Neue Parkordnung für den Westpark muss sich noch bewähren

dzWestpark

Seit dem 3. Juli (Mittwoch) ist die neue Parkordnung des Westparks in Kraft. Gleichzeitig wurde Security eingestellt. Die Meinungen über die neuen Maßnahmen gehen nun stark auseinander.

von Alexandra Wachelau

Dortmund

, 15.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Der Westpark hat ein Müllproblem – das sagen zumindest viele Anwohner und Besucher seit Jahren. Die Stadt hat sich nun mit dem „Runden Tisch Westpark“, der Interessenvertretung des Parks, zusammengeschlossen und im Mai neue Parkregeln veröffentlicht. Diese gelten seit Anfang Juli.

Damit die Regeln auch eingehalten werden, hat die Stadt eine Securityfirma eingestellt - einen Sicherheitsdienst. Die neue Parkaufsicht ist meistens abends und am Wochenende vor Ort und greift ein, wenn Müll in den Park geworfen wird. Aber auch Lärmbelästigungen, Wildpinkeln und Graffitis sollen so eingedämmt werden. Bis Ende September läuft das Konzept. Danach wird der „Runde Tisch“ abstimmen, ob die Maßnahmen in der Form bestehen bleiben.

Die Meinungen über das neue Konzept gehen auseinander

Ingeborg Mechken (68) kommt eigentlich aus Bodelschwingh, ist mit ihrem Hund aber in vielen Parks unterwegs. Sie findet es gut, dass nun Security vor Ort ist. Vor allem, wenn es darum geht, den Park sauberzuhalten: „Der Umgang mit Müll ist hier katastrophal“, sagt sie. Zwar gebe es viele Mülleimer, aber häufig würden die Besucher diese nicht beachten. Das sei aber eher ein allgemeines Problem.

„Das kommt wahrscheinlich vor allem durch das Grillen“, vermutet sie. Im Westpark darf, anders als beispielsweise im Revierpark Wischlingen, gegrillt werden – bis 22 Uhr zumindest, so sagt es die neue Parkordnung.

Neue Parkordnung für den Westpark muss sich noch bewähren

Schilder an den Eingängen weisen auf die neue Parkordnung hin. © Alexandra Wachelau

Nathalie Pähler, die ein paar Straßen vom Westpark entfernt wohnt, kann es verstehen, wenn manche Anwohner sich beschweren: „Abends kann es schon laut werden. Viele spielen die ganze Zeit Musik.“ Dass das nun durch eine Parkaufsicht verhindert werden soll, findet sie gut. „Abends im Dunkeln würde ich ohne meinen Hund hier nicht entlanggehen“, sagt sie.

Ein 30-jähriger Anwohner sieht das anders: „Vor einigen Jahren gab es hier schon Drogenprobleme. Aber die wurden in die Nordstadt umgesiedelt“, sagt er. Eine Parkaufsicht findet er unnötig. „Ich bin hier noch nie belästigt worden.“

Die Stadt würde sich sowieso bemühen, den Park durch das morgendliche Müllsammeln sauberzuhalten. Auch der kostenlose Toilettenwagen sei eine gute Idee – ebenso wie der Grundsatz, dass im Westpark noch gegrillt werden darf. Anstelle der Parkaufsicht solle man jedoch „lieber noch mehr Mülleimer aufstellen“.

An vielen Stellen fehle noch der offene Dialog

Malte Langer (33) und Ulla Fries-Langer (72) sind auch der Meinung, dass mit dem Problem anders umgegangen werden sollte. „Ich sehe hier keine Situationen, die eine Security notwendig machen“, sagt Malte Langer. Er sei sowohl mit seiner Tochter als auch im Freundeskreis oft im Westpark. Belästigt gefühlt habe er sich dabei noch nie.

„Der Park liegt im Zentrum, deswegen sind hier die verschiedensten Leute unterwegs. Aber das ist auch gut, so entsteht ein Austausch“, sagt er.

Ulla Fries-Langer wünscht sich mehr Dialog - und mehr Toiletten. Während auf der einen Seite des Parks zwei Toilettenanlagen aufgestellt seien, stünden auf der Ostseite gar keine.

Neue Parkordnung für den Westpark muss sich noch bewähren

Ulla Fries-Langer (72) ist der Meinung, dass die Stadt lieber Alternativen für die Probleme anbieten sollte. Beispielsweise durch mehr Mülltonnen und zusätzliche Toiletten. © Alexandra Wachelau

Olaf Meyer (SPD) von der Bürgervertretung Innenstadt West steht nach über einer Woche der beauftragten Parkaufsicht kritisch gegenüber und findet selber, dass der Dialog an manchen Stellen noch fehlt. „Auf der einen Seite redet das Personal oft nicht mit den Besuchern, auf der anderen Seite setzen sie die neuen Parkregeln nicht konsequent um – so waren zumindest meine Erfahrungsberichte der letzten Tage“, sagt er.

Bezirksbürgermeister Ralf Stoltze (SPD) ist jedoch vor allem wichtig, dass die Besucher durch die Aktion von den Problemen rund um Müll, Lärm und Wildpinkeln erfahren. „Natürlich werden die Probleme durch die neuen Maßnahmen nicht direkt verschwinden“, sagt er. „Aber es ist ein guter Ansatz, sie längerfristig besser in den Griff zu bekommen.“ Stoltze plant, nach der Sommerpause Informationsbroschüren für die Besucher und Anwohner in Umlauf zu bringen.

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