenstadt ist es nicht weit.

Preise für Immobilien steigen – Brechten ist aber weiter beliebt

Brechten ist in ländlicher Umgebung gelegen. © Tabea Prünte

Immobilienmakler ziehen oftmals den Vergleich mit den gehobeneren Stadtteilen Dortmunds, wie Lücklemberg und Kirchhörde - zumindest was den Charakter der Stadtteile betrifft. Die Preise unterscheiden sich deutlich. Im Dortmunder Süden liegen die Mietpreise für Wohnungen laut der Onlineplattform „Wohnungsboerse“ oftmals über neun Euro pro Quadratmeter. Im nördlichen Brechten zahlen Mieter pro Quadratmeter durchschnittlich gut ein bis zwei Euro weniger.

Wohnungsangebot zu knapp

Angélique Anders, Mitarbeiterin bei Agent-Immobilien, gibt jedoch zu bedenken, dass der allgemeine Preisanstieg auch in Brechten angekommen ist. Besonders betroffen von den höheren Mietpreisen sei das Neubaugebiet Brechtener Heide, wo Mieter für einen Quadratmeter Wohnfläche mittlerweile oft mehr als 10 Euro zahlen. „Diese Entwicklung beobachten wir seit circa drei bis vier Jahren“, so Anders. Grund für steigenden Preise sei das nach wie vor knappe Wohnungsangebot.

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Trotzdem bestätigt sie den Ruf des beliebten Vororts. „Es ist ländlich und doch zentral, geprägt durch die Idylle mit Dorfcharakter“, sagt sie. „Die Infrastruktur ist sehr gut und Geschäfte zur Deckung des täglichen Bedarfs sind vorhanden.“

Brechtener schätzen den Dorfcharakter des Vororts

Die Brechtener scheinen sich wohl zu fühlen. Eine Passantin in der Nähe des Ortskerns findet: „Hier lässt es sich ruhig und schön wohnen.“ Seit ihrer Geburt, seit 1954, wohnt sie in Brechten und möchte auch nicht weg. „Ich bin eine Ureinwohnerin“, sagt sie lachend. Es ist die Lage, die sie überzeugt. „Alles, was ich brauche, ist direkt in der Nähe. Ich kann in die Stadt fahren oder im Wald spazieren gehen und die Supermärkte sind auch vor der Tür.“ Doch einen Kritikpunkt hat sie: „Nur für Jugendliche und Kinder gibt es hier nicht so viel. Das war schon immer so, ich bin hier ja auch groß geworden.“

Preise für Immobilien steigen – Brechten ist aber weiter beliebt

Brechtener schätzen den Dorfcharakter des Stadtteils. © Tabea Prünte

Ein anderer Einwohner meint, dass Wohnen in Brechten schon längst kein Geheimtipp mehr sei. „Das war‘s mal, aber mittlerweile wohnen zu viele Leute hier“, sagt er. „Es werden größere Häuser gebaut und die Mieten werden teurer. Außerdem ist die Zerstörungswut überall sichtbar. Zum Beispiel werden die Glaswände von Bushaltestellen immer wieder zerschlagen. Früher war das nicht so.“ Ein Dauerärgernis ist auch an der Evinger Straße die beschmierte Brücke über die A2.

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Negjet Malja ist ebenfalls ein mittlerweile alteingesessener Brechtener. Er wohnt seit 1997 in dem Dortmunder Vorort und „möchte das auch nicht mehr missen.“ Auch er schätzt den Dorfcharakter des Stadtteils: „Hier kennt man sich noch und hier schätzt man sich.“ Vor 23 Jahren ist er vom Borsigplatz aus nach Brechten gezogen. „Hier fühlt es sich an wie ein kleines Dörfchen, aber wie ein sehr schönes Dörfchen.“

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