Ordnungsamt nimmt Kampf gegen Müllberge am Dortmund-Ems-Kanal auf

dzKanal

Zuletzt klagten Anwohner darüber, dass entlang des Dortmund-Ems-Kanals die Corona-Regeln nicht eingehalten werden. Auch wenn sie dort nicht Schulter an Schulter im Gras liegen: Es gibt neuen Ärger.

Deusen

, 06.07.2020, 16:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dicht an dicht liegen einige Dortmunder bei sommerlichen Temperaturen auf den Flächen entlang des Dortmund-Ems-Kanals in Deusen. Abstands- und Hygieneregeln? Fehlanzeige. „Das sieht hier so aus, als hätten alle Corona vergessen“, sagt CDU-Bezirksvertreterin Claudia Brückel.

Dabei gelten die Vorgaben der Corona-Schutzverordnung nicht nur im Freibad, sondern auch am Kanal. Die Abstandsregeln seien hier sowohl an Land als auch im Wasser einzuhalten, sagte zuletzt Stadt-Pressesprecher Maximilian Löchter.

Indes sei das Grillen und Picknicken anders als zu Beginn der Pandemie nicht mehr explizit verboten. Wobei am Kanal grundsätzlich nicht gegrillt werden dürfe, wie das zuständige Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Duisburg-Meiderich mitteilt.

Müllberge ärgern Anwohner

„Das Entzünden von und der Umgang mit Feuer stellen – unabhängig von den Pandemiegeschehnissen – eine verbotene Handlung dar“, erklärt ein Sprecher. Der Grund: Über den Kanal werden auch brennbare und explosive Gefahrstoffe transportiert.

Die Wasserschutzpolizei und das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt ahnden Verstöße gegen diese Vorgabe. Das diene auch der Bewahrung des Kanals als Lebens- und Erholungsraum. Etwas, das in Deusen mehr und mehr verloren zu gehen scheint.

Nicht alle nehmen ihren Müll nach einem Tag am Kanal mit nach Hause.

Nicht alle nehmen ihren Müll nach einem Tag am Kanal mit nach Hause. © Privat

„Als Einwohnerin Deusens ist es mittlerweile für mich nicht mehr tragbar, mit meinem Hund durch die Müllberge zu gehen“, ärgert sich eine Anwohnerin, die ihren Namen nicht öffentlich nennen möchte. „Ich muss aufpassen, dass er sich nicht verletzt und ich ziehe ihn ständig von den ganzen ‚Schnupperstellen‘ weg.“

Bei den „Schnupperstellen“ handele es sich vorwiegend um gut gefüllte Mülltüten, Flaschen und andere Hinterlassenschaften der Kanal-Schwimmer. Sie zeigt Fotos von verbranntem Gras durchs Grillen, von kaputten Sonnenstühlen, ins Gebüsch geworfenen Einmal-Grills und Müll, der auf dem Wasser im Kanal schwimmt.

Ordnungsamt kündigt schärfere Kontrollen an

Das sei gesundheitsgefährdend für Vögel, die Essensreste und Müll fressen, so die Anwohnerin. Sie fordert Hinweisschilder, auf denen verbotene Handlungen am Kanal aufgelistet werden. So sei es letztlich einfacher, Strafgelder einzufordern, da die Menschen im Vorfeld über Verbote informiert wurden.

Bislang war das Kanalstück ab der Weidenstraßen-Brücke in Dortmund noch nicht im Fokus des Ordnungsamtes. Doch nun verdichten sich die Hinweise auf rechtswidriges und unangemessenes Verhalten entlang der Wasserstraße.

Das Ordnungsamt der Stadt Dortmund kündigte jetzt über Pressesprecher Maximilian Löchter an, den Bereich ins Visier zu nehmen und schärfer zu kontrollieren.

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