Nur ein Blick auf Messi und Co. - Was Barca-Fans so auf sich nehmen

dzMannschaftshotel

Wer keine Karte für das BVB-Spiel gegen Barcelona bekam, probierte sein Glück am Mannschaftshotel. Für eine kurze Begegnung mit Lionel Messi hatte ein Fan eine ziemlich blöde Idee.

Dortmund

, 17.09.2019, 17:49 Uhr / Lesedauer: 2 min

Piran Haso, neun Jahre jung, steht still und geduldig vor einem Absperrzaun. Leise antwortet er unserem Reporter auf seine Fragen, aber plötzlich platzt es aus dem Jungen raus: „Klar“, ruft Piran und guckt, als sei er grad gefragt worden, ob er schon bis zehn zählen kann.

Der Reporter hat gewagt zu fragen, ob Messi besser sei als Ronaldo. Piran Haso steht vor dem Mannschaftshotel des FC Barcelona und hofft auf eine Begegnung mit seinem großen Idol. Nach längerer Verletzung ist der Megastar rechtzeitig für Dortmund fit geworden.

Mama findet Cristiano Ronaldo besser, die Jungs sind für Messi

„Wir hatten extra Karten fürs Länderspiel gegen Argentinien geholt, um Messi zu sehen“, sagt Pirans Vater Gwan. Doch dann wurde Lionel Messi für dieses Spiel gesperrt, Tickets fürs Champions-League-Spiel am Dienstagabend konnte die Familie aus Wickede nicht ergattern.

„Messi ist schneller, cooler und hat mehr Tricks drauf“, erklärt der Neunjährige im rot-blauen Barca-Trikot: „Und seine Freistöße sind viel besser als von Ronaldo.“

Mama Schafaat findet Cristiano Ronaldo besser - das sorgt schon mal für Diskussionen mit ihren Söhnen. Genau wie der Tipp fürs Spiel. Mama und Papa drücken dem BVB die Daumen, Piran ist für Messis Team.

Der Familienvater fragt beim Sicherheitsdienst, ob sich die Mannschaft wohl überhaupt blicken lässt und bekommt eine enttäuschende Antwort. „Wahrscheinlich sammelt der Bus sie direkt an der Tür ein“, heißt es. Piran ist das egal. Er sagt mit einem Tonfall, dem niemand widersprechen will: „Dann warten wir halt.“ Etwa 30 Personen stehen mit ihm an der Absperrung.

Am Montagabend, direkt nach der Ankunft des Teams, war hier am Hotel Radisson Blu zwischen Westfalenpark und Stadion mehr Aufregung. Ein Fan ist ins Foyer gerannt und wollte über einen Kofferwagen springen, um zu den Spielern zu kommen. Vorher wurde er aber von der Security auf den Boden der Tatsachen gedrückt, erzählt der Mitarbeiter an der Absperrung. Was hat der Fan auch erwartet?

Nur ein Blick auf Messi und Co. - Was Barca-Fans so auf sich nehmen

Tufan Sari (l.) sagt: "Klar sind die Spieler normale Menschen. Aber wann kann man schon mal Messi sehen?" © Kevin Kindel

„Marc-André ter Stegen hat kurz rübergewunken“, sagt Tufan Sari. Das sei der einzige Spieler gewesen, der sich am Montag nach der Ankunft noch blicken ließ, berichtet der junge Mann aus Hamm. Der deutsche Torwart war zur Pressekonferenz ins Stadion gefahren und grüßte die wartenden Fans kurz aus der Ferne.

Cornelia Gerber, Chefin des eingesetzten Sicherheitsdienstes, hatte mit ihrem Team alle Hände voll zu tun, die Fans draußen zu halten. Sie wollten vor allem Ausnahmestar Lionel Messi sehen. „Ist ja auch verständlich“, so Gerber: „Der ist jetzt zum ersten und vielleicht letzten Mal in der Stadt.“

Cornelia Gerber setzt im Umgang mit den Fans auf gegenseitige Kooperation. „Die allermeisten benehmen sich ja gut“, sagt sie: „Manchmal kann man einem dann auch verraten, von welcher Seite man einen besseren Blick hat.“

Gerber betont übrigens, dass die Fußballer bei der Organisation keinerlei Star-Allüren zeigen. Beim FC Barcelona genau wie bei Real Madrid, da bestehe niemand auf ein Fünf-Sterne-Hotel. „In Dortmund gibt es einfach nicht viele Hotels, die infrage kommen“, sagt Gerber auch mit Blick auf den großen Tross, der mitreist.

Das Radisson Blu biete eine gute Mischung aus geeigneter Ausstattung und Nähe zum Stadion. Die prominente Reisegruppe blieb allerdings nur für eine Nacht in Dortmund. Nach Informationen unserer Redaktion fliegt die Mannschaft nach dem Spiel in der Nacht wieder nach Spanien.

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