Neues Handarbeitsgeschäft - hier gibt es Wolle von glücklichen Schafen

dzEin Herzblut-Projekt

Mit der Eröffnung ihres Handarbeitsgeschäfts hat sich Renja Dropalla einen großen Traum erfüllt. Die Art der Tierhaltung ist für die 35-Jährige beim Einkauf ihrer Ware ein wichtiges Kriterium.

Mengede

, 04.06.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als Renja Dropalla Anfang 2020 den Vertrag für ihr neues Handarbeitsgeschäft unterschrieben hat, war die Corona-Krise noch fern. „Ich hätte es aber auch gemacht, wenn ich von der Pandemie gewusst hätte“, sagt die 35-Jährige. Denn mit ihrem Wollladen „Herzblut“ in Mengede, dem Nachfolger von „Geschickt eingefädelt“, hat sich die junge Mutter einen Traum erfüllt.

Ganz allein hat die ehemalige Germanistik- und Philosophie-Studentin Anfang Mai den Schritt in die Selbständigkeit nicht gewagt. Sie teilt sich die neue Aufgabe mit ihrer Mutter Regine Birkelbach, die sie auf ihrer Homepage „Mitarbeiterin des Monats“ nennt: „Ich bin bis mittags im Geschäft, meine Mutter nach der Mittagspause, damit ich mich dann um meine beiden Kinder kümmern kann.“

Renja Dropalla bietet auch einen Wickelservice an: Aus Woll-Strängen werden Woll-Knäule - mit Hilfe eines Wollwicklers samt Haspel.

Renja Dropalla bietet auch einen Wickelservice an: Aus Woll-Strängen werden Woll-Knäule - mit Hilfe eines Wollwicklers samt Haspel. © Beate Dönnewald

Das Stricken hat Renja Dropalla als Teenager entdeckt. „Meine Mama hat immer viel gestrickt, vor allem Socken. Irgendwann wollte ich das auch können.“ Seitdem klappern bei der 35-Jährigen unermüdlich die Nadeln. „Ich finde es einfach schön, mit den eigenen Händen etwas zu erschaffen. Man steckt viel Herzblut in diese Arbeit, ich könnte ein selbstgestricktes Teil nie leichtfertig wegtun“, sagt Renja Dropolla. Damit hat sie auch ganz nebenbei den Namen ihres Geschäfts an der Mengeder Straße 710 erklärt.

Zum Geschäft gehört eine gemütliche Wohnzimmerecke. Hier sollen nach der Corona-Krise Strick-Kurse und -Treffen stattfinden.

Zum Geschäft gehört eine gemütliche Wohnzimmerecke. Hier sollen nach der Corona-Krise Strick-Kurse und -Treffen stattfinden. © Beate Dönnewald

Inhaberin achtet auf umweltfreundliche Färbung der Wolle

„Slow Fashion“ (nachhaltige und bewusste Mode) ist also ein großes Anliegen der Bodelschwingherin. Dazu passt, dass sie ausschließlich mulesing-freie Wolle ein- und verkauft, also Wolle von glücklichen Schafen. Denn beim Mulesing wird jungen Merino-Lämmern ohne Betäubungsmittel im Bereich des Schwanzes ein Stück Haut mit einem sehr scharfen Messer entfernt. „Dadurch bildet sich eine Narbenfläche, auf der Fliegen keinen Nistplatz für ihre Eier finden“, erklärt Renja Dropolla. Diese Quälerei wolle sie nicht unterstützen. Genauso wichtig sei für sie eine umweltfreundliche Färbung der Wolle.

Neben der mulesing-freien Wolle bietet Renja Dropalla auch Stoffe, Knöpfe und Bücher rund ums Stricken an.

Neben der mulesing-freien Wolle bietet Renja Dropalla auch Stoffe, Knöpfe und Bücher rund ums Stricken an. © Beate Dönnewald

Ihre Leidenschaft fürs Stricken genauso wie fürs Nähen und Häkeln möchte Renja Dropalla mit vielen Menschen teilen, gerne auch mit jüngeren. Um gerade diese Altersgruppe zu erreichen, habe sie das Sortiment und das Geschäft modernisiert. So biete sie zum Beispiel Mondschaf-Wolle in peppigen Farben an, wie sie gerade auf Instagram angesagt sei.

Kindergeburtstage im Handarbeitsgeschäft

Sogar die ganz Kleinen hat sie im Blick. „Wenn Corona vorbei ist, möchte ich hier Kindergeburtstage unter dem Motto ‚vom Schaf zum Schal‘ anbieten.“ Das dafür nötige Spinnrad steht in ihrem Geschäft, bedienen kann sie es auch. Strick-Kurse und -treffs sind weitere Pläne, die Renja Dropalla nach der Krise umsetzen möchte. „Wer Fragen oder Probleme hat, den berate ich natürlich auch jetzt schon gerne.“

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