Pastor Norbert Appel verlässt nach einem Jahrzehnt die Gemeinde in Hörde

dzPastoralverbund Am Phoenixsee

Ein markantes Gesicht verabschiedet sich nach zehn Jahren in der Gemeinde aus Hörde. Pfarrer Norbert Appel feiert seinen Abschiedsgottesdienst und wechselt in eine neue Gemeinde.

von Rüdiger Barz

Hörde

, 24.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Ein Jahrzehnt lang gehörte Norbert Appel zum Pastoral-Team des katholischen Pastoralverbundes Am Phoenixsee. Seinen Abschiedsgottesdienst feiert er am 28. April (Sonntag) um 11.30 Uhr in der Kirche St. Clara in Hörde. Die Gründe für seinen Abschied will er nicht an die große Glocke hängen, für ihn geht es in Wetter weiter. Dafür lobt er die Menschen in Hörde.

Hatten Sie eigentlich schon immer den Wunsch, Priester zu werden?

Nein, Priester wollte ich in jungen Jahren nicht werden. Der damalige Pfarrer war relativ alt, da hatte ich keinen rechten Bezug zu. Ich konnte jedoch schon immer gut mit Geld umgehen, war sehr penibel was das anging. Mein damaliger Berufswunsch war der des Bankkaufmanns. Erst durch meine Jugendarbeit in der Gemeinde und durch Gespräche im Bibelkreis – das Lesen der Bibel war mir wichtig - reifte der Gedanke. Ich erinnere mich noch gut, eine Frau aus der Gemeinde hat mich angesprochen und gefragt: „Was willst du werden – Bankkaufmann? Das passt nicht zu dir, du solltest Pastor werden.“ Dadurch kam alles ins Rollen - das war Januar 1975.

Pastor Norbert Appel verlässt nach einem Jahrzehnt die Gemeinde in Hörde

Die Haare sind heute deutlich kürzer, dafür ist in den Jahren ein markanter Bart hinzugekommen. Dieses Foto zeigt Norbert Appel circa 1973. © Rüdiger Barz (Repro)

Gab es Bedenken zu solch einem großen Schritt?

Ja, wenn du als Jugendlicher mit einem Mädchen – Monika hieß sie - befreundet bist, du durchaus Fantasien zur Gründung einer Familie und eigenen Kindern spinnst. Ja, es gab Bedenken, das alles aufzugeben. Der Schritt Priester zu werden, ist eine ganz schöne Wende im Leben. Es war schwer. Ein wirkliches Ringen mit mir selbst, aber diesen Weg kann man nur selber gehen. Selbst ein besuchter Kurs in Paderborn hat mir am Anfang nicht wirklich geholfen. Doch letztlich, nach Monaten der Abwägung, war es die richtige Entscheidung. Aber man muss sich dieses Leben jeden Tag neu erarbeiten.

Was war das Besondere an Hörde?
Hörde ist der Pott, die Menschen hier sind etwas Besonderes: Sie sind ehrlich und direkt. Markant waren immer die Fronleichnam-Prozessionen. Wenn man mit den Gläubigen einen Pilgerweg geht. Doch auch, und das ist vielleicht etwas Hörde-typisches, die vielen Gespräche auf der Straße. Man bleibt einfach stehen und redet. Das Priesteramt ist ja mehr als ein Gottesdienst. Glaube ist Beziehungsgeschehen. Es ist Kommunikation und sich um Menschen bemühen. Das ist es auch, was mir Freude bereitet.

Gab es Schattenseiten?
Ja, durchaus. Das Schwierigste im Leben eines Priester sind Beisetzungen von Kindern. Das kostet richtig Kraft, das geht auch an mir nicht spurlos vorüber.

Und zum Berufsbild gehört auch die leidige Bürokratie. Sie ist in vielen Fällen anstrengend und langatmig.

Gibt es einen Nachfolger und was können sie ihm mit auf den Weg geben?

Ja, es wird einen Nachfolger geben. Ihm wünsche ich stets offene Ohren und ein offenes Herz.

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