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Neue Züge rauben Anwohnern an der Bahnstrecke in Aplerbeck den Schlaf

dzBahnlärm

Die nagelneuen Züge, die die Deutsche Bahn im Regionalverkehr fahren lässt, machen einen gewaltigen Lärm. Anwohner der Bahnstrecke in Aplerbeck sind genervt. Die Bahn hat ihnen geschrieben.

Aplerbeck

, 11.02.2019 / Lesedauer: 3 min

Es hört sich in etwa so an, als wenn man bei seinem Pkw vom vierten in den zweiten Gang runterschaltet und so mit dem Motor abbremst. Ein lautes Aufheulgeräusch, das auf Dauer ziemlich nerven kann. Vor allem, wenn man genau daneben wohnt. Zu erleben ist das im Moment am Bahnhaltepunkt Dortmund Aplerbeck-Süd.

Bei der Abfahrt nur ein leises Rauschen

Es sind die neuen Züge der DB-Regio, die hier jede halbe Stunde auf der Strecke Dortmund-Schwerte-Iserlohn (RB53) halten und eben bei der Einfahrt in den Bahnhof den Motor aufheulen lassen. Dabei sind die Züge eigentlich ziemlich leise. Bei der Abfahrt ist im Wohnzimmer der Familie Schulz-Zander nur ein leises Rauschen zu vernehmen.

Seit 25 Jahren wohnt die Familie direkt an den Bahngleisen gegenüber des Bahnhofs. Man hat sich mit den Zügen arrangiert. „Irgendwann hört man sie nicht mehr“, sagt Wolfram Schulz-Zander. Der ist alles andere als ein „Zugnörgler“, hat er doch die Bahn immer für den Weg zur Arbeit genutzt und hat auch ansonsten viel übrig für die günstige Verkehrsanbindung durch den nahegelegenen Bahnhof.

„Wir haben hier schon viele Generationen von Zügen erlebt“, sagt Wolfram Schulz-Zander. Neben der Regionalbahn fährt auch ab und zu der Zug in Richtung Winterberg hier vorbei – alles kein Thema.

Neue Züge rauben Anwohnern an der Bahnstrecke in Aplerbeck den Schlaf

Ein neuer Zug-Typ der RB53 bei der Einfahrt in den Bahnhof Aplerbeck-Süd. © Bauerfeld

Seit November beginnt um 5.36 Uhr der Lärm

Geräusche hätten die Züge immer gemacht, klar. Aber seit November 2018 sei es irgendwie anders. Da stellte die Deutsche Bahn neue Züge auf die Schiene. „Ich habe mich schon gefreut im Zug. Alles neu, moderner und bequemer“, sagt Wolfram Schulz-Sander. Aber schon bei der Fahrt sei ihm das Bremsgeräusch aufgefallen – und das holt die Familie morgens aus dem Bett.

Um 5.36 Uhr ist es immer soweit. Der Motor heult auf beim Abbremsen. „Es ist schon verwunderlich, dass neue Technik eine Verschlechterung der Wohn- und Lebensqualität erzeugt, obwohl die technische Weiterentwicklung genau das Gegenteil erzeugen müsste“, sagt Schulz-Zander.

Der ist der Meinung, dass sich jetzt was ändern muss – und er ist nicht alleine. „Meine Nachbarn sind auch schon genervt“, sagt Schulze Zander. Denn Lärmschutz gibt es hier nicht. Aber was tun? Vielleicht gibt es eine Unterschriftensammlung. Und an die kommunale Politik will man sich auch wenden.

Die Bahn äußert in einem Brief ihr Bedauern

Die DB Regio AG weiß im Übrigen um die Problematik. Sie antwortete Wolfram Schulz-Zander auf dessen Brief:

„Wir bedauern, dass Sie sich durch die neuen Fahrzeuge auf der RB 53 gestört fühlen. Ihr Anliegen haben wir zur Klärung an den zuständigen Fachdienst weitergereicht und folgende Antwort erhalten: Die Lautstärke der Fahrzeuge ist DB Regio bewusst. Hierzu gab es bereits erste Untersuchungen, die jedoch negativ waren. Die Neufahrzeuge erfüllen alle die Anforderungen nach aktuell gültigem Regelwerk/Normenlage. Jedoch ist es in der Tat so, dass die Neufahrzeuge sowohl im Innen- als auch im Außenbereich lauter sind als die Altfahrzeuge, da sie über leistungsstärkere Motoren verfügen und zudem deutlich schwerer sind. Wir nehmen die Beschwerden aber als Anlass noch weitere Untersuchungen vorzunehmen und bitten die Unannehmlichkeiten zu entschuldigen.“

Diese Worte in einem Schreiben der Bahn machen Wolfram Schulz-Zander aber keine große Hoffnung auf Besserung.

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