Greenwheels ist eines der Unternehmen, die in Dortmund Carsharing anbieten (Archivbild). © RN-Archiv
Carsharing

Öffentliche Parkplätze nur für Carsharing-Autos – 18 Standorte geplant

Carsharing wird beliebter. Dortmund hinkt im Vergleich mit anderen Großstädten wie Düsseldorf hinterher. Die Stadt will nun spezielle Stellplätze ausweisen. Für Privatleute fallen die weg.

Aktuell gibt es in Dortmund vier Unternehmen, die Carsharing anbieten: Greenwheels, Drive-CarSharing, eShare.one und Willmobil Carsharing sind zusammen mit 40 Fahrzeugen am Markt. Die Wagen stehen auf genau festgelegten („stationsbasierten“) Stellplätzen. Dort werden sie von den Kunden abgeholt, und dorthin müssen sie wieder zurückgebracht werden.

Dabei handelt es sich um private und von den Anbietern gemietete Parkplätze. Doch die reichen angesichts der steigenden Nachfrage offenbar nicht mehr aus. Weshalb die Anbieter nun weitere Stellplätze wünschen – die dann aber künftig im öffentlichen Raum liegen sollen.

Die Stadt Dortmund, die sich die Verkehrswende auf die Fahnen geschrieben hat, ist bereit mitzuziehen. Was sie seit der Einführung der neuen Extra-Schilder für Carsharing-Plätze nun auch kann.

18 Straßen mit jeweils zwei Carsharing-Plätzen

Zum Einstieg will die Verwaltung erst einmal Erfahrungen sammeln – und sich auf 18 Straßen konzentrieren, in deren Umgebung die Carsharing-Unternehmen eine hohe Nachfrage erwarten. In einem ersten Schritt ist geplant, in jeder der Straßen je zwei öffentliche Stellplätze in Carsharing-Plätze umzuwandeln und mit entsprechenden Schildern zu versehen. Auf den Punkt genau sind die insgesamt 36 Standorte zwar noch nicht definiert – die konkrete Auswahl trifft die Stadt.

Dabei kristallisiert sich heraus, dass die Anbieter vor allem in den Innenstadtbezirken hohes Kundenpotenzial sehen: In der City sind Freistuhl und Hoher Wall ausgeguckt – und in der östlichen Innenstadt die Kaiserstraße. Im westlichen City-Kragen sollen es Brinkhoffstraße, Hohe Straße und Markgrafenstraße sein. Auch der Alte Mühlenweg ist eingeplant.

Im Kreuzviertel fällt die Wahl auf Essener Straße, Mittelstraße (Vinckeplatz) und Weisbachstraße.

Auch am Freistuhl sollen Carsharing-Plätze entstehen - die Ladesäulen und der Zugang zum ÖPNV bieten gute Voraussetzungen.
Auch am Freistuhl sollen Carsharing-Plätze entstehen – die Ladesäulen und der Zugang zum ÖPNV bieten gute Voraussetzungen. © Schaper © Schaper

Bald soll ein Konzept für ganz Dortmund folgen

Für den nördlichen Bereich der Innenstadt kommen neben dem Nordausgang des Bahnhofs (Kurfürsten- bzw. Steinstraße) die Grüne Straße, Münsterstraße und Bornstraße in Betracht.

Auch die Uni haben die Anbieter im Blick. In Hörde sollen Albingerstraße und Schildplatz Cahrsharing-Standorte erhalten, in Barop die Straße Am Beilstück. Wo immer möglich, sollen die Carsharing-Stellplätze in unmittelbarer Nähe von ÖPNV-Haltestellen, Fahrradstationen und E-Ladesäulen entstehen.

Die Politik ist im Prinzip einverstanden – möchte aber, dass die Standorte vor Ort mit den Bezirksvertretungen abgestimmt werden. Zudem hat die Verwaltung freie Hand, auch ein stadtweites Konzept für Carsharing anzubieten. Es soll noch in diesem Jahr vorgelegt werden.

Falschparkern droht der Abschlepphaken

Das allerdings bleibt abzuwarten. Zumal die Verwaltung auf Anfrage aktuell nicht zu sagen vermag, wann der erste Schritt umgesetzt werden soll.

Dass Carsharing wirkt, davon ist sie überzeugt: Nach einer Faustregel soll jeder, der weniger als 10.000 Kilometer pro Jahr in seinem fahrbaren Untersatz unterwegs ist, durch Carsharing bares Geld sparen.

In City-nahen Quartieren könne ein Carsharing-Auto bei „guter Akzeptanz“ rund zehn private Pkw ersetzen, sagt die Verwaltung. In hochverdichteten Wohnquartieren mitunter sogar bis zu 30, heißt es.

Damit brechen für Autofahrer neue Zeiten an: Parken auf ausgewiesenen Carsharing-Plätzen wird bestraft, das Ordnungsamt kontrolliert. Wer dort seinen Privatwagen abstellt und erwischt wird, muss damit rechnen, sein Gefährt später auf dem Hof eines Abschleppdienstes wiederzufinden.

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Jahrgang 1961, Dortmunder. Nach dem Jura-Studium an der Bochumer Ruhr-Uni fliegender Wechsel in den Journalismus. Berichtet seit mehr als 20 Jahren über das Geschehen in Dortmunds Politik, Verwaltung und Kommunalwirtschaft.
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