Neuer Shopping-Guide: Wer faire Mode shoppen will, kommt am Kreuzviertel nicht vorbei

dzFaire Mode

Öko-Mode ist längst dem Sack-und-Asche-Klischee entwachsen. Der Markt für attraktive Kleidung, die fair produziert wurde, wächst. In Dortmund ist das Kreuzviertel Vorreiter. Aber nicht nur.

Kreuzviertel

, 01.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Gemeinsam mit der AMD Akademie Mode & Design Düsseldorf haben das Netzwerk Faire Metropole Ruhr mit Sitz in Dortmund und das Seminar für Kulturanthropologie des Textilen der TU den ersten nachhaltigen Fashion Shopping Guide des Ruhrgebiets herausgebracht. Der „Buy Good Stuff“-Führer (etwa: Kaufe gute Sachen) ist Ende Juni in einer Auflage von 10.000 Exemplaren erschienen.

Kreuzviertel ist die Modehochburg

Absoluter Hot Spot der öko-fairen Bekleidungsszene im Ruhrgebiet ist dabei das Kreuzviertel. Drei Viertel der dort ansässigen Bekleidungsgeschäfte führen ökologisch oder fair produzierte Kleidung oder stellen die Mode im eigenen Atelier her. Der Führer listet alle Geschäfte mit Adressen und Angebot auf und weist Interessierten so den Weg. „Es gibt mittlerweile ein breites Angebot, aber zu wenig konkrete Informationen für Konsumenten“, sagt Ina Köhler von der AMD in Düsseldorf. Das soll der „Buy-Good-Stuff“-Führer ändern.

Wie umfangreich das Angebot in der Region ist, zeigte die Umfrage in zwölf ausgewählten Städten: Von Oktober 2018 bis März 2019 wurden 395 inhabergeführte Modegeschäfte zwischen Dinslaken und Dortmund befragt. Das Angebot von Freiraum im Ankleidezimmer im Neuen Graben 74 weist der Führer zum Beispiel als über 50 Prozent fair und über 50 Prozent öko aus. So bietet Bettina Röttger bereits seit Eröffnung die Marken Armedangels und Tranquillo an.

Auch die Firmen kümmern sich immer mehr um nachhaltige Produktion

„Ich habe mich schon früh mit nachhaltiger Mode beschäftigt, weil ich das wichtig finde“, sagt die Besitzerin der kleinen Boutique. In ihrem Sortiment bietet sie einen Mix aus fairer Mode und anderen Labels an. Sie habe über die Jahre festgestellt, dass auch die Firmen sich mehr und mehr darum kümmern, wie sie ihre Produktion nachhaltiger gestalten können.

Weitere Anlaufstellen im Kreuzviertel sind der Baby- und Kinderladen Lilly und Loui (ebenfalls Neuer Graben), Unterhaltung Lieblingsstücke in der Schillingstraße, das Ügo in der Liebigstraße, die Boutique Zeitlos in der Kreuzstraße sowie der Hej Store in der Kleinen Beurhausstraße. Das dort ansässige U-Nikat und das Dortmunder Label Milio in der Schillingstraße sind in dem Führer mit kleinen Porträts vertreten. Masterstudierende des Seminars für Kulturanthropologie haben diese verfasst.

Neuer Shopping-Guide: Wer faire Mode shoppen will, kommt am Kreuzviertel nicht vorbei

Der Führer wurde im Werkhalle des Union Gewerbehofes in Dortmund vorgestellt. © Bettina Steinacker

Hier endet das Angebot für nachhaltige Fashion in Dortmund noch lange nicht. Seit neun Jahren verkauft Andrea von der Heydt in ihrer Boutique Fairbleiben am Heiligen Weg Kleidung aus unterschiedlichen ökologischen Materialien. Die Ware der gelernten Schauwerbegestalterin ist 90 bis 100 Prozent für ihre ökologische und faire Herstellung zertifiziert. Nur manche Labels seien zu klein, um sich eine Zertifizierung leisten zu können, produzierten aber in Deutschland und achteten auf die Verwendung biologisch angebauter Baumwolle.

Von Anfang an hat Andrea von der Heydt Mode für Männer und Frauen im Sortiment. Männer kommen zum Beispiel, um die Boxershorts aus Bio-Baumwolle zu kaufen. Die fallen längst mit bunten Farben und grafischen Designs ins Auge. „Viele meiner Kunden kommen aus dem Umfeld von Dortmund“, sagt die Inhaberin. Auch Touristen, die gezielt nach dieser Art von Mode suchen, steuern den Laden am Heiligen Weg an. Weitere Anlaufstellen für faire Mode in Dortmund sind die Nordstadt, Hombruch und Eichlinghofen.

Der Führer ist kostenfrei in vielen Modeläden erhältlich

Der Ratgeber über 200-seitige Führer ist ab Juli kostenfrei in vielen Modeläden sowie öffentlichen Einrichtungen erhältlich. Alle Infos sollen künftig auch auf der Website bereitgestellt werden, inklusive interaktiver Shopping-Karte zur Ladensuche.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt