Plakat gegen die Ansiedlung eines Reitvereines hängt immer noch an der Stockumer Straße

dzRettet die Bolmke

Eigentlich ist alles klar. Die Stadt Dortmund hat im Februar von dem Plan Abstand genommen, in der Bolmke einen Reiterverein anzusiedeln. Doch die „Allianz für die Bolmke“ wartet noch ab.

Hombruch

, 25.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Es ist schon eine Seltenheit, dass ein Projekt, bei dem die Naturschutzverbände BUND, NABU, AGRAD und die Naturfreunde Kreuzviertel an einem Strang ziehen und sich gegen einen Plan der Stadt zu Wehr setzten, am Ende als Sieger vom Feld gehen.

Vielleicht lag es auch ein bisschen mit daran, dass es Unterstützung von den in der Bolmke beheimateten Gartenvereine Goldener Erntekranz und dem Heideblick gab. Und da war dann ja auch noch die Bezirksvertretung Hombruch, die ebenfalls ihr Votum gegen die geplante Verlegung des Reitervereines von der Westfalenhalle an die Bolmke gegeben hat.

Also, alles in trockenen Tüchern, oder? Also kann das große Plakat, auf der die „Allianz für die Bolmke“ fordert, das Naherholungsgebiet zu retten, eigentlich verschwinden. Denn seit Anfang Februar hat sich auch die Stadt Dortmund offiziell von der Idee eines Reitervereins in der Bolmke verabschiedet (unsere Redaktion berichtete).

Warten auf die Sitzung im Rat der Stadt Dortmund

„Wir wollen erst noch die Sitzung des Rates der Stadt Dortmund am 23. Mai abwarten. Dort soll die Entscheidung gegen den Reiterverein an der Bolmke offiziell beschlossen werden“, sagt Olaf Greve. Der ist Mitglied bei den Naturfreunden Dortmund Kreuzstraße und hatte sich von Beginn an gegen die Verlagerung des Reitervereins an die Bolmke positioniert und auch im Internet eine Petition ins Leben gerufen, bei der User gegen das Projekt unterschreiben können. 1.118 Unterstützer haben hier bereits unterschrieben und teilweise auch kommentiert.

„Ich bin Anwohnerin und nutze die Bolmke als Naherholungsgebiet“, war dort zu lesen oder auch „Ich liebe die Bolmke, wenn ich auch seit der letzten großen Baumschlachtaktion nicht mehr dort war; ich mag die Stümpfe (oder freien Stellen?) nicht sehen :-( . Nun ist also ein weiterer und besonders wahnwitziger Schritt hin zur Zerstörung dieses schönen und in jeder Hinsicht (Flora, Fauna, Ökologie, Anwohner) so wichtigen Wald- und Grüngebiets geplant. In dieser Stadt läuft was ganz entschieden falsch und das macht mich traurig und wütend!“.

Aber die „Zerstörung“ scheint ja nun abgewendet, warum also noch das Plakat?

„Wir haben im Moment die Situation, dass die BV-Hombruch den Vorschlag der Naturfreunde und der „Allianz für die Bolmke“ beschlossen hat“, sagt Greve. Und der sieht vor, dass die Bolmke Landschaftsschutzgebiet wird und dass der Flächennutzungsplan geändert und der Bebauungsplan aufgehoben wird.

Eine dauerhafte ökologische Landnutzung

„Das Gebiet soll dann dauerhaft der ökologischen Landnutzung zur Verfügung gestellt werden“, sagt Greve. Und darum gehe es noch, darum kämpfe man noch. „Wir selbst haben das Plakat auch zumindest schon im Kopf geändert, dass wir gesagt haben, dass es eine andere Headline bekommen müsste“, sagt Greve. So soll aus „Kein Reiterverein zur Bolmke“ , „Sicherung des Landschaftsschutzgebietes Bolmke“ werden. Geeinigt hatte sich die Allianz der Naturschutzverbände und Gartenvereine in einer Infositzung in der Kleingartenanlage Goldener Erntekranz. „Das muss unsere neue Botschaft sein. Keine Bebauung in der Bolmke und Sicherung des Landschaftsschutzgebietes und eben den ökologischen Landbau sichern“, sagt Greve.

Dementsprechend werde auch die Online-Petition angepasst. „Und spätestens, wenn der Rat im Mai beschlossen hat, den Reiterverein nicht an der Bolmke anzusiedeln, dann ist das alte Plakat auch weg“, sagt Greve. Man sei bisher sehr zufrieden mit dem Ergebnis, es sei alles super gelaufen. „Wir hoffen jetzt, dass der Reiterverein einen vernünftigen anderen Standort findet“, sagt Greve und betont: „Wir haben ja nichts gegen den Reiterverein, sondern gegen die Zerstörung einer bedeutsamen Fläche.“ Und vielleicht hängt ja bald ein neues Plakat an der Stockumer Straße.

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