Regelmäßig sperrt die Polizei den Wall in Dortmund, um Fahrer und Autos zu kontrollieren. © Kevin Kindel (Archiv)
Viele Beschwerden

„Null Toleranz“: Stadt Dortmund will keinen Dialog mit Tunern vom Wall

Die nächtliche Verkehrssituation in der City beschäftigt viele Dortmunder. Die Stadtverwaltung hat einem Dialog jetzt eine klare Absage erteilt. Die Reaktionen fallen sehr unterschiedlich aus.

Seit ein paar Monaten sind die Verkehrsprobleme auf dem Dortmunder Wall am späten Abend noch gravierender als zuvor. Beschleunigende, aufgemotzte Autos bringen Anwohner um den Schlaf, immer wieder gibt es auch Unfälle und andere gefährliche Situationen.

Einige der jungen Menschen, die in ihren Autos dabei sind, ärgern sich selbst über die Chaoten, die mitfahren. Diejenigen, die mit unserer Redaktion gesprochen haben, wünschen sich einen Dialog mit Polizei und Stadt Dortmund. Sie fordern einen Ort für genehmigte Treffen.

Während die Polizei antwortet, man möge gerne einfach die abends vor Ort eingesetzten Beamten ansprechen, um ins Gespräch zu kommen, reagiert die Stadt Dortmund ganz anders.

„Mit Blick auf die nach wie vor hohe Anzahl von Vergehen gegen die Straßenverkehrsordnung (mit zum Teil lebensgefährlichem Verhalten) und vor dem Hintergrund der anhaltend hohen Beschwerdelage von Anwohnern (insbesondere des Wallrings) fährt die Stadt Dortmund die bekannte Null-Toleranz-Politik gegenüber der Raserszene“, antwortet Sprecher Christian Schön.

„Gespräche hält die Stadt Dortmund für nicht sinnvoll“

Er schreibt: „Bei diesem Ziel gibt es keine Kompromisse. Gespräche mit der Szene hält die Stadt Dortmund daher zur Zeit für nicht sinnvoll.“ Das bedeutet, dass zunächst die Zahl der Verstöße deutlich sinken muss.

Unter den Dortmundern ist die Stimmung zum Thema gemischt. Eine Wall-Anwohnerin hat sich bei unserer Redaktion gemeldet, weil sie es nicht für richtig hält, die Fahrer ihre Sichtweise ausführlich darstellen zu lassen. Teile der Szene hielten sie regelmäßig die ganze Nacht lang wach.

„Warum gebt ihr solchen Leute eine Bühne?“, fragt hingegen etwa ein Facebook-Nutzer an unsere Redaktion gerichtet. Die Gegenfrage liefert bereits ein anderer Leser: „Darf sich in deiner Welt nur eine Partei zu Situationen und Anschuldigungen äußern?“

Vergleich mit heterogener Gruppe von Fußballfans

Jemand anderes kommentiert bei Instagram: „Ich bin absolut für Ausgangssperren, solange diese Vollidioten es nicht begreifen.“ Ein weiterer Nutzer schreibt hingegen, die Situation auf dem Wall sei ähnlich zu betrachten wie die im Fußballstadion: Nur, weil manche negativ auffielen, könne man nicht die gesamte Szene verurteilen.

Das Spannungsfeld fasst eine weitere Kommentatorin zusammen: Sich auf einem Parkplatz in normaler Lautstärke zu unterhalten, sei aus ihrer Sicht unproblematisch. „Aber mit aufheulendem Motor und quietschenden Reifen mit überhöhter Geschwindigkeit über den Wall zu fahren ist einfach nur dumm und gefährlich.“

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Kevin Kindel, geboren 1991 in Dortmund, seit 2009 als Journalist tätig, hat in Bremen und in Schweden Journalistik und Kommunikation studiert.
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Kevin Kindel

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