Florianturm und Parkbahn waren Attraktionen bei der Bundesgartenschau 1959. Sie war die Keimzelle des Westfalenparks. © privat
Schreibwettbewerb

Neues Buch zum Westfalenpark – wie sich Dortmunds größter Garten verändert hat

Der Westfalenpark ist ein Stück Stadtgeschichte - und er erfindet sich immer wieder neu. Den Wandel des Parks soll ein neues Buch dokumentieren. Dafür werden nun Zeitzeugen gesucht.

Den Westfalenpark kennt Alexandra Apfelbaum seit ihrer Kindheit. Sie erinnert sich gern an Ausflüge zum Robinsonspielplatz oder an die Fontänen der Wasserorgel, die einst an der Seebühne zur Musik tanzten.

Solche Erinnerungen teilt sie mit vielen Dortmunderinnen und Dortmundern – und macht sie jetzt zur Grundlage für ein neues Buch. „Der Park“ heißt das Werk, das in diesem Frühjahr 2021 im Dortmunder Verlag Kettler erscheint. Das Herausgeber-Duo Alexandra Apfelbaum und Alexander Bayer hat sich intensiv mit dem Park und seiner Geschichte auseinandergesetzt.

Dr. Alexandra Apfelbaum im Westfalenpark. Sie sammelt für ein neues Buch Erinnerungen an die Parkgeschichte. © Oliver Volmerich © Oliver Volmerich

Das Buch schlägt einen Bogen zwischen Vergangenheit und Zukunft des größten Gartens der Stadt. Roter oder besser gesagt grüner Faden sind die Gartenschauen, die den Park geprägt haben – angefangen mit der Bundesgartenschau 1959, mit der Westfalenpark entstanden ist.

Bundesgartenschau prägte das Bild der Stadt

Die Blumenpracht mit Florianturm vor der Kulisse der Phoenix-Hochöfen prägte damals das Bild der Stadt in den Wirtschaftswunder-Jahren. „Seitdem ist der Park ein hoher Faktor für die städtische Identität“, sagt Alexandra Apfelbaum.

Eine wichtige Rolle spielt die Architektur. Beispiel dafür ist neben dem Florianturm das heute denkmalgeschützte Park-Cafe im typischen 50er-Jahrein-Design, das nach dem Geschmack der Architektur- und Kunsthistorikerin im heutigen Park viel zu wenig zur Geltung kommt.

Der größte Garten der Stadt ist der Westfalenpark. Ein neues Buch soll seinen Wandel zeigen.
Der größte Garten der Stadt ist der Westfalenpark. Ein neues Buch soll seinen Wandel zeigen. © www.blossey.eu © www.blossey.eu

Mit den Gartenschauen 1969 und 1991 wuchs der Park und bekam neue Attraktionen – wie das Sonnensegel, das zurzeit als Holzbau-Denkmal saniert wird. Zu allen Epochen gibt es in dem Buch historische Bilder, die von aktuellen Fotos des Fotografen David Sadrowski ergänzt werden. Sie bieten spannende Vergleiche mit früheren Zeiten.

Die Zeitsprünge prägen das Buch. „Wir wollen den Wandel des Parks zeigen“, erklärt Alexandra Apfelbaum. Und dazu hat sie gemeinsam mit Co-Herausgeber Alexander Beyer jede Menge interessanter Zeitzeugen gefunden.

Lange Autoren-Liste

Die Riege der Autoren, die persönliche Erinnerungen und Erlebnisse aus gut 60 Jahren Park-Geschichte beisteuern, reicht von Ex-Oberbürgermeister Ullrich Sierau und Architekt Prof. Eckhard Gerber über die Kabarettisten Fritz Eckenga und Bruno Knust bis zu DJ und Juicy-Beats-Mitorganisator Carsten Helmich oder Poetry Slammer Patrick Salmen.

Doch die Geschichten der „Promis“ sollen nicht die einzigen sein, die das Buch bereichern. Alexandra Apfelbaum und Alexander Beyer laden alle Dortmunder ein, eigene Geschichten zu dem Buch beizutragen. Es können Anekdoten, erlebte oder erdachte Geschichten oder auch Gedichte sein.

Der schönste Beitrag soll noch in das fast fertige Buch aufgenommen werden. Und es gibt für die Teilnehmer des Schreibwettbewerbs auch etwas zu gewinnen. „Neben signierten Exemplaren des Buches, können wir auch drei Jahreskarten für den Park verlosen“, kündigt Alexandra Apfelbaum an.

Blick auf die IGA 2027

In dem Buch wird natürlich auch ein Blick in die Zukunft geworfen. Orientierungspunkt dafür ist die Internationale Gartenausstellung 2027. Dabei steht in Dortmund unter dem Titel „Emscher nordwärts“ zwar das Areal rund um die Kokerei Hansa als „Zukunftsgarten“ im Mittelpunkt, aber auch die etablierten Parks in der Stadt sollen eine Rolle spielen.

In den nächsten Jahren will die Stadt deshalb mehr als 34 Millionen Euro in den Westfalenpark investieren. Alexandra Apfelbaum kann das als Park-Fan nur begrüßen. Zurzeit verkaufe sich der Park unter Wert, stellt sie fest. Aber sie glaubt an eine gute Zukunft. „Es ist ein Park der Möglichkeiten“, sagte sie.

Auch das soll das Buch deutlich machen. „Wir wollen zeigen, was Dortmund mit dem Westfalenpark Tolles hat und das Bewusstsein dafür schärfen“, erklärt Alexandra Apfelbaum. „Der Park ist ein Stück Stadtgeschichte – und einfach ein schöner Ort.“

Erinnerungen an den Park gesucht

  • Erinnerungen an den Westfalenpark können bis 3. März 2021 geschickt werden an post@buero-apfelbaum.de

  • Der Beitrag sollte 7500 Zeichen (inklusive Leerzeichen) nicht überschreiten. Die Form, ob Prosa-Text oder Gedicht, ist dabei unerheblich.
Über den Autor
Redaktion Dortmund
Oliver Volmerich, Jahrgang 1966, Ur-Dortmunder, Bergmannssohn, Diplom-Journalist, Buchautor und seit 1994 Redakteur in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten. Hier kümmert er sich vor allem um Kommunalpolitik, Stadtplanung, Stadtgeschichte und vieles andere, was die Stadt bewegt.
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Oliver Volmerich

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