„Bibliotheken stehen weiterhin hoch im Kurs“

dzLesen in Dortmund

Nachdem die Stelle viele Monate unbesetzt war, hat die Stadtbibliothek Brackel seit 1. September eine neue Chefin. Wir haben mit ihr gesprochen.

Brackel

, 29.10.2020, 15:59 Uhr / Lesedauer: 2 min

Anika Henke (30) ist seit dem 1. September neue Leiterin der Stadtteilbibliothek Brackel an der Oberdorfstraße 23. Wir haben mit ihr gesprochen.

Hallo Frau Henke, stellen Sie sich doch einmal kurz vor. Was haben Sie vorher gemacht?

Ich habe Bibliothekswissenschaft in Köln studiert und danach bei der Stadtbibliothek Recklinghausen gearbeitet. Dort habe ich ebenfalls eine Zweigstelle geleitet.

Aha, dann kennen Sie den Job ja schon. Dann pendeln Sie jetzt immer von Recklinghausen aus?

Nein, ich bin gebürtige Dortmunderin und wohne derzeit in der Nordstadt. Früher musste ich pendeln, jetzt nicht mehr.

Sie sind jetzt seit zwei Monaten in Brackel. Wie ist Ihr erster Eindruck?

Sehr positiv. Meine vier Kollegen haben mir ganz wunderbar geholfen, mich einzufinden.

Öffnungszeiten

Die Stadtteilbibliothek Brackel hat folgende Öffnungszeiten: Dienstag 10 - 12 und 14 - 19 Uhr, Mittwoch 14 - 17 Uhr, Donnerstag 14 - 18 Uhr, Freitag 10 - 12 und 14 - 17 Uhr, Montag geschlossen, Kontakt: Tel. 0231-259690.

Sie haben sich ausgerechnet während der Corona-Pandemie eine komische Zeit ausgesucht, in Brackel anzufangen. Nutzt überhaupt noch jemand die Einrichtung?

Ja, auf jeden Fall. Man kann derzeit unsere Medien zwar nur nach Terminvergabe ausleihen. Aber das nehmen die Brackeler gut an. Was wir momentan natürlich nicht anbieten können, sind Veranstaltungen wie das Café Leselust, das jetzt als Online-Angebot von der Tremonia-Akademie aus läuft.

Aber langfristig wollen Sie das wieder in der Bibliothek stattfinden lassen?

Auf jeden Fall. Ich möchte auch weitere Veranstaltungsreihen etablieren. Dabei sind mir die Kinder und die Zusammenarbeit mit den Schulen und Kindergärten sehr wichtig. Da gab es ja bisher nur das „Rote Sofa“, eine Vorlesereihe.

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Es gibt Menschen, die behaupten, Bibliotheken seien in der heutigen Zeit, in der das gedruckte Wort an Bedeutung verliert, nicht mehr so wichtig wie früher.

Das sehe ich ganz anders. Die Nachfrage gerade nach Kinderbüchern ist sehr hoch. Das zeigt doch, dass sich auch jüngere Menschen fürs Lesen interessieren. Außerdem haben wir nicht nur Bücher, sondern auch Hörbücher, DVDs, Comics, Mangas und vieles mehr. Mit unseren neuen I-Pads entwickeln wir Formate, die für junge Leute interessant sind. Zum Beispiel könnte man damit Fotostorys erstellen.

Die Corona-Krise macht auch vor der Stadtteilbibliothek Brackel nicht halt. Bücher und andere Medien kann man derzeit nur nach vorheriger Terminabsprache ausleihen

Die Corona-Krise macht auch vor der Stadtteilbibliothek Brackel nicht halt. Bücher und andere Medien kann man derzeit nur nach vorheriger Terminabsprache ausleihen. © Andreas Schröter

Früher gab es eine enge Zusammenarbeit mit dem Balou, das ja im selben Gebäude seinen Sitz hat - zum Beispiel beim Frühlingsmarkt. Welche Pläne haben Sie in dieser Hinsicht?

Klar, ich möchte diese Zusammenarbeit wieder aufnehmen. Es ging jetzt einige Zeit nicht, weil mein Team unterbesetzt war. Im Moment sind solche Planungen natürlich wegen der unsicheren Corona-Lage schwierig. Das müssen wir erst abwarten.

Was sind Sie privat für ein Mensch?

Ich bin ledig, habe einen Partner, aber keine Kinder. Ich schaue gerne Serien und Filme und habe das Wandern und die Natur für mich entdeckt. Ich habe einen Kater.

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