Wird es leer in den Kitas, wenn nur noch Notbetreuung ist? Eher unwahrscheinlich. © picture alliance/dpa
Corona-Notbremse

Notbetreuung in Kitas: Welche Eltern dürfen ihre Kinder noch schicken?

Die Kitas in Dortmund sind ab Montag dicht. Es gibt nur noch eine Notbetreuung. Wer darf die in Anspruch nehmen? Was sind die Kriterien? Was müssen Eltern tun? Das steht jetzt fest.

„Bitte bringen Sie Ihre Kinder nur, wenn es unbedingt erforderlich ist. Jeder Kontakt, den wir vermeiden, trägt zur Reduzierung des Infektionsrisikos bei.“ Dieser Satz steht in einem offenen Brief von NRW-Familienminister Joachim Stamp an die Eltern von Kita-Kindern in NRW.

Der Satz ist extra fettgedruckt. Zudem weist der Minister extra auf die Corona-Kinderkrankentage hin. Davon gebe es ja jetzt 30 statt 20 pro Elternteil, beziehungsweise 60 statt 40 für Alleinerziehende. Doch auch zu den Bedingungen für die Notbetreuung äußert er sich.

Nicht mehr nur Systemrelevante

Im Gegensatz zum Frühjahr 2020 hat das Land NRW „keine speziellen Berufsgruppen festgelegt, für die eine Notbetreuung möglich ist“. Heißt: Nicht nur Systemrelevante wie Polizisten, Ärzte und Pfleger oder Supermarkt-Mitarbeiter dürfen ihre Kinder in die Kita schicken.

Das ist zwar im Notbremsen-Gesetz der Bundesregierung so festgeschrieben, aber auch mit dem Hinweis: Jedes Bundesland könne das regeln, wie es wolle.

Und NRW sieht es etwas anders als der Bund.

Bescheinigung zum Selbstausfüllen

Die Bedingung dafür, die Kinder weiter in die Kita schicken zu dürfen, wenn die Inzidenz in der kreisfreien Stadt beziehungsweise im Landkreis über 165 liegt: dass „die Familien die Betreuung wirklich nicht anders organisieren können, insbesondere wenn sie arbeiten müssen“. Und das darf sich jeder selbst bescheinigen.

Auf der Internet-Seite des Familienministeriums gibt es einen Vordruck, den man ausfüllen und bei der Kita oder der Tagesmutter abgeben kann. Einzutragen sind nur Datum und Wochentag, an denen man das Kind nicht zu Hause betreuen kann.

Kinder aus „belasteten Lebenslagen“ sollen kommen

Zudem ermutigt der Minister die Kitas, selbst Familien anzusprechen, doch weiterhin zu kommen. Das geht aus einem zweiten Brief hervor. Den hat Stamp adressiert an die Leitungen und Mitarbeiter der Kitas sowie an Tagesmütter- und -väter.

Einerseits betreffe das „Kinder aus belasteten Lebenslagen mit einem besonderen individuellen Bedarf“, die man jetzt nicht aus den Augen verlieren dürfe. Auch hier solle es nicht streng nach Kategorien und Paragrafen gehen.

Was ist mit denen, die ab Sommer in die Schule gehen?

„Ich gehe davon aus, dass Sie die Kinder und ihre Familien am besten kennen und wissen, wen Sie einladen müssen“, so der Minister. Auch wo es um das Kindeswohl gehe, solle der Kita-Besuch weiter stattfinden.

Eine weitere Gruppe, die man bitte im Blick halte: die Kinder, die im Sommer 2021 eingeschult werden. Hier habe sich zuletzt gezeigt, dass für die Kinder „der Übergang in die Grundschulen deutlich erschwert war. Das können wir nicht sehenden Auges zulassen.“

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Jahrgang 1977 - wie Punkrock. Gebürtiger Sauerländer. Geborener Dortmunder. Unterm Strich also Westfale.
Zur Autorenseite
Björn Althoff
Lesen Sie jetzt