Einige Präsenz-Gottesdienste in Dortmund sind bereits bis zum 31. Januar abgesagt. © Stephan Schütze
Corona-Pandemie

Präsenz-Gottesdienste: Wie denken katholische Gemeinden in Dortmund darüber?

Auch im verschärften Lockdown sind Präsenz-Gottesdienste nicht verboten. Die Evangelische Kirche in Dortmund hat sie trotzdem abgesagt, die katholischen Gemeinden sind uneins.

Bisher stehen Gottesdienste nicht als Superspreader-Ereignisse in Verdacht. Auch für sie gibt es Hygiene-Konzepte mit Abstandsregeln, Desinfektionsspendern, Lüftungsintervallen und Maximalzahl der Teilnehmer. Sie gelten trotz Verschärfung des Shutdowns als vertretbar. Und in den Augen mancher katholischen Gemeinden in Dortmund auch als notwendig.

Im Erzbistum Paderborn, zu dem Dortmund gehört, ist die Entscheidung über Präsenz-Gottesdienste Sache der Pastoralverbünde. So wird in dieser Woche in den Pastoralteams und mit den Ehrenamtlichen darüber beraten, ob Präsenz-Gottesdienste wieder aufgenommen oder weiterhin abgesagt werden sollen.

Jeder zweite katholische Pastoralverbund habe bislang an Präsenz-Gottesdiensten festgehalten, berichtet Thomas Renneke, Geschäftsführer der Katholischen Stadtkirche in Dortmund. Für die Zeit nach dem 10. Januar gebe es noch nicht bei allen eine abschließende Entscheidung.

Vermutlich würden aber die Pastoralverbünde, die Weihnachts-Gottesdienste gefeiert hätten, weiterhin Präsenz-Gottesdienste anbieten. Das waren fünf von zehn.

Kein Richtig und kein Falsch

Die Meinungen gingen innerhalb der Stadtkirche auseinander, berichtet Renneke aus den Diskussionen der letzten Tage: „Auf der einen Seite ist es eine Art von Solidarität, keine Präsenz-Gottesdienste zu feiern, doch auf der anderen Seite brauchen wir gerade in dieser Zeit mehr Seelsorge denn je. Beide Argumente haben etwas für sich. Es gibt kein Richtig und kein Falsch.“

Bei den Weihnachts-Gottesdiensten jedenfalls hätten die Hygiene-Konzepte bestens funktioniert. Selbst bei den größeren Gottesdiensten zu Weihnachten sei die maximale Zahl der zugelassenen Teilnehmer von 40 bis 60 nicht erreicht worden. Viele hätten die Streaming-Gottesdienste genutzt und nutzten sie auch jetzt.

Während die Pastoralverbünde im Süden eher an den Präsenz-Gottesdiensten festhielten, hätten sie die Pastoralverbünde im Dortmunder Westen und Scharnhorst (Husen, Kurl, Lanstrop, Kirchderne und Derne) bereits weiterhin abgesagt. Ebenso der Pastoralverbund Innenstadt-Ost.

Angebote der offenen Kirchen genutzt

Doch auch in Kirchen ohne Präsenz-Gottesdienste gebe es eine hohe Seelsorger-Präsenz, unterstreicht Renneke, „wir tauchen nicht ab. Für Menschen, die spirituell orientiert sind, ist das wichtig.“

Auch zu Weihnachten sind viele Menschen außerhalb der Gottesdienste in die Kirchen gegangen, haben die Angebote der offenen Kirchen genutzt und die Krippen besucht, ohne dass es laut katholischer Stadtkirche zu problematischen Ansammlungen gekommen sei.

Information bei den Gemeinden

Wer einen Gottesdienst besuchen möchte, dem rät Geschäftsführer Renneke, sich auf den Internetseiten der jeweiligen Gemeinden und Pastoralen Räume über das aktuell gültige Angebot zu informieren oder das Pfarrbüro anzurufen. Er selbst rechne nicht mit einer gewissen Normalität vor März, so Renneke.

Der Evangelische Kirchenkreis Dortmund ist laut Kommunikations-Chef Wolfram Scharenberg einer Empfehlung der Landeskirche in Bielefeld gefolgt und hat am Freitag (8.1.) weiterhin bis Ende Januar alle Präsenz-Gottesdienste abgesagt.

Über die Autorin
Redaktion Dortmund
Stellvertretende Leiterin der Dortmunder Stadtredaktion - Seit April 1983 Redakteurin in der Dortmunder Stadtredaktion der Ruhr Nachrichten. Dort zuständig unter anderem für Kommunalpolitik. 1981 Magisterabschluss an der Universität Bochum (Anglistik, Amerikanistik, Romanistik).
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Gaby Kolle

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