Bürgerdienste in Brackel total überlastet - vier Stunden Wartezeit

dzBezirksverwaltungsstelle

Ein tägliches Chaos herrscht nicht nur bei den Bürgerdiensten in der Innenstadt, sondern auch in der Bezirksverwaltungsstelle Brackel. Die Politik will sich das nicht länger bieten lassen.

Brackel

, 15.06.2019, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Thema, das derzeit die gesamte Stadt betrifft, sind die voll ausgelasteten Bürgerdienste in der Stadt. „Termin-Wahnsinn bei den Bürgerdiensten“ haben wir vor ein paar Tagen getitelt. Das ist ein Problem, was auch die Bezirksverwaltungsstellen betrifft. Bezirksbürgermeister Karl-Heinz Czierpka berichtete in der Bezirksvertretungs-Sitzung am Donnerstag, er sei früh morgens um 7 Uhr an der Verwaltungsstelle Brackel gewesen und habe sich gefragt, warum es dort einen so großen Menschenauflauf gebe. Schließlich öffne die Dienststelle doch erst um 8 Uhr. Erst dann habe er gemerkt, dass die Menschen dort bereits so früh Schlange stehen, um überhaupt noch eine Chance zu haben, an diesem Tag vorgelassen zu werden.

Bezirksverwaltungsstellen-Leiter Dietmar Kraushaar bestätigt solche Beobachtungen. Drei bis vier Stunden Wartezeit seien keine Seltenheit.

„Die aktuelle Situation ist unzumutbar“

Die Bezirksvertretung fasste auf Antrag von Karl-Heinz Czierpka daher folgenden Beschluss: „Die Bezirksvertretung Brackel fordert den Rat der Stadt Dortmund auf, unverzüglich dafür zu sorgen, dass die Personalsituation der Bürgerdienste endlich dem Bedarf angepasst wird. Die aktuelle Situation ist unzumutbar und wird seit langem von allen Beteiligten beklagt. Es kann nicht angehen, dass die Menschen früh morgens weit vor der Öffnungszeit bereits eine Warteschlange rund ums Haus bilden. Als Krönung der Situation müssen dann schon kurz nach der Öffnung viele unverrichteter Dinge wieder nach Hause geschickt werden, weil ihr Anliegen an dem Tag nicht mehr bearbeitet werden kann. Mit der gleichen Perspektive sollen sie am nächsten Tag erneut anstehen?“

Das sei nicht länger hinnehmbar und werde sich auch durch die beabsichtigten Änderungen beim Anmeldeverfahren nicht verbessern. Bei dem großen Bedarf helfe nur eine bessere Personalausstattung. Und die müsse unverzüglich hergestellt werden. Hartmut Monecke (SPD) ergänzte süffisant: „Wenn Sie ein neues Auto kaufen, haben Sie es erst angemeldet, wenn der TüV schon längst abgelaufen ist.“ Für die Verlängerung eines Reisepasses müsse er bis August warten. Erst dann seien wieder Termine frei.

CDU: „Ein Schauantrag“

Ulf Katler (CDU) bezeichnete den Antrag als „Schauantrag“, deswegen stimmte seine Fraktion nicht zu. Es fehle schlicht an qualifiziertem Personal, und das lasse sich nicht einfach herbeischaffen. Im weiteren Verlauf der Diskussion war weiter zu hören, dass qualifizierte Mitarbeiter lieber in der freien Wirtschaft arbeiten, wo sie mehr Geld verdienen können als bei einer Stadtverwaltung. Deswegen jagen sich die Stadtverwaltungen in der gesamten Region bereits gegenseitig das Personal ab.

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