Die größte Baustelle des Landes befindet sich auf Dortmunder Stadtgebiet. Nun ist ein Ende in Sicht - zumindest für einen Teil der Baustelle. Hier gibt es einen Einblick und viele Fotos.

Dortmund

, 06.07.2019 / Lesedauer: 4 min

Die größte Baustelle Nordrhein-Westfalens steht vor dem Abschluss - zumindest teilweise. Denn bis der Wilo-Park an der Nortkirchenstraße in Hörde endgültig vollendet ist, dauert es noch bis 2022. Dennoch: Für Teile des 200 Millionen Euro teuren Projektes bekommt der Pumpenhersteller im August die Schlüssel.

Mit Übergabe der Schlüssel am 8. August soll auch der Umzug in die neuen Fabrik-Hallen, dem sogenannten nördlichen Campus, beginnen. Bis die Arbeit in der neuen Produktionsstätte aufgenommen werden kann, dauert es aber noch bis zum 23. April 2020. Das ist zumindest der angepeilte Termin. So soll die Produktion aus Oestrich im Februar und März umziehen.

Schritt für Schritt werde man umziehen, erklärte Georg Weber, CTO beim Pumpenhersteller Wilo, bei einer Baustellen-Begehung. „Die Arbeit wird dadurch nicht stillstehen“, betonte CEO und Vorstandsvorsitzender Oliver Hermes. Trotzdem habe man schon Vorräte aufgebaut, sodass die Kunden vom Umzug nichts merken.

Der Umzug der Verwaltung von der Florianstraße dauere hingegen noch, weil zwei Gebäude erst noch gebaut werden müssen: ein Verwaltungsgebäude sowie die Kundenbetreuung. Die kommt an die Stelle der Bestandsproduktion, welche mit dem Umzug der Produktion abgerissen wird.

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So weit sind die Arbeiten beim neuen Wilo-Park

So weit sind die Arbeiten bei Wilo.
05.07.2019
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Noch ist die Fabrikhalle bei Wilo leer. Ab der Schlüsselübergabe im August sollen hier die Umzugs-Arbeiten beginnen.© Verena Schafflick
Bauleiter Martin Linge-Boom führte am Freitag eine Gruppe geladener Gäste über die Baustelle.© Verena Schafflick
Da noch gebaut wird, mussten die Gäste gelbe Warnwesten und Schutzhelme tragen.© Verena Schafflick
Diese Hubböden hat Wilo extra gemietet - teilweise vom Dortmunder Flughafen.© Verena Schafflick
Auch die ersten Schilder hängen schon in den Fabrikhallen und kündigen an, was hier später mal passieren wird.© Verena Schafflick
Die Kantensteine für die verlegte Nortkirchener Straße sind schon verlegt. Bis hier aber der Verkehr drüber rollt, dauert es noch bis April 2020.© Verena Schafflick
Die alte Nortkirchener Straße wird aber schon ab Anfang August 2019 gesperrt, damit die Kreisverkehre gebaut werden können. Danach ist es eine betriebsinterne Verbindung.© Verena Schafflick
Die ersten Transportbänder laufen sich schon mal warm.© Verena Schafflick
Während im Großlager noch mit Gabelstaplern gearbeitet wird, funktioniert das Kleinteilelager vollautomatisch.© Verena Schafflick
Eins der neuen Verwaltungsgebäude steht bereits. Die Gäste wagten vom fünften Stock aus einen Blick über das neue Betriebsgelände von Wilo.© Verena Schafflick
Sobald die Produktion komplett auf den Nordcampus umgezogen ist, werden die Bestandshallen abgerissen. Sie waren für die Ansprüche von Wilo zu klein.© Verena Schafflick
In dieser Halle sollen ab 2022 Gäste empfangen werden. Es ist das erste von zwei Verwaltungsgebäuden.© Verena Schafflick
Imposant wirkt später einmal die 500 Quadratmeter große LED-Wand am südlichen Eingang der Produktionshalle. Noch ist hier allerdings eine leere Wand.© Verena Schafflick
Über Hängewege können Mitarbeiter später Gäste führen, die sich dann die Produktion im Alltag anschauen können. Auch die Gäste am Freitag konnten dies testen.© Verena Schafflick
Der Blick geht zwar noch in eine leere Halle, man kann aber die Dimension schon erahnen.© Verena Schafflick
Weitläufig und hell - und damit genau richtig für die Ansprüche des Pumpenherstellers.© Verena Schafflick
So sehen die Hängebrücken aus.© Verena Schafflick
Der Boden besteht aus gegossenen Beton, welcher auch für schwere Lasten geeignet ist.© Verena Schafflick
Die Arbeiter ziehen die ersten Trennwände in einer der drei jeweils 11.000 Quadratmeter großen Fabrikhallen. Die meist gesprochene Sprache auf der Baustelle ist übrigens Englisch.© Verena Schafflick

So standen bei der Begehung vor allem die Produktionshallen im Fokus, welche zwar auch noch nicht komplett fertig sind, aber zumindest schon mal stehen und damit besuchbar sind. Bauleiter Martin Linge-Boom kommt beim Rundgang nicht umhin, zu betonen, wie „smart“ alles geplant worden sei. Und mit smart meint er hierbei nicht etwa „pfiffig“, sondern im digitalen Sinn. Alles sei vernetzter, transformierter, den Ansprüchen des Unternehmens entsprechend, das sich als Global Player bezeichnet.

Freie Parkplätze und Arbeitsplätze sollen die Mitarbeiter durch entsprechende Apps finden. Denn statt starrer Büroformen sollen die Mitarbeiter einen Platz für sich finden, der ihren Ansprüchen an dem Tag entspricht: zum Beispiel Still-Arbeitsplätze oder Gruppenräume. Und Ähnliches gilt auch für die Produktion. Forschung und Produktion sitzen im selben Gebäude, nur durch Fensterscheiben getrennt, „damit die Arbeitswege kurz sind“, so der Bauleiter.

NRWs größte Baustelle befindet sich in Dortmund - und ist bald fertig

Auf dieser 500 Quadratmeter großen Wand soll eine LED-Wand die Mitarbeiter und Besucher von Wilo empfangen. Im Inneren geht die LED-Wand weiter und soll für Vorträge und Werbung genutzt werden. © Verena Schafflick

Insgesamt sind Fensterfronten bei den Neubauten eine wichtige Sache. Zum einen spielt Tageslicht eine große Rolle für den Pumpenhersteller, um energieeffizient zu arbeiten – und möglichst gesund für die Mitarbeiter. Zum anderen will man damit Transparenz zeigen. So ist auch die Seite hin zur neuen Führung der Nortkirchenstraße verglast, immerhin eine Wand von 1.500 Metern. „Wir wollen damit zeigen, dass wir nichts zu verbergen haben“, kündigt Linge-Boom an.

Wäre die Nortkirchenstraße an der Stelle schon freigegeben, würden Autofahrer aber noch nicht viel sehen. Denn im Inneren der Halle steht noch nicht viel, aber Arbeiter bauen die ersten Meisterbüros und Trennwände ein.

In manchen Räumen muss der Estrich noch trocknen, aber zumindest ist in der dreiteiligen Fabrikhalle der Betonboden schon durchgetrocknet. Für den Bauleiter ein wichtiger Punkt im Bau der Halle, da es sich hierbei um extrem harten Beton halten soll, der überall für Schwerlasten geeignet ist. So könne man zu einem späteren Zeitpunkt auch die Raumkonzeption ändern.

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Transparenz zeigt das Unternehmen auch durch die neuen Wege für Besucher in der Produktionshalle: Um die Produktion nicht zu stören, werden die Gäste nun durch Hängebrücken über die Arbeiter geführt. Einzig in den Lagerhallen ist dies aufgrund der hohen Regale nicht möglich.

Dafür konnte man bei der Begehung einen seltenen Blick in das neue automatische Kleinteilelager werfen, welches über Bestellung arbeitet und die Teile per Förderband zum gewünschten Ort bringt.

Empfangen werden sollen die Gäste im neuen Südcampus, wo bereits ein Verwaltungsgebäude steht. „In einer Cafeteria kann man die Gäste hier willkommen heißen“, erklärte Linge-Boom. Doch dafür brauchte man bei der Begehung noch etwas Fantasie. Genauso bei der neuen 500 Quadratmeter großen LED-Wand, die Mitarbeiter und Besucher an der neuen Produktionsstätte begrüßen soll.

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Für den Neubau muss die Nortkirchener Straße verlegt werden. Im April 2020 wird sie freigegeben. © Verena Schafflick

Für das Verwaltungsgebäude gibt es im April 2020 die Schlüssel. Dann soll auch die neue Nortkirchenstraße eröffnet werden. Die alte Führung wird dann von Anfang August bis zu diesem Zeitpunkt gesperrt sein, damit die Kreisverkehre gebaut werden können. Aus der alten Nortkirchenstraße wird dann eine betriebsinterne Straße, die Nord- und Südcampus miteinander verbindet. Auch ein großer Platz mit einem Brunnen soll entstehen.

Doch dazu müssen erst noch die Bestandsgebäude von 1962 abgerissen werden. Die Überreste der Gebäude werden übrigens - bis auf die Eternitplatten - voll recycelt und für den Neubau wiederverwendet.

Übrigens durften am Donnerstag die Mitarbeiter ebenfalls die Baustelle begehen und sich ihren neuen Arbeitsplatz angucken. Laut Vorstand sei das Fazit der Kollegen gut ausgefallen.

In KürzeDer Pumpenhersteller Wilo wurde 1872 gegründet und hat seinen Hauptsitz in Dortmund. Der Umsatz belief sich in 2018 auf 1,46 Milliarden Euro. Weltweit arbeiten 7800 Mitarbeiter bei Wilo, 1800 davon im Ruhrgebiet. Durch den Neubau kommen keine Arbeitsplätze dazu. Vorstandsvorsitzender der Unternehmensgruppe ist Oliver Hermes, der in der vergangenen Woche bis 2025 nochmal bestätigt wurde.
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