Bushaltestellen wie diese könnten eine wichtige ökologische Aufgabe bekommen. © Stephan Schütze (Archiv)
Umweltschutz

Partei fordert Umbau von Bushaltestellen für den Umweltschutz

Andere Städte haben die „Bee-Stops“ bereits eingeführt. Jetzt sollen diese Orte auch in Dortmund entstehen. Sebastian Everding von der Tierschutzpartei erklärt die positiven Effekte.

Bei den Kommunalwahlen im September ist die Tierschutzpartei mit einem Sitz zum ersten Mal in den Rat der Stadt Dortmund gewählt worden. Jetzt will die Partei ihre erste Idee umsetzen: Sogenannte „Bee-Stops“ sollen an Bushaltestellen eingerichtet werden, um Wildbienen Nistplätze und Nahrungspflanzen zu bieten. Das habe nicht nur positive Auswirkungen für die Insekten, sondern auch für die Umwelt.

Utrecht und Leipzig als Vorreiter

Die Dächer von Bushalten sollen bepflanzt werden. Wetterbeständige Pflanzen wie zum Beispiel Sukkulenten oder Mauerpfeffer eignen sich dafür besonders gut, sie bieten den Wildbienen Nektar und kommen gut mit Hitze und Trockenheit zurecht. Die Bepflanzungen bestehen aus mehreren Schichten mit einer Regenwasser-Speicherschicht.

Das Modell bewährt sich bereits in anderen Städten. Die niederländische Stadt Utrecht hat den Anfang gemacht und über 300 Bushaltestellendächer bepflanzt. In Leipzig findet man bereits mehr als 800 bepflanzte ÖPNV-Haltestellen.

Auch in Hamm gibt es bereits ersten bepflanzte Bushaltestellen.
Auch in Hamm gibt es bereits ersten bepflanzte Bushaltestellen. © Sebastian Everding © Sebastian Everding

Die Tierschutzpartei möchte die Idee nun bei DSW21 anregen. Nach und nach müssen in Dortmund immer wieder Haltestellen erneuert werden. In dem Zuge könnte man bei den Umbaumaßnahmen auch gleich die Dächer bepflanzen, heißt es von der Partei.

Sebastian Everding schätzt, dass die Bepflanzungen um die 500 Euro mehr kosten könnten, sieht aber positive Faktoren: „Bienen spielen eine entscheidende Rolle in unseren Ökosystemen. Sie filtern Luft und nehmen Feinstaub auf, tragen also damit viel zum städtischen Klima bei.“

„Bee-Stops“ für mehr Umwelt- und Artenschutz

Dazu kommt, dass mehr bepflanzte Flächen zum Artenschutz beitragen. Rund 300 der 560 heimischen Wildbienenarten sind vom Aussterben bedroht. „Wildbienen sind meist allein lebend und haben sehr spezifische Ansprüche an ihren Lebensraum; also an Nistplatz und Nahrungspflanzen“, erklärt Everding.

Prachtvolle Blumenkübel, die man gelegentlich in der Stadt finden kann, dienen mehr der Optik als dem Mehrwert für Bienen. Die robusten Pflanzen auf Bushaltestellendächern blühen zwar weniger, enthalten dafür aber wichtigen Nektar für die Bienen.

„Wir sind in der Kommunalpolitik erst am Anfang, aber wir versuchen auch jetzt schon sachbezogen Vorschläge zu machen. Die Bee-Stops sind eigentlich eine simple Idee, wo viele vielleicht gar nicht dran denken. Deshalb möchten wir in der Politik solche Denkanstöße geben“, berichtet Everding.

Vor Insektenschwärmen und Bienenstichen sollten Wartende an den Bushaltestellen aber keine Angst haben. Bienen sind in der Regel nicht in großen Schwärmen unterwegs und rund 90 Prozent der Wildbienenarten stechen nicht.

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