Park-Chaos im Kreuzviertel wird immer schlimmer – Schwerpunktkontrollen angekündigt

dzFalschparker

Die Parksituation im Kreuzviertel ist katastrophal. Seit Jahren versuchen die Anwohner mit der Stadt eine Lösung zu finden – doch es geht einfach nicht voran. Woran liegt das?

Kreuzviertel

, 27.11.2019, 13:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit 35 Jahren wohnt Karl Reiner Schmidt im Kreuzviertel. Und was die problematische Parksituation im Quartier angeht, ist der Senior einiges gewohnt, wie er sagt. Aber: „In den vergangenen Jahren kommt es mir vor, als wenn die ganze Sache sich nur noch weiter verschärft hätte.“

Erst vor wenigen Tagen hat Schmidt das Ordnungsamt erneut kontaktiert, auf kreuz und quer abgestellte Autos vor der Haustür hingewiesen. „Passiert ist nichts. Nun, fast nichts. Nach zwei Tagen war plötzlich der Abschleppwagen da, transportierte einige der kurios geparkten Autos ab“, sagt Schmidt. Das sei's dann aber auch schon wieder gewesen. Eine abschreckende Wirkung für die Falschparker habe sich dadurch nicht nachhaltig eingestellt.

Parkplatz-Anarchie seit Jahren

Der 77-Jährige fühlt sich und sein Anliegen nicht ernstgenommen: „Besonders bei BVB-Heimspielen ist die Lage so schlimm, dass man schreien möchte." Menschen mit Kinderwagen oder Gehhilfen kämen nicht mehr über die Bürgersteige, weil Wagen bis zu zehn Zentimeter vor den Hauswänden ständen.

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Die Parkplatz-Anarchie im Kreuzviertel ist beileibe kein neues Problem. Eine mögliche Lösung sollte bereits 2017 von der Politik erarbeitet werden. Damals stand in Aussicht, dass Bewohnerparkzonen eingerichtet werden könnten. Das scheiterte allerdings daran, dass mehr Anwohner ein Auto besitzen, als denn überhaupt Parkraum im Quartier vorhanden ist.

Ordnungsamt stockte Personal auf

Um wenigstens die vorhandene Situation im Kreuzviertel nachhaltig zu entschärfen, wurde beim Außendienst des Städtischen Ordnungsamts personell aufgestockt.

Zudem unternimmt die Stadt Schwerpunkteinsätze im Viertel, wie Stadt-Sprecher Maximilian Löchter mitteilt. „Solche Sonderkontrollen wie zuletzt beim BVB-Heimspiel am 5. November sollen zukünftig regelmäßig stattfinden.“

Bei der Aktion zum Champions-League-Spiel wurden 240 Verwarnungen erteilt. 16 Fahrzeuge mussten abgeschleppt werden, da sie behindernd geparkt waren.

Dem Ordnungsamt sei bewusst, dass „das Kreuzviertel durch diverse Individualverkehre stark frequentiert wird und es eine große Diskrepanz zwischen den legal vorhandenen Parkflächen und der Anzahl der Parkenden beziehungsweise Parksuchenden gibt“, so die Stadt. „Gleichwohl muss ein Durchkommen für die Feuerwehr und Einsatzkräfte im Einsatzfall gegeben sein und sichergestellt werden.“

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Mit Schwerpunktaktion möchte das Ordnungsamt auf ausreichend breite Restgehwegflächen oder freie Kurvenbereiche hinweisen und appelliert gleichzeitig an alle, die Einhaltung der Regelungen und den Schutz schwächerer Verkehrsteilnehmer zu beachten, teilt Löchter mit.

Langfristige Strategie der Stadt sei es, alternative Verkehrsmittel attraktiver zu machen.

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