Plötzlich gekündigt: Diese Dortmunder Großpflegestelle braucht dringend einen neuen Platz

dzKinderbetreuung

Von heute auf morgen wurden einer Dortmunder Großpflegestelle die Räumlichkeiten gekündigt. Jetzt brauchen die Tageseltern einen neuen Standort –und möchten dort mehr Kinder aufnehmen.

Bövinghausen

, 05.09.2019, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der erste Schock ist verdaut. Doch er war groß, als es in der vergangenen Woche plötzlich hieß: Bis Ende November müssen die Räumlichkeiten geräumt sein. „Die Gründe des Vermieters sind vollkommen verständlich“, sagt Markus Schwetlick, der Tagesvater der Großpflegestelle. Denn aus familiären Gründen musste dieser Markus Schwetlick und Tagesmutter Annegret Knapp kündigen.

Trotzdem: „Wir haben damit nicht gerechnet, es kam sehr überraschend“, sagt Schwetlick. Und die Kündigung stellt die Tageseltern vor eine große Herausforderung: Sie müssen schnellstmöglich einen neuen Standort für sich und die sieben Kinder finden, die sie betreuen.

Genehmigung kann ein halbes Jahr dauern

Denn bei vielen Standorten muss es zunächst eine Nutzungsänderung geben, bevor eine Großpflegestelle einziehen kann. „Und bis man die hat, können auch schon mal drei bis sechs Monate vergehen“, sagt Markus Schwetlick. Deshalb suchen die Tageseltern der Kinder-Oase an der Bockenfelder Straße in Bövinghausen mit Hochdruck nach neuen Räumlichkeiten.

„Am liebsten wäre es uns, hier in der Nähe zu bleiben“, sagt Schwetlick. Lütgendortmund, Bövinghausen, Westrich oder Kirchlinde wären ideale Alternativstandorte. So wäre es für die jetzigen Tageskinder vollkommen unproblematisch, mit umzuziehen. „Bis jetzt möchten auch alle Eltern bei uns bleiben“, erzählt Markus Schwetlick. „Wir hoffen, dass das so bleibt, sonst wird es natürlich dramatisch.“

Der Bedarf muss da sein

Auch für den Umzug selbst haben die Eltern bereits ihre Hilfe angeboten - und hoffen ebenfalls, dass die Pflegestelle in der Nähe bleibt. „Manche haben kein Auto - da fahren wir die Kinder hin und her“, erklärt Schwetlick. „Das bieten wir auch gerne an.“ Dennoch wäre eine neue Pflegestelle im Umkreis der alten die beste Lösung.

Schließlich sei hier der Bedarf da. Anderswo, beispielsweise im Dortmunder Süden, sehe das anders aus. Dort gibt es bereits einige Großpflegestellen und Kitas. „Wir müssten uns Sorgen machen, wenn dann unsere Kinder nach und nach gehen, ob überhaupt welche nachkommen“, sagt Markus Schwetlick.

Die Kinder-Oase gibt es seit zwei Jahren

Vor zwei Jahren hat er seine Arbeit in einem Steuerbüro aufgegeben und gemeinsam mit Annegret Knapp die Großpflegestelle eröffnet. „Das evangelische Bildungswerk hatte uns angefragt und diese Räumlichkeiten angeboten“, sagt Schwetlick. „Und wir kamen hier rein und haben uns sofort wohlgefühlt“, ergänzt Annegret Knapp, die schon seit 2011 als Tagesmutter arbeitet.

Ein ähnliches Gefühl des Ankommens wünschen sie sich auch für die neuen Räumlichkeiten. „Wir hätten gerne mindestens 72 Quadratmeter, dann dürften wir sogar neun Kinder betreuen“, erklärt Annegret Knapp. Vier Räume - einen zum Schlafen, einen zum Spielen, eine Küche und ein Badezimmer - benötigen die Tageseltern, um die Kinder betreuen zu können.

Silke Hillesheim: „Wir brauchen den Platz“

Dass es möglichst nahtlos mit der Betreuung weitergeht, hofft auch Silke Hillesheim. Ihre Tochter Zoe besucht die Großpflegestelle seit Dezember 2018. „Wir haben keine Alternative und ich weiß auch nicht, ob ich die Nerven habe, eine zu suchen“, sagt sie. Es sei schwer genug gewesen, den Platz in der Kinder-Oase zu finden.

„Das war unsere einzige Möglichkeit. Wir brauchen den Platz, schließlich sind wir berufstätig“, sagt Silke Hillesheim. Zudem fühlt sich Zoe bei Markus Schwetlick und Annegret Knapp pudelwohl. „Es wird ja schon eine Umstellung mit dem neuen Standort, da soll sie sich nicht noch an neue Kinder und Bezugspersonen gewöhnen müssen.“ Bei einer Elternversammlung in den kommenden Wochen werden die Eltern über die nächsten Schritte informiert.

„Wenn es hart auf hart kommt, können wir kurzfristig nach Mengede in einen ehemaligen Kindergarten umziehen“, sagt Markus Schwetlick. „Aber wir brauchen dringen eine dauerhafte Lösung.“

Kinder-Oase

So können Sie helfen

  • Zu erreichen ist die Kinder-Großpflegestelle Kinder-Oase unter Tel. (0231) 18 83 05 11.
  • Wer eine passende Immobilie zur Miete anzubieten hat, kann sich unter dieser Nummer bei Markus Schwetlick und Annegret Knapp melden.
  • Wichtig ist, dass sich das Objekt im Erdgeschoss befindet und im Idealfall einen Außenbereich hat.
  • Mögliche weitere Mieter im selben Objekt müssen mit der Kinderbetreuung einverstanden sein.
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