Ortstermin zum Kreisverkehr ruft bei Politikern Kopfschütteln hervor

Streit um Kreisverkehr

Seit zwölf Jahren fordern Politiker für die Kreuzung Westerfilder-/Bodelschwingher Straße einen Kreisverkehr. Das Tiefbauamt will die Ampel erneuern. Warum also ein Ortstermin?

Westerfilde, Bodelschwingh, Nette

, 10.04.2019 / Lesedauer: 3 min
Ortstermin zum Kreisverkehr ruft bei Politikern Kopfschütteln hervor

Dass es keinen Sanierungsbedarf an der Kreuzung Westerfilder-/Bodelschwingher Straße geben soll, amüsiert die Politiker sichtlich. Frank Spies (l.), beim Tiefbauamt zuständig für Verkehrstechnik, brachte keine neuen Erkenntnisse zum Ortstermin mit. © Uwe von Schirp

Kopfschütteln bei Mengeder Rats- und Bezirksvertretern über Fraktionsgrenzen hinweg. Die Kreuzung Bodelschwingher-/Westerfilder-/Haberlandstraße wird vorerst keinen Kreisverkehr, sondern nur eine teilerneuerte Ampelanlage erhalten. Ein Vor-Ort-Termin am Montagabend bringt keine neuen Erkenntnisse – zehn Monate, nachdem das Thema die Bezirksvertretung beschäftigt hat.

„Zuletzt beschäftigt hat“ ist die treffendere Bezeichnung: Denn schon seit zwölf Jahren fordert die Mengeder Politik unisono einen Kreisverkehr für die viel befahrene Kreuzung. 2007 stimmten die Ortspolitiker dem Vorschlag der Verwaltung zu, das Thema so lange ruhen zu lassen, bis die alte Ampelanlage erneuert werden muss.

Zeitnahe Lösung ist laut Tiefbauamt unwahrscheinlich

Laut Verwaltungsvorlage vom vergangenen Juni ist das nun der Fall. Oder es könnte bald einmal sein. Die Befürchtung: Die Steuerung versagt ihren Dienst. Deswegen soll die Ampelanlage eine neue zentrale Steuereinheit erhalten und die Lampen gegen moderne LED-Leuchten ausgetauscht werden. Kostenpunkt: rund 50.000 Euro.

Ein Kreisverkehr koste dagegen zwischen 600.000 und 800.000 Euro, erläutert Frank Spies den Politikern. Er ist der Fachkoordinator für Verkehrstechnik beim Tiefbauamt. „Wir haben eine Explosion bei den Kosten im Straßenbau.“ Das Stadtplanungsamt sehe derzeit keinen Kreisverkehr für die Kreuzung vor, habe eine Nachfrage dort ergeben. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir in einem absehbaren Zeitrahmen eine Lösung finden“, sagt Spies.

Sanierungsbedarf der Kreuzung ist im Prinzip unstrittig

Bezirksbürgermeister Wilhelm Tölch (SPD) verweist auf die Bodenwellen und mahnt einen Sanierungsbedarf an. „Es muss hier etwas passieren.“ Kollegen vom Tiefbauamt hätten bei einer Überprüfung keinen Reparaturbedarf festgestellt, entgegnet Frank Spies.

Ratsvertreter Erwin Bartsch (CDU), Mitglied im Ausschuss für Bauen, Verkehr und Grün, kann sich ein Lachen kaum Verkneifen. Über alle Köpfe hinweg zeigt er auf das 30er-Schild mit dem Zusatz „Straßenschäden“. Bartsch kritisiert, dass kein für die Straßen-Instandhaltung zuständiger Mitarbeiter des Tiefbauamtes zum Ortstermin erschienen ist.

Zufrieden geben wollen sich die Mengeder Politiker mit den Auskünften vom Montag nicht. „Wenn die Ampel erst einmal erneuert ist, rückt der Kreisverkehr weit nach hinten“, befürchtet SPD-Fraktionssprecherin Sylvia Dettke. Bezirksbürgermeister Wilhelm Tölch kündigt weitere Beratungen mit den Fraktionen in der Bezirksvertretung an. Und Erwin Bartsch will die Kreuzung auch im Bau- und Verkehrsausschuss zur Sprache bringen.

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