Dortmunder Bergmann-Brauerei verkauft Bier am Drive-in-Schalter

dzIdee zur Coronakrise

Die beliebte Stehbierhalle auf Phoenix-West ist dicht. Die Bergmann-Brauerei hat einen Service eingerichtet, um Kunden trotzdem zu versorgen. Eine neue Biersorte gibt es ebenfalls.

Hörde

, 16.04.2020, 16:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ohne das Auto zu verlassen, können sich Kunden bei der Bergmann-Brauerei auf Phoenix-West neuerdings mit Bier-Nachschub versorgen. Während auf der Frontseite der Brauerei die Türen zur Stehbierhalle geschlossen bleiben, ist auf der Rückseite des Gebäudes ein Drive-in-Schalter entstanden.

Am Elias-Bahn-Weg fahren Kunden mit dem Auto vor, geben durchs Fenster ihre Bestellung auf, und ein Mitarbeiter lädt die Ware in den Kofferraum. Bezahlt wird mit Karte, das Lesegerät reicht der Mitarbeiter in einer Kiste durchs Seitenfenster. Alles wird ständig desinfiziert.

Philipp Galiczah lädt die Kästen in den Kofferraum, der Kunde kann im Auto sitzen bleiben.

Philipp Galiczah lädt die Kästen in den Kofferraum, der Kunde kann im Auto sitzen bleiben. © Susanne Riese

Biertrinker müssen also weder Ansteckung noch Versorgungsengpässe befürchten. Der praktische Bier-Schalter hat täglich von 11 bis 19 Uhr geöffnet, auch am Wochenende. Es gibt die ganze Palette: Pils, Export, Spezial und Schwarz in Kästen, Craft-Biere in Flaschen, auch Fässer, Merchandise-Artikel mit dem Bergmann-Motto „Harte Arbeit, ehrlicher Lohn“ und Bierbrand.

„Unsere Mitarbeiter beschäftigen“

„Durch das neue Angebot können wir unsere Mitarbeiter beschäftigen“, sagt Brauerei-Gründer Thomas Raphael (62). 15 Festangestellte gehören zur Brauerei, hinzu kommen rund 30 Aushilfskräfte im Bergmann-Kiosk und in der Stehbierhalle.

Raphael hofft, auch einen Teil der Einbußen aufzufangen. Die Produktion musste Bergmann um zwei Drittel zurückfahren, die Mitarbeiter machen Kurzarbeit.

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„Für uns fällt die Hauptsaison weg“, sagt Raphael. Das sei besonders bitter, weil das Unternehmen Anfang des Jahres in einen neuen Lagerkeller investiert hat. „Aber wir können einige Wochen durchhalten.“ Der zweite Geschäftsführer, Herbert Prigge, kenne sich als Unternehmensberater mit Krisenmanagement gut aus.

Neue Biersorten machen das Bergmann-Drive-in besonders interessant. Die jüngsten Kreationen wollte das Bergmann-Team zünftig in der Stehbierhalle oder am Kiosk vorstellen. Aber das hat das allgegenwärtige Coronavirus wie so vieles derzeit vereitelt.

Philipp Galiczah präsentiert die neue „Schlanke Mathilde", ein gar nicht so schlankes Craft Beer.

Philipp Galiczah präsentiert die neue „Schlanke Mathilde", ein gar nicht so schlankes Craft Beer. © Susanne Riese

So feierte die Sorte „Schlanke Mathilde“ also ohne große Öffentlichkeit Premiere. Der eng mit dem Standort Hörde verbundene Name bezeichnet ein neues helles Bockbier mit verschiedenen Hopfen- und Malzsorten und etwas Weizenmalz; „herb, malzig und etwas fruchtig“, wird die Sorte beschrieben. Bergmann-Mitarbeiter Oliver Mühlmann macht’s kürzer: „wuchtig und gut“.

Der Name des süffigen Sorte geht auf die Hörder Dame zurück, nach der auch die große Standuhr, das Wahrzeichen im Hörder Zentrum, benannt ist. Die Geschichte besagt, dass die Ehefrau des ehemaligen Bürgermeisters gar nicht so schlank war, und deshalb diesen Spitznamen trug.

Und so ist auch das nach ihr benannte Bier alles andere als schlank: 9,2 Prozent werden in die 0,75-Liter-Flaschen abgefüllt. „Ein vollschlankes Bier, das zu Hörde passt“, sagt der Brauerei-Chef.

Und eines, das offenbar gut ankommt, denn die erste Ladung ist bereits vergriffen. In der kommenden Woche, voraussichtlich ab 20. April (Montag), soll die „Schlanke Mathilde“ wieder verfügbar sein.

Sie ist – abgesehen von dem vier- bis sechswöchentlich wechselndem „Sud des Monats“ – die erste Craft-Beer-Neukreation aus dem Hause Bergmann seit dem „Eichenbock“ vor rund zweieinhalb Jahren, erklärt Oliver Mühlmann.

Thomas Raphael gründete die Bergmann-Brauerei .

Thomas Raphael gründete die Bergmann-Brauerei. © Susanne Riese

Konkurrenz macht der Mathilde eine weitere Neuerung: Das erste Bergmann-Sixpack ist auf dem Markt. Das etwas kräftigere, naturtrübe Kellerpils soll es in Kürze auch im Getränkehandel geben. Am Drive-in wird es jetzt schon eingeladen – als Sechserpack oder im Kasten mit 24 Flaschen.

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