Hilferuf der Physiotherapeuten: 60 Prozent der Patienten kommen wegen Corona gar nicht mehr

dzCoronavirus

Die Branche ist systemrelevant, aber in der Corona-Krise fehlen die Patienten. Doppelt schlimm ist es, wenn die Physiotherapeuten neu im Geschäft sind und keine Rücklagen haben. Ein Dortmunder Beispiel.

Eving

, 26.03.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Svenia Bohemann und Tim El Ashmawy haben erst am 2. März ihre Physiotherapiepraxis „Glück Auf“ im Pued an der Deutschen Straße in Eving eröffnet. Für die Einrichtung haben sie einen Kredit aufgenommen, der nun zurückgezahlt werden will.

Nun schlägt ihnen die Corona-Krise voll ins Kontor: In diesen Tagen seien teils „60 Prozent meiner Patienten weggeblieben“, sagt Svenia Bohemann. Viele von ihnen sind ältere Menschen, die natürlich momentan Angst hätten, einen solchen Therapie-Termin außer Haus wahrzunehmen.

Existenzproblem droht langfristig

Für die beiden Praxis-Inhaber könne das langfristig zum Existenzproblem werden, obwohl ihre Praxis weiter geöffnet hat: Physiotherapeuten sind systemrelevant. Das heißt, sie gehören zum Kern der Gesundheitsversorgung wie Krankenhäuser, Ärzte und Apotheker auch.

Jetzt lesen

Sie dürfen – und müssen – weiterhin Patienten behandeln. Aber genau darin liegt die Krux. Mit einer finanziellen Hilfe rechne sie nicht vor dem 20. April, sagt Svenia Bohemann

Auch der Deutsche Verband der Physiotherapie fordert mittlerweile finanzielle Soforthilfen von der Gesetzlichen Krankenversicherung in Form von Ausgleichszahlungen. Für die Krankenkassen sei das ein Nullsummenspiel, weil ja andererseits physiotherapeutische Leistungen, die sie sonst bezahlen müssten, wegfallen.

Jetzt lesen

Lesen Sie jetzt