Parkgebühren in Dortmund sollen steigen - zum ersten Mal seit 20 Jahren

dzParken in Dortmund

Sind die Parkpreise in der City zu niedrig? Ja, sagen die Grünen und drängen auf eine Anhebung. Die Stadt sieht das offenbar ähnlich – und bereitet nach mehr als 20 Jahren eine Erhöhung vor.

Dortmund

, 23.01.2020, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

NRW-Städte wie Essen, Köln und Düsseldorf haben es vorgemacht: Um den Autoverkehr in ihren Innenstädten zu reduzieren und Autofahrer zum Umsteigen zu bewegen, haben sie beschlossen, ihre Parkgebühren teils drastisch anzuheben. „In Dortmund allerdings findet sich für diesen Schritt nach wie vor keine Mehrheit“, kritisiert Ingrid Reuter, Fraktionssprecherin der Grünen.

Es sei absurd: Die Tickets für Bus und Stadtbahn seien kontinuierlich gestiegen – die Preise für Tickets an den Parkscheinautomaten hingegen „seit mehr als 20 Jahren eingefroren“.

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Tatsächlich hat die Stadt die Tarife für ihre insgesamt rund 5000 öffentlichen Stellplätze in Dortmund „seit mindestens 1997 nicht mehr erhöht“, wie Verwaltungssprecher Christian Schön auf Anfrage bestätigt.

Eine Stunde parken: billiger als die Kurzstrecke mit der Stadtbahn

Wer innerhalb des Wallrings ein Parkticket zieht, zahlt 1,50 Euro für jede Stunde. In den Vororten sogar nur 50 Cent. Zum Vergleich: Das Ticket für eine einfache Kurzstreckenfahrt mit der Stadtbahn kostet 1,70 Euro.

Wer etwa an der Haltestelle Von-der-Tann-Straße in der östlichen Innenstadt die Bahn in die City bis Kampstraße nimmt, ist mit 2,90 Euro dabei. Hin und zurück sind es dann 5,80 Euro. Damit lässt sich ein Auto an der Parkuhr fast vier Stunden lang abstellen.

Das heißt: Wer mit dem Wagen kommt, ist teilweise billiger dran als mit der Stadtbahn. „Wie auf diese Weise der Anreiz geschaffen werden soll, bei Fahrten in die Innenstadt auf den ÖPNV umzusteigen, ist uns ein Rätsel“, sagt Reuter.

Verwaltung will Tarife an Parkuhren "anpassen"

Die Forderung der Grünen, die Parkpreise auf den oberirdischen Stellplätzen um 30 Cent pro Stunde zu erhöhen, ist bei den jüngsten Haushaltsberatungen für 2020/2021 erneut unter die Räder gekommen und fand im Rat keine Mehrheit.

Das soll sich bald ändern. Im Zuge der Diskussionen um die „emissionsfreie Innenstadt“ gehen die Verkehrsplaner in der Verwaltung nun auch den Knackpunkt „Parken“ an: Die Tarife sollen steigen. Wie die Stadt auf Anfrage bestätigt, werde das Thema zurzeit im Konzept „Ruhender Verkehr und öffentlicher Raum“ bearbeitet, einem von mehreren Bausteinen im großen „Masterplan Mobilität 2030“.

In dem Teilkonzept werde eine „Tarifanpassung thematisiert“, teilt die Verwaltung mit. Voraussichtlich 2021 (also nach der Kommunalwahl im Herbst 2020) soll es in der Öffentlichkeit und den politischen Gremien diskutiert werden.

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Wie stark die Stadt an der Preisschraube drehen möchte, um den gewünschten Effekt zu erzielen und mehr Autofahrer in die Stadtbahn zu locken, lässt sie vorläufig offen. Ebenso, ob parallel dazu die Zahl der öffentlichen Stellplätze verringert werden soll.

Stadt kann auch Preise in Tiefgaragen von Dopark festlegen

Die Einnahmen aus den Parkautomaten, obschon in Millionenhöhe, sollen bei den Überlegungen nicht die dominierende Rolle spielen: Sie sind zuletzt kontinuierlich gesunken - von gut 4 Millionen Euro in 2017 auf 3,99 Millionen Euro in 2018 und 3,8 Millionen Euro in 2019.

Neben den Stellplätzen mit Parkschein könnte die Stadt auch die Tiefgaragen von Dopark in den Fokus nehmen: Gut 2500 Plätze bietet Dopark in den sechs Innenstadt-Tiefgaragen an, die nach Angaben von Geschäftsführer Simon Kinz jährlich von rund 1,1 Millionen Autos angesteuert werden.

Auch auf diese Plätze hat die Stadt (bzw. der Rat) ein Zugriffsrecht. Die jüngste Preisrunde datiert aus 2019. Moderat fallen die Tarife immer noch aus: Für die fünf City-Tiefgaragen Hansaplatz, Rathaus, Stadttheater, Konzerthaus und Westentor fallen für die erste Stunde jeweils 1,70 Euro an, für zwei Stunden 3,20 Euro und für drei Stunden 4,30 Euro.

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