Olympia-Zweiter Frank Busemann motiviert Dortmunder Lehrer

Medaillengewinner besucht Hauptschule

Wer könnte mehr über Motivation wissen, als ein Zehnkämpfer, der sich durch den Wettkampf beißen muss? Eben, keiner. Und so bekamen Lehrer einer Dortmunder Hauptschule eine Kostprobe davon.

von Birgit Mader

Aplerbeck

, 08.11.2019, 19:28 Uhr / Lesedauer: 2 min
Olympia-Zweiter Frank Busemann motiviert Dortmunder Lehrer

Frank Busemann und das Lehrerkollegium der Hauptschule in Aplerbeck © Birgit Mader

Die Marke Frank Busemann zieht immer noch. Auch wenn die Olympischen Spiele in Atlanta, die ihn durch den Gewinn einer Silbermedaille mit gerade mal 21 Jahren berühmt machten, bereits 23 Jahre her sind, ist das Gesicht des Recklinghäusers mit dem sympathischen, jungenhaften Lächeln präsent.

Anders als von ihm zunächst selbst geplant, fungiert Busemann seit dem Ende seiner beeindruckenden Sportkarriere 2003 als Leichtathletik-Experte und Co-Kommentator für die ARD, bietet Vorträge und Seminare für Unternehmen an und arbeitet als Moderator.

Motivation auch einmal für die Lehrer

Eher ungewöhnlich, dass er jetzt die Emscherschule Aplerbeck besuchte, um vor dem Kollegium der Hauptschule einen Vortrag zu halten. Dieser Besuch ist seiner Bekanntschaft mit Schulleiter Dr. Hubert Mittler zu verdanken, der Busemanns Besuch vor allem als Unterstützung für seine Kollegen versteht.

„Wir unternehmen an dieser Schule sehr viel, um unsere Schüler zu motivieren. Ich fand, dass mit diesem Besuch nun mal die Kollegen an der Reihe wären“, sagt der engagierte Schulleiter.

„Mach´s doch einfach“ ist der Titel von Busemanns Vortrag, den er entspannt und völlig ungekünstelt im Lehrerzimmer der Aplerbecker Hauptschule hält. Gekonnt und unterhaltsam vermischt er die Geschichte seines eigenen Sportler-Lebens mit den Lehren, die er schmerzhaft – aufgrund seiner vielen Verletzungen – daraus zog.

Und wie er trotz ungeheurer Disziplin („Ich habe der Vorbereitung auf die Olympischen Spiele in Sydney im Jahr 2000 mein gesamtes Leben untergeordnet und nie an dieser Absolutheit gezweifelt!“) mit dem Scheitern umging.

Verletzungspech gehört dazu, Zweifel nicht

Die anvisierte Goldmedaille konnte er aufgrund erneuten Verletzungspechs nicht gewinnen. „Ich weiß, dass ich mir nichts vorzuwerfen habe“, sagt er rückblickend und auch, „dass Zweifler nie siegen, weil sie immer eine Ausrede haben.“

Rund zwei Tage verbringe ein Zehnkämpfer im Wettkampf auf dem Sportplatz, nur um in wenigen Minuten seine Leistungen in den verschiedenen Disziplinen zu bringen.

„Sie fördern Ihre Schüler doch auch unter dem Strich für ihre Abschlussprüfungen“, zog Busemann eine Parallele zur Schulwelt.

Siegeswillen und Leidensfähigkeit

Darauf zu achten, was man tatsächlich verändern könne und sich nicht auf Unveränderliches zu konzentrieren, gab er dem Lehrerkollegium als Tipp für die eigene Arbeit und auf die Frage einer Lehrerin als Rat.

„Konzentriere dich auf das, was funktioniert und akzeptiere, was nicht geht – aber verliere es nicht aus den Augen.“ Sportliche Grundsätze auf das echte Leben anzuwenden, ist offenbar möglich.

Und wenn die einer erklärt, der Siegeswillen und Leidensfähigkeit so sehr bewiesen hat wie der ehemalige Spitzenathlet, ist das glaubwürdig und praxisnah. So empfanden es nach eigenem Bekunden auch die Lehrer der Emscherschule, die nach dem Vortrag noch mit Frank Busemann ins Gespräch kamen.

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