Preisverdächtig: Warum die „Neue Bude“ für einen wichtigen Preis nominiert worden ist

dzNeue Bude

Textilien, Accessoires und Kleinmöbel kann die Neue Bude - und das skandinavische Design kommt bei vielen Kunden gut an. Doch es gibt etwas, das das Unternehmen zu etwas Besonderem macht.

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, 17.09.2019, 16:23 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als im Sommer bei Annekatrin und Robert Brehm das Telefon klingelt, ist die Aufregung groß: „Es ist eine Mischung aus Schiss und Freude“, sagt Robert Brehm (38), der mit seiner Frau Annekatrin gemeinsam vor vier Jahren die „Neue Bude“ an der Viktoriastraße eröffnet hat. „Wir sind froh, als junges Unternehmen berücksichtigt worden zu sein“, ergänzt die 32-Jährige. „Damit haben wir nicht gerechnet.“

Sie haben die Nachricht erhalten, dass sie mit vier weiteren Unternehmen für den Westfälischen Handelspreis nominiert worden sind. Am 26. September wird er vergeben - „das ist wie bei der Oscar-Verleihung. Allein dass man nominiert ist, ist schon eine Ehre“, freut sich Robert Brehm.

Das bestätigt auch Ruth von Kölln vom Handelsverband. „Wir haben die Nominierten aus mehreren hunderten Unternehmen ausgesucht“, erklärt sie. „Uns kommt es dabei auf Kriterien wie Mut und Beharrlichkeit an, aber auch auf Verlässlichkeit, Verantwortungsbewusstsein, Geschick und Kreativität.“

In der Neuen Bude duzt man sich

Als Concept-Store für Interieurdesign bietet die Neue Bude für Privatkunden, aber auch für Praxen oder Firmen Lösungen an. „Dazu gehören ja nicht nur Möbel und Accessoires, auch die Beleuchtung und Farbgestaltung spielen eine Rolle“, erläutert Robert Brehm.

Preisverdächtig: Warum die „Neue Bude“ für einen wichtigen Preis nominiert worden ist

Lieblingsstücke: Robert und Annekatrin Brehm halten in die Kamera, was ihnen in ihrem Laden am besten gefällt. "Ich liebe diese Pfeffermühle", sagt die 32-Jährige. © Martina Niehaus

Dass ihre Wurzeln bei Ikea liegen, daraus machen die beiden gar keinen Hehl. Merkt man auch sofort bei der Begrüßung. „Hallo, ich bin die Anne und das ist der Robert, und hier ist unsere Mitarbeiterin Vicky.“ In der Neuen Bude wird der Kunde geduzt. „Das ist ganz klassisch skandinavisch, und bei den meisten kommt das auch gut an.“

Wenn Ikea-Pärchen sich die Köpfe einschlagen

Im schwedischen Möbelhaus haben sich die Brehms kennengelernt und für das Expansionsteam viele Länder bereist. Doch irgendwann haben sie genug von „Knut“ und „Midsommar“. „Wir wollten etwas Eigenes ausprobieren, und es hat uns nach Dortmund gezogen“, sagt Annekatrin Brehm.

Die Kundenberatung - mit 3-D-Grafiken oder vor Ort zu Hause - ist eine Marktlücke, die sie sich bei Ikea angeeignet haben. Nach jahrelanger Beobachtung der Kunden dort. „Männliche und weibliche Ansichten prallen gern aufeinander“, sagt Robert Brehm und grinst. Annekatrin sagt: „Wir übernehmen mit unserer Planung den Part, in dem sich die Pärchen bei Ikea die Köpfe einschlagen.“

Preisverdächtig: Warum die „Neue Bude“ für einen wichtigen Preis nominiert worden ist

Erst knappe vier Jahre ist sie alt, die Neue Bude. Das werden die Inhaber Robert und Annekatrin Brehm feiern. © Martina Niehaus

Seit zwei Jahren ergänzt Viktoria Schein - Vicky eben - das Team. Auch sie hat eine Ikea-Vergangenheit, passt also prima in die Neue Bude. Gemeinsam planen sie den „Geburtstag“ des Ladens, der am 5. Oktober stattfindet. Und gemeinsam drücken sie die Daumen, dass sie den Preis auch gewinnen. Annekatrin Brehm sagt: „Wir stehen ja auch da, weil wir einfach ein gutes Team sind.“

Der Westfälische Handelspreis
  • Am 26. September (Donnerstag) vergeben der Handelsverband Westfalen-Münsterland und die National-Bank Dortmund zum 19. Mal den traditionellen Westfälischen Handelspreis an eine Einzelhändlerin oder einen Einzelhändler aus dem westfälischen Ruhrgebiet.
  • Die Verleihung findet von 11 bis 13 Uhr statt. Im festlichen Rahmen werden die Nominierten in Industrieklub Dortmund geehrt. Der Sieger bekommt 5000 Euro.
  • Die nominierten Persönlichkeiten aus vier inhabergeführten Handelsbetrieben sind von Fachleuten auserwählt worden.
  • Michael Brückner, Direktor der National-Bank Dortmund, und Verbandsgeschäftsführer Thomas Schäfer freuen sich darauf, „erneut Unternehmer aus unserer Region präsentieren zu können, die dem stetigen Wandel im Handel mit Persönlichkeit, Phantasie und unternehmerischem Mut kreativ und beharrlich begegnen und damit zeigen, dass stationärer Handel nicht nur eine Vergangenheit, sondern auch eine Zukunft hat.“
  • Weitere Nominierte sind der Wohnfachmarkt MäX Kemmer aus Kamen, die Buchhandlung am Amtshaus in Dortmund sowie Spielwaren Kremers in Hamm.
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