An der Möllerbrücke sind häufig Gruppen zu sehen, die nicht so wirken, als seien ihre Treffen mit den Corona-Regeln vereinbar. © Kevin Kindel (Archiv)
Corona-Schutz

Polizei erklärt, warum nicht alle verbotenen Ansammlungen geahndet werden

Die Dortmunder Parks sind zum Sommeranfang voller Menschen. Häufig sieht man auch große Gruppen zusammensitzen. Die Polizei erklärt, warum Streifenwagen manchmal einfach vorbeifahren.

Der Dortmunder Westpark ist in der Nacht zu Donnerstag (3.6.) geräumt worden, rund 1000 Platzverweise sind laut Polizei ausgesprochen worden. Ruhestörungen, Sachbeschädigungen und Körperverletzungen hat es gegeben, rund 150 Personen sind dann weiter zur Möllerbrücke gezogen.

Als die Beamten sie auch dort weggeschickt haben, wurde eine besonders betrunkene und widerspenstige Person festgenommen und zur Übernachtung in Gewahrsam genommen. Eine zweistellige Zahl an Streifenteams war laut Polizei im Einsatz.

Wenn auch nicht so umfangreich, hatte die Polizei an vielen Stellen in der Stadt mit ähnlichen Einsätzen zu tun. Am U-Turm, in Hörde, an der Brückstraße und an der Münsterstraße wurde sie zu Störern und Randalierern gerufen. Bereitschaftspolizisten und Hundeführer waren im Einsatz – mit Blick auf die Wettervorhersage hatte sich die Polizei auf einen Sondereinsatz am Abend vorbereitet.

Insgesamt sagt Sprecher Peter Bandermann mit Blick auf die gesamte Stadt aber: „Die Regeln der Corona-Schutzverordnung wurden weitgehend eingehalten.“ Wer in den vergangenen Tagen in den Parks oder an der Möllerbrücke unterwegs war, hat aber immer wieder auch große Gruppen von teils mehr als zehn Personen beisammen sitzen gesehen. Wenig erinnert da an eine weiterhin anhaltende Pandemie.

Grundsätzlich ist in den vergangenen Monaten aufgefallen, dass Polizeiwagen nicht selten direkt an solchen Gruppen vorbeikommen, sie aber offensichtlich ignorieren. Die Gruppen erfahren keine Konsequenzen.

Alle Streifenteams haben konkrete Befehle

Peter Bandermann betont dazu, dass alle Polizisten Einsatzbefehle haben. Sie haben konkrete Aufträge und seien nicht immer mit Blaulicht zu einem Einsatz unterwegs, etwa um Verdächtige nicht zu warnen.

Auch wenn ein Polizeiwagen langsam durch den Westpark fahre, könne es sein, dass die Insassen beispielsweise den Auftrag haben, nach einer vermissten Person zu suchen. Da müsse man Prioritäten setzen und könne die Einhaltung der Pandemie-Regeln nicht parallel kontrollieren.

Für das Ordnungsamt sagt Sprecher Christian Schön: „Sollten größere Ansammlungen festgestellt werden, werden diese Personengruppen, sofern notwendig, auch angesprochen.“ Die Einleitung von Bußgeldverfahren werde „mit Augenmaß“ durchgeführt. „Die Entscheidung, ob eine Gruppe tatsächlich kontrolliert wird, treffen die Einsatzkräfte letztlich, auch abhängig von der sonstigen Einsatzlage, nach eigenem pflichtgemäßen Ermessen“, so Schön.

Vernunft und Rücksicht weiterhin wichtig

Polizei und Stadt Dortmund richten weiterhin den Appell an die Bürger, Vernunft zu zeigen und aufeinander Rücksicht zu nehmen. Rücksicht auf die Anwohner der Parks, der Möllerbrücke oder des Phoenix-Sees, die nachts in Ruhe schlafen wollen. Aber auch Rücksicht aufeinander, indem weiterhin der Abstand zu anderen Menschen einzuhalten ist.

Solange Dortmunds Corona-Inzidenz nicht eine Woche lang stabil unter 50 liegt, dürfen sich nur zwei Haushalte in der Öffentlichkeit nahekommen. Immunisierte Personen – aktuell ist das etwa jeder siebte Mensch in Dortmund – werden nicht dazugezählt.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Kevin Kindel, geboren 1991 in Dortmund, seit 2009 als Journalist tätig, hat in Bremen und in Schweden Journalistik und Kommunikation studiert.
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Kevin Kindel

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