Pizzeria Pinocchio kämpft nach Umzug mit Corona-Folgen

dzCorona-Krise

Die Pizzeria Pinocchio zog im April in den neuen Pavillon an der Gevelsbergstraße – mitten in der Corona-Krise. Der Inhaber kämpft für die Miete, für seinen Umzug hatte er andere Pläne.

von Alexandra Wachelau

Schüren

, 23.07.2020, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Von der „Neuen Mitte in Schüren“ ist noch nicht viel zu sehen. Bagger fahren über das Brachland, auf dem ein Gesundheits- und Einkaufszentrum entstehen soll. Ganz am Rand der Fläche: die Pizzeria Pinocchio. Sie ist zusammen mit der SB-Filiale der Sparkasse in die zwei neuen Pavillons an der Gevelsbergstraße 35 gezogen.

Top-Lage, die einiges an Potential hat

Das war im Frühjahr. „Ende April hatten wir unsere Neueröffnung geplant“, sagt Inhaber Mehmet Sait Ucar etwas wehmütig. Das Coronavirus hat dieses Vorhaben vereitelt.

Jetzt lesen

Eigentlich wollte Ucar zusammen mit dem Umzug sein Konzept verändern: „Wir möchten in Zukunft mehr Gegrilltes anbieten, türkische Hähnchen- und Lammspieße zum Beispiel“, sagt er. Auch von einen größeren Ofen träumen er und sein Team.

Mehmet Sait Ucar hat sich auf den neuen Standpunkt gefreut. Nun muss er bei fünffacher Miete mit den Corona-Folgen kämpfen.

Mehmet Sait Ucar hat sich auf den neuen Standpunkt gefreut. Nun muss er bei fünffacher Miete mit den Corona-Folgen kämpfen. © Alexandra Wachelau

Doch momentan bleibt sein Angebot so, wie es seine Kunden noch von der Markscheiderstraße kennen. „Wir müssen es ruhig angehen lassen“, sagt er. Um keine Stammkunden zu verlieren – und den neuen Standort zu etablieren.

Die große Terrasse ist noch leer. Der Inhaber hofft auf mehr Kundschaft an seinem neuen Standort.

Die große Terrasse ist noch leer. Der Inhaber hofft auf mehr Kundschaft an seinem neuen Standort. © Alexandra Wachelau

Seit 17 Jahren führt Ucar die Pizzeria bereits. Auf den Umzug hat er sich eigentlich gefreut. „Die Lage ist top“, sagt er. Hinter seinem neu gebauten Pavillon wird der Eingang des neuen Zentrums entstehen, theoretisch könnten Besucher durch das Lokal durchgehen, um vor dem Shoppen noch etwas zu essen.

Jetzt lesen

Vor dem Lokal hat Ucar nun eine große Terrasse, auf der alte Bäume Schatten spenden – sie wurden vom Abriss verschont.

Fünffache Miete, doch die Gäste bleiben aus

Doch die jetzige Baustelle ist kein Besuchermagnet. Das Coronavirus macht dem Gastronom allerdings mehr Sorgen als die Baustelle – wie vielen anderen auch. Mehmet Sait Ucar hat viele Bekannte, die ebenfalls in der Gastronomie arbeiten. „Einige mussten schon schließen“, berichtet er.

Hinter den Pavillons soll ein Einkaufszentrum entstehen. Bis hier Besucher shoppen können, wird es allerdings noch etwas dauern.

Hinter den Pavillons soll ein Einkaufszentrum entstehen. Bis hier Besucher shoppen können, wird es allerdings noch etwas dauern. © Alexandra Wachelau

Durch die fehlende Neueröffnung blieben auch die erhofften neuen Kunden aus. „Wir zahlen die fünffache Miete, aber seit vier Monaten haben wir kaum Kundschaft“, sagt er.

Jetzt lesen

Ucar kann es den Kunden jedoch nicht verdenken: Er bemerkt, dass viele noch Angst vor Ansteckung haben, es fehle für den spontanen Besuch bei der Pizzeria an Unbeschwertheit.

Jetzt lesen

Trotzdem bleibt der Inhaber positiv gestimmt. „Ich kann es mir auch nicht anders leisten“, sagt er. Er hat sich während der Corona-Krise auf Lieferando angemeldet und hofft, sich mit der Lieferdienst-App solange über Wasser halten zu können. Bis dahin wartet er: auf das Baustellen-Ende und neue Kunden.

Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt