Elektroschock-Pistolen

Polizei Dortmund nutzt ab sofort Taser – vor allem in einem Stadtteil

Dortmunder Polizisten gehen ab sofort mit Elektroschock-Pistolen auf Streife. Die Taser sollen als Teil eines Pilotprojekts vor allem in einem Dortmunder Stadtteil eingesetzt werden.
Ein Polizeibeamter führt einen Taser vor. © dpa (Symbolbild)

Die Polizei Dortmund hat am Freitag (15.1.) angefangen, Taser probeweise im Wachdienst einzusetzen. Die Waffen, mit denen Elektroden verschossen werden können, die dem Ziel einen lähmenden Elektroschock versetzen, gelten als mildere Alternative zum Einsatz einer Schusswaffe.

Erprobt werden sollen die Waffen zunächst bei Einsätzen in der Nordstadt, sagte Polizeipräsident Gregor Lange bei einer Pressekonferenz. Dort komme es besonders häufig zu Fällen von Widerstand gegen die Staatsgewalt. Darunter fallen zum Beispiel Personen, die sich einer Festnahme widersetzen oder Polizisten angreifen.

Innenminister Reul zu Tasern: „Chancen, aber auch Risiken“

Die Geräte werden laut einer Mitteilung des Landesinnenministeriums „intensiv in der polizeilichen Praxis“ getestet. „Erst wenn wir ganz sicher sein können, dass sie uns wirklich nützen“, so die Mitteilung weiter, werde darüber entschieden, ob die Waffen flächendeckend in NRW eingesetzt werden sollen.

Die Vorbereitungen für das Pilotprojekt laufen laut dem Landesinnenministerium seit September 2020. Unter anderem wurden Beamte für die Verwendung der Waffen und für Erste-Hilfe-Nachsorge ausgebildet. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) schreibt in der Mitteilung, es gebe bei dem Einsatz der Elektroschock-Pistolen „sicherlich Chancen, aber auch Risiken. Hier muss gut abgewogen werden.“

Die „Taser“ – offiziell Distanzelektroimpulsgeräte genannt (Taser ist ein Markenname) – werden laut der Mitteilung von Polizisten offen getragen und seien an einer gelben Signalfarbe zu erkennen. Das soll laut Reul bereits einen Abschreckungseffekt haben und Angriffe auf Beamte verhindern.

Menschenrechtsorganisation kritisiert Taser

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International kritisiert den Einsatz von Tasern durch Polizisten. In einer Stellungnahme zur Änderung des NRW-Polizeigesetzes aus dem Jahr 2018 schreibt sie: „Aus Sicht von Amnesty International wird die Gefährlichkeit des Einsatzmittels Taser regelmäßig unterschätzt. Trotz der Einordnung als ‚nicht tödliche‘ Waffe ist ausreichend bekannt, dass der Einsatz eines Tasers schwere gesundheitliche Schäden bis hin zum Tod verursachen kann.“

Zudem sei die Hemmschwelle für den Einsatz geringer als zum Beispiel bei Schusswaffen. So habe zum Beispiel ein Pilotprojekt in den Niederlanden gezeigt, dass Taser „überwiegend in Situationen genutzt wurden, die keinen Schusswaffeneinsatz erlaubt hätten“ und dass die Waffen dort in der Mehrzahl der Fälle gegen Unbewaffnete eingesetzt wurden.

Außer in Dortmund werden die Waffen auch bei den Polizeibehörden in Düsseldorf, Gelsenkirchen und im Rhein-Erft-Kreis erprobt. Das Pilotprojekt soll mindestens 12 Monate dauern.

Der neue Lokalsport-Newsletter für Dorsten

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Dorstener Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.