„Pfarrhaus-Bande“: Urteil gegen mutmaßliche Mittäterin lässt aufhorchen

dzLandgericht Bochum

Im Prozess um die Pfarrhaus-Einbrüche in Haltern, Dortmund und Castrop-Rauxel ist aus Duisburg eine „juristische Duftmarke“ nach Bochum geweht – eine mutmaßliche Mittäterin wurde verurteilt.

Bochum/Dortmund/Haltern/Castrop-Rauxel

, 09.01.2020, 16:06 Uhr / Lesedauer: 1 min

Im Prozess gegen die drei mutmaßlichen Mitglieder einer Profi-Einbrecherbande, die auch in Pfarrhäusern in Dortmund, Haltern und Castrop-Rauxel auf Beutezug gegangen sein soll, hat ein aktuelles Urteil aus Duisburg aufhorchen lassen: Wie bekannt wurde, hat das Landgericht Duisburg nämlich eine mutmaßliche Mittäterin (23) der drei Bochumer Angeklagten zuletzt zu sieben Jahren Haft verurteilt. Und das für „nur“ eine einzige Tat aus der Serie von insgesamt 32 Taten, die seit Februar 2019 vor dem Bochumer Landgericht verhandelt werden.

Das Duisburger Urteil betrifft exakt den Fall, der auch in Bochum zuletzt immer wieder im Mittelpunkt stand: Der brutale Raubüberfall auf eine Hausbesitzerin (84) in Mülheim an der Ruhr am 11. September 2017.

Die Bochumer Staatsanwaltschaft hat bereits zweimal Gefängnisstrafen von bis zu zwölf Jahren gegen die drei Angeklagten beantragt, die Verteidiger hatten bei dem Mülheimer Fall zuletzt immer neue Beweisanträge gestellt.

Die Anklägerin sieht die drei Angeklagten neben dem Mülheimer Fall in mindestens zwölf, sechs bzw. fünf Fällen als sicher überführt an. Dazu gehören auch Einbrüche in Pfarrhäuser in Dortmund (St. Urbanus) und Castrop-Rauxel (St. Lambertus).

Im Fall des Überfalls auf Pater James in St. Sixtus in Haltern reichen die Beweise dagegen wohl nicht aus. Der Prozess wird am 10. Januar fortgesetzt.

Lesen Sie jetzt