Zumindest am ersten Tag des Notbetriebs war es in den meisten Dortmunder Kitas deutlich leerer als gewohnt. © dpa (Symbolbild)
Corona und Kinderbetreuung

Notbetrieb in Dortmunds Kitas – am ersten Tag waren die Folgen spürbar

Seit diesem Montag (26.4.) gibt es in den Dortmunder Kitas wieder nur eine Notbetreuung, allerdings mit großzügiger Ausnahmeregelung. Die Folgen sind in den Kitas aber deutlich spürbar.

Pfarrer Jochen Schade-Homann, Chef der evangelischen Kitas in Dortmund, hatte schon in der vergangenen Woche seinem Unmut Luft gemacht. Von einer „bedarfsorientierten Notbetreuung mega-light“, sprach der Fachbereichsleiter des Evangelischen Kirchenkreises mit Blick auf den ab diesem Montag (26.4.) geltenden Notbetrieb in den Dortmunder Kitas.

Denn im Gegensatz zum ersten Kita-Lockdown im Jahr 2020, als nur Eltern mit „systemrelevanten Berufen“ ihre Kinder noch in die Kita schicken durften, ist die Hürde für die Nutzung des Notbetriebs diesmal sehr gering. Die Eltern müssen nach den Vorgaben des Landes nur einen Zettel mit dem Namen des Kindes und dem Betreuungswunsch für die nächsten Tage ausfüllen. Das reicht als Nachweis dafür, dass man „eine Betreuung nicht auf andere Weise sicherstellen“ kann.

So sehen die Vordrucke aus, mit denen Eltern ihren Bedarf für eine Notbetreuung anmelden können. © dpa © dpa

Entsprechend gering waren die Erwartungen der Verantwortlichen an die Kita-Notbremse. Sie sind aber zumindest am ersten Tag ein wenig übertroffen worden. „Die Zahlen der Kinder in den Kitas sind deutlich zurückgegangen“, stellte Schade-Homann für die Evangelische Kirche, nach der Stadt der zweitgrößte Kita-Träger in Dortmund, für Montag (26.4.) fest.

Einen kompletten Überblick über die Zahlen hatte Schade-Homann am Montagmittag noch nicht vorliegen. Das Bild sei auch sehr uneinheitlich, berichtete er. Während in einigen Kitas mehr als die Hälfte der Kinder nicht in die Kita kamen, blieb andernorts nur eine Handvoll zuhause. Zuletzt hatte die Quote der betreuten Kinder, ähnlich wie in den Kindergärten der Awo und der Katholischen Kirche, bei knapp unter 70 Prozent gelegen.

Deutlich weniger Kinder

Auch in die 99 Kitas des städtischen Trägers Fabido kamen an diesem Montag deutlich weniger Kinder. Dort lag die Gesamtauslastung bei 33 Prozent gegenüber 58 Prozent in der Woche zuvor, berichtete Stadtsprecherin Anke Widow.

Ähnlich sah es in den Kitas der Awo aus – entgegen der Erwartungen. „Wir haben nicht damit gerechnet, dass viel weniger Kinder kommen“, erklärte Fachbereichsleiterin Petra Bock. Denn die Hürde für die Eltern, weiterhin Betreuungsbedarf geltend zu machen, sei sehr niedrig.

Abzuwarten bleibt, wie sich das das Elternverhalten langfristig entwickelt. „Das ist schwer einzuschätzen“, sagt Jochen Schade-Homann. Denn man spüre noch große Unsicherheit. „Die Eltern wissen noch nicht genau, woran sie jetzt sind.“

Mit einer baldigen Änderung der Gesamtlage rechnet Schade-Homann indes nicht. „Ich gehe davon aus, dass wir noch einige Wochen im Notbetrieb bleiben werden“, sagt der Pfarrer. Denn der Weg, bis Dortmund stabil unter eine Sieben-Tages-Inzidenz von 165 – dem Grenzwert für Schul- und Kita-Schließungen – komme, sei noch weit.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Oliver Volmerich, Jahrgang 1966, Ur-Dortmunder, Bergmannssohn, Diplom-Journalist, Buchautor und seit 1994 Redakteur in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten. Hier kümmert er sich vor allem um Kommunalpolitik, Stadtplanung, Stadtgeschichte und vieles andere, was die Stadt bewegt.
Zur Autorenseite
Oliver Volmerich

Dorsten am Abend

Täglich um 19:00 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.