Philharmoniker sollen CDs produzieren

Vorschlag der CDU

Die CDU-Fraktion schlägt vor, die Konzerte der Philharmoniker mitzuschneiden und den Besuchern am selben Abend zum Kauf anzubieten – bleibende Erinnerung für die Besucher, außerdem eine zusätzliche Einnahmequelle. Ein Risiko gibt es allerdings:

DORTMUND

von Von Tillmann Abegg

, 19.01.2011, 08:01 Uhr / Lesedauer: 1 min
Als würden die CDs direkt mit den Tönen aus den Tasten steigen: Generalmusikdirektor Jac van Steen findet die Idee, die Konzerte der Philharmoniker nach dr Aufführung auf CD zu verkaufen, "hervorragend".

Als würden die CDs direkt mit den Tönen aus den Tasten steigen: Generalmusikdirektor Jac van Steen findet die Idee, die Konzerte der Philharmoniker nach dr Aufführung auf CD zu verkaufen, "hervorragend".

Einige Voraussetzungen sind laut CDU schon vorhanden: Das Konzerthaus verfüge schließlich schon über "die technische Einrichtung, Konzerte live aufzunehmen", teilt Ratsherr Jürgen Eigenbrod mit. Für die schnelle Vervielfältigung direkt nach dem Konzert rechnet die CDU mit rund 10.000 Euro – auch das wäre akzeptabel.

Generalmusikdirektor Jac van Steen findet die Idee "hervorragend". Allerdings warnt er vor überstürztem Handeln. Das Orchester spiele auf höchstem Niveau – daher müsse auch die Qualität der Aufnahmen entsprechend sein. Das sei in erster Linie eine Frage der Technik: "Bei einer Live-Aufnahme kann man einen kleinen Spielfehler verschmerzen, wenn das Spiel dafür musikalisch stark ist", sagt van Steen. Eine minderwertige Aufnahme-Qualität dagegen sei heutzutage nur schwer zu entschuldigen, weil die meisten Hörer an technisch perfekte Studio-Produktionen gewöhnt seien. Auch ein guter Tonmeister sei Pflicht: "Der muss übersetzen, was ich mit dem Orchester mache. Wenn er zum Beispiel eigenmächtig entscheidet, das Holz etwas voller zu machen", also die Holzbläsern lauter zu stellen, "dann ist es nicht mehr meine Musik."

Wenn die Technik stimme, unterstütze er der Vorschlag nach Kräften, sagt van Steen. "Das wäre toll fürs Publikum. Und die Philharmoniker würden so noch stärker in Dortmund verankert."

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