Pfefferspray-Alarm: 15-jähriger Schüler kommt mit einer Ermahnung davon

dzErmittlungen eingestellt

Dem 15-jährigen Schüler, der Ende 2019 mit Pfefferspray einen Feuerwehr-Großeinsatz an einem Gymnasium ausgelöst hat, bleibt eine Anklage erspart. Die Staatsanwaltschaft erklärt die Gründe.

Kirchlinde

, 07.05.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Nach rund fünf Monaten ist der Pfefferspray-Fall, der sich Ende 2019 am Kirchlinder Bert-Brecht-Gymnasium ereignete, abgeschlossen. Der Täter, ein 15-jähriger Schüler, kommt strafrechtlich mit einem blauen Auge davon.

Der Gymnasiast hatte am 9. Dezember in einem Flur der Schule mit Pfefferspray gesprüht. Die Folge war ein Großeinsatz von Polizei, Feuerwehr und Rettungskräften. Knapp 80 Schüler und Lehrer ließen sich vor Ort untersuchen, fünf Kinder kamen kurzzeitig ins Krankenhaus.

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„Wir haben das Verfahren am 23. April nach Paragraf 45, Absatz 1 des Jugendgerichtsgesetzes eingestellt“, berichtet Staatsanwalt Henner Kruse auf Anfrage dieser Redaktion. Man habe dem Schüler gegenüber eine Ermahnung ausgesprochen und gleichzeitig auf eine Anklage verzichtet.

„Schüler hat nicht in Absicht gehandelt“

Der Junge sei bislang strafrechtlich nicht in Erscheinung getreten, geständig gewesen und habe Reue gezeigt, zählt der Staatsanwalt Gründe für das milde Urteil auf. „Er hat beteuert, nicht in Absicht gehandelt, sondern aus Versehen den Auslöser der Pfefferspray-Dose betätigt zu haben.“ Zudem sei niemand ernsthaft verletzt worden.

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Strafrechtlich habe sich der Schüler durchaus schuldig gemacht, der Vorwurf laute aber nicht vorsätzliche, sondern fahrlässige Körperverletzung, so Kruse. In einem Wiederholungsfall habe er eine Anklage zu erwarten.

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