Dieser Laternen-Mast an der B1, Höhe Märkische Straße, war offensichtlich mal ein beliebter Aufhänger für Wahlplakate. Die hängengebliebenen Kabelreste zeugen davon. © Schaper
Entlang der B1

Noch immer hängen hässliche Wahlkampf-Überreste an Laternenmasten

Die meisten Autofahrer an der B1 werden sie wohl übersehen: die Kabelbinder, die zuhauf die Laternenmasten verunzieren – alles Überreste der letzten Wahlkämpfe. Macht die irgendjemand mal weg?

Die Laternenmasten entlang der B1 sind beliebte Standorte für Wahlplakate. Sie fallen im Vorbeifahren vielen tausend Autofahrern am Tag ins Auge. Deshalb werden sie alle Jahre wieder dicht behängt, oftmals mit Plakaten gleich von verschiedenen Parteien übereinander.

Doch ist die Wahl vorbei, sind die Wählerstimmen eingegangen, ist es für die Parteimitglieder, sofern sie das selbst erledigen und nicht einer Firma übertragen, eine lästige Aufgabe, sie wieder abzuhängen. Da bedarf es für eine fristgerechte Entsorgung auch schon mal einer Ermahnung des Ordnungsamtes.

So viel Mühe wie beim Aufhängen machen sich die Parteien beim Abhängen offenbar nicht. Sie reißen die Plakate eher ab; denn die stramm festgezurrten Kabelbinder bleiben häufig an den Masten hängen, werden nicht durchgeschnitten.

Pflicht liegt bei den Parteien

Dabei sind die Parteien auch für das Entfernen der Kabelbinder zuständig. „Die Verpflichtung zur Beseitigung nicht nur des Plakates selbst, sondern auch der Befestigungen, liegt selbstverständlich bei den Parteien“, erläutert Stadtsprecher Maximilian Löchter auf Anfrage.

Kontrollen müssen die Parteien oder ihre Auftragnehmer aber nicht fürchten; denn die Verwaltung überwache nicht die Entfernung von Wahlplakaten durch die einzelnen Parteien nach den jeweiligen Wahlen. Löchter: „Sie verfügt auch nicht über ein stadtweites ,Kataster‘ mit Dokumentation, an welcher Stelle von welcher Partei in welcher Weise ein Plakat aufgehängt/aufgestellt worden ist.“

Auch dieser Mast, ebenfalls an der B1, Höhe Märkische Straße, ist nicht aufgeräumt.
Auch dieser Mast, ebenfalls an der B1, Höhe Märkische Straße, ist nicht aufgeräumt. © Schaper © Schaper

Demzufolge lasse sich im Nachhinein nicht klären, ob zurückgebliebene Kabelbinder tatsächlich von Wahlplakaten der letzten Wahl stammen und gegebenenfalls von welcher Partei, sagt Löchter.

Stadt will Parteien sensibilisieren

Deshalb werde die Verwaltung die am Wahlkampf teilnehmenden Parteien noch einmal für ihre Pflicht der vollständigen Plakatentfernung sensibilisieren, kündigt der Stadtsprecher an. Und sie werde unabhängig davon „auf zurückgebliebene Kabelbinder an Laternen achten und diese bei nächster sich bietender Gelegenheit (beispielsweise bei einer anstehenden Reinigung oder einem notwendigen Anstrich) im Bedarfsfall entfernen“.

Über die Autorin
Redaktion Dortmund
Stellvertretende Leiterin der Dortmunder Stadtredaktion - Seit April 1983 Redakteurin in der Dortmunder Stadtredaktion der Ruhr Nachrichten. Dort zuständig unter anderem für Kommunalpolitik. 1981 Magisterabschluss an der Universität Bochum (Anglistik, Amerikanistik, Romanistik).
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Gaby Kolle

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